Dokumentation des 1. #Hamburger Ratschlags zur #2030-Agenda

Was muss Hamburg tun, um die Nachhaltigkeitsziele (SDG) der 2030-Agenda umzusetzen?

Gemeinsame Forderungen und Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 in Hamburg durch die Hamburger Politik

Die #Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016 ist jetzt hier verfügbar: dokuratschlagsdghh2016 (PDF, 7 MB)

Doku Ratschlag Nov2016
Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016

 

 

Hamburger Integrationskonzept wird weiterentwickelt

Das Hamburger Integrationskonzept von 2013 wird weiterentwickelt. Die „Erstintegration“ von Geflüchteten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ankunft wird neu in das Konzept aufgenommen. Wie seine Vorgänger wird das neue Konzept zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Akteuren entstehen. Dazu wurde ein reiter Beteiligungsprozess gestartet – online und offline. Anregungen können bequem über eine Online-Umfrage auf http://www.hamburg.de/integrationskonzept eingereicht werden. Auf dieser Internetseite kann jede und jeder ab sofort Anregungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Integrationskonzeptes einreichen. Die Umfrage ist sechs Wochen lang (bis Mitte Dezember 2016) online und steht auch in englischer Sprache zur Verfügung. Alle Anregungen werden anschließend ausgewertet und fließen in die Erarbeitung des neuen Konzepts ein.

Workshop: Nachhaltige Stadtentwicklung

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Moderation: Karsten Weitzenegger, SID Hamburg
Impuls: Dr. Jochen Menzel, Zukunftsrat Hamburg

11Ziel 11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Die UN-Agenda 2030 setzt mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung neue Maßstäbe für  die  Stadt-,  Regional-  und  Kommunalpolitik:  Städte  und  Siedlungen  sind  inklusiv, sicher,  widerstandsfähig  und  nachhaltig  zu  gestalten  (Ziel  11);  soziale  Ungleichheit abzubauen  (Ziel  10);  Zugang  zu  bezahlbarer,  verlässlicher,  nachhaltiger  und zeitgemäßer  Energie  für  alle  zu  sichern  (Ziel  7);  eine  belastbare  Infrastruktur aufzubauen  (Ziel  9);  inklusive  und  nachhaltige  Industrialisierung  zu  fördern  und Innovationen  zu  unterstützen  (Ziel  9).  Nach  dem  Weltsiedlungsgipfel  Habitat  III  im Oktober  2016  gibt  es  mit  der  New  Urban  Agenda  (NUA)  einen  stadtpolitischen Folgeprozess, der direkt Bezug auf die Umsetzung des Ziel 11 Bezug nimmt. Städte wachsen weltweit. Bis 2030 werden fast zwei Drittel der Menschheit in Städten wohnen. Ob die Transformation der Welt hin zu mehr Nachhaltigkeit gelingt, wird in den Städten entschieden. Städte sind nicht nur lokale, sondern auch globale Akteure und  Treiber  der  Entwicklung.  Die  Herausforderungen  der  sozialen  Integration, Stabilität,  Sicherheit,  Gesundheit,  Zuwanderung  und  Teilhabe  der  Stadtbevölkerung verlangen neue politische Antworten und transformative Maßnahmen, die die Art und Weise, wie wir Städte nutzen, bauen und organisieren, verändern. Dazu brauchen wir einen gesellschaftlichen Such- und Lernprozess.

Der  Wissenschaftliche  Beirat  Globale  Umweltveränderungen (WBGU)  der  Bundesregierung  stellte  sein  Jahresgutachten  2016  unter  das  Thema  „Der  Umzug  der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“. Er fordert strategische Änderungen in drei Dimensionen: Neben der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und der demokratischen Teilhabe ist für ihn die Dimension der „Eigenart“ zentral. Sie soll es ermöglichen, dass (a) Menschen in den räumlichen Strukturen Selbstwirksamkeit und urbane  Lebensqualität  für  sich  empfinden,  dass  sich  (b)  Ortsidentität  und  soziale Kohäsion entwickeln können und dass (c) soziale sowie ökonomische Kreativitäts- und Innovationspotenziale  durch  ortsgebundene  Interaktionen  zwischen  Akteuren verschiedener gesellschaftlicher Sphären gestärkt werden.

Stadtentwicklung Hamburg

Hamburg  möchte  eine  grüne,  gerechte,  wachsende  Stadt  am  Wasser  sein.  Es  hat jedoch Probleme, allen Menschen in der Stadt den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum zu gewährleisten (Ziel 11.1).

Bis  2030  wird  ein  Anstieg  der  Einwohnerzahl  auf  rund  1,85  Mio.  erwartet.  55.000 Haushalte suchen jährlich eine neue Wohnung. Für über 10.000 Dringlichkeitsfälle – einschließlich Obdachlosigkeit – gibt es jährlich nur ca. 3.100 gebundene Wohnungen mit Belegungsrechten. Trotz des „Drittel-Mixes“ beim Wohnungsneubau fehlen immer mehr Sozialwohnungen:  Die  alten  Bindungen  laufen  aus,  für  ca. 400.000 §5-Schein-Berechtigte  gibt  es  weniger  als  80.000  Sozialwohnungen.  Die  Mieten  der  freifinanzierten Wohnungen steigen rasant, trotz Mietpreisbremse und Neubau. Viele günstige Mietwohnungen  werden  luxussaniert  oder  in  Eigentumswohnungen  umgewandelt und für die bisherigen Mieter unbezahlbar. Zusätzlich  musste  Hamburg  61.600  Flüchtlinge  (2015)  aufnehmen,  21.000  davon haben  einen  Unterbringungsanspruch.  Viel  zu  lange  müssen  sie  in  Erstaufnahmeeinrichtungen  warten,  da  ausreichend  Folgeunterkünfte  fehlen.  Immerhin  kann  die Stadt  durch  den  Kompromiss  in  den  Verhandlungen  mit  den  Initiativen  diese  Bautätigkeit fortsetzen. Damit wurde die Spaltung der Stadt durch einen Volksentscheid abgewendet.  Zuwanderung  und  Flüchtlinge  zwingen  uns  dazu,  grundlegend  neu  über  Stadtentwicklung nachzudenken. In welcher Stadt wollen wir leben?

Wohnungsneubau wird kompakter, dichter und höher, weil Grundstücke in Hamburg teuer sind und Bauen auf Naturflächen möglichst vermieden werden soll. Umso wichtiger ist die Qualität der verbleibenden Freiräume. Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr müssen zusammen gedacht  werden.  Das  Senatskonzept  „Teilhabe,  Interkulturelle  Öffnung  und  Zusammenhalt“ ist ein guter sozialpolitischer Ansatz. Aber es fehlt ein staatlich-zivilgesellschaftlicher  Dialogprozess  zur  Erarbeitung  einer  umfassenden  Nachhaltigkeitsstrategie.

Wichtige Links

Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

ratschlagDie Zukunft, die wir wollen – das Hamburg, das wir brauchen –

Hamburger Ratschlag zur
Umsetzung der UN-Agenda 2030
für nachhaltige Entwicklung

Freitag, den 18. November 2016
15.30 Uhr bis 21.00 Uhr
Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Der Marie-Schlei-Verein, das Eine Welt Netzwerk Hamburg, die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik und der Zukunftsrat Hamburg laden ein:  einladung-ratschlag-agenda2030_final

Was muss Hamburg tun, um die Nachhaltigkeitsziele (SDG) der Agenda umzusetzen?

15.30 Uhr  Begrüßung Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Marie-Schlei-Verein
Einführung Thilo Hoppe, MdB a.D., Brot für die Welt

16.30 Uhr  Fünf parallele Werkstattgespräche zu den SDG-Querschnittsthemen
(Vorschläge aus den unterschiedlichen Perspektiven zu diesen Themen finden sich auf den folgenden Seiten)

19.00 Uhr  Abschlussrunde im Plenum

  • Gemeinsame Forderungen und Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 in Hamburg durch die Hamburger Politik.
    Moderation: Karin Heuer, Heinrich-Böll-Stiftung

Anmeldungen  bitte  an  Bianca  Percic  (EWNW)  mit  Angabe  des bevorzugten Workshops: bianca.percic@ewnw.de

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Links und weiterführende Informationen

  • UN-Agenda 2030 (deutsch)
  • Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung; Stellungnahme der Zivilgesellschaft

Gesellschaftlicher Zusammenhalt als wichtiger Baustein der Stadtentwicklung

„Städtische Energien – Zusammenhalt gestalten“ lautet der Titel des 10.Bundeskongresses Nationale Stadtentwicklungspolitik am 14.-16. September 2016 in Hannover. Er widmet sich der aktuellen Frage, wie der Zusammenhalt der Gesellschaft im Quartier, in der Stadt und in der Kommune zukünftig gestaltet werden kann – über Ressorts und Disziplinen hinweg, mit Blick auf Themen wie Zuwanderung, Integration und angespannte Wohnungsmärkte. Bundesbauministerin Hendricks eröffnete heute den Kongress, der gemeinsam vom Bundesbauministerium mit der Bauministerkonferenz der Länder, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund veranstaltet wird.

Barbara Hendricks, Bundesbauministerin: „Die Integration von Zuwandernden und der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft bleiben weiter herausragende Themen der Stadtentwicklung. Inzwischen haben viele Flüchtlinge ihre Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen können. Sie müssen nun in die Stadtquartiere und Nachbarschaften integriert werden. Das bleibt die Hauptaufgabe. Die Bundesregierung hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Kommunen bei ihren Aufgaben zu unterstützen: Die Vereinfachung des Baurechts, die Erhöhung der Städtebauförderung, die Einführung des Investitionspaktes „Soziale Integration im Quartier“ und die Wohnungsbau-Offensive waren wichtige Initiativen. Entscheidend ist für mich, dass wir alle benachteiligten Gruppen in unserer Gesellschaft in gleichem Maße berücksichtigen und keine Gruppe gegen die andere ausspielen. Diese Maxime werden wir auch berücksichtigen, wenn wir im kommenden Jahr das zehnjährige Jubiläum der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und der Leipzig-Charta begehen und ein Programm für die nächste Dekade erarbeiten.“

Michael von der Mühlen, Staatssekretär im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Bauministerkonferenz begrüßt die Maßnahmen des Bundes zur Bewältigung der Integrationsaufgaben. Die Nationale Stadtentwicklungspolitik hat sich als Plattform bewährt, um auf neue Herausforderungen schnell reagieren zu können. Wir müssen weiterhin versuchen, funktionierende Kooperationen zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu schaffen, um vor allem strukturschwache Regionen oder Orte, die eine verhältnismäßig große Zahl an Geflüchteten aufgenommen haben, noch stärker und besser zu unterstützen.“

Stefan Schostok, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover: „Die Städte stehen vor großen Herausforderungen, sei es der demografische Wandel, der Klimawandel oder die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. In den Städten und Kommunen entscheidet sich, ob Integration gelingt. Und sie kommt nicht von allein. Dafür müssen die zwischen Bund und Ländern verabredeten Konzepte für Sprachkurse, Kinderbetreuung und Schule, Vermittlung in den Arbeitsmarkt und Wohnungsbau konsequent gemeinsam weiterverfolgt und finanziell abgesichert werden. Für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe leisten die Kommunen ihren Beitrag. Eine erfolgreiche Integration bedarf eines Miteinanders in allen Lebensbereichen. Hierfür ist eine integrierte nachhaltige Stadtentwicklungspolitik eine wesentliche Voraussetzung. Daher setzt sich der Deutsche Städtetag auch aktiv dafür ein, die Nationale Stadtentwicklungspolitik weiterzuentwickeln.“

Hans-Joachim Grote, Erster Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Oberbürgermeister der Stadt Norderstedt: „Die Integration von Zuwanderern bedeutet eine Herkulesaufgabe für Städte und Gemeinden. Vor Ort in den Kommunen wird sich entscheiden, ob es gelingt, die große Zahl an geflüchteten Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Gerade in ländlichen Regionen kann Integration gut gelingen, da die Akteure vor Ort effektiv zusammenwirken. Städte und Gemeinden benötigen allerdings Planungssicherheit und müssen daher langfristig von Bund und Ländern bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützt werden. Der vom Bund angekündigte Investitionspakt zur Sozialen Integration sowie die Erhöhung der Mittel zur sozialen Wohnraumförderung sind hier wichtige Impulse. Dieser Weg muss im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik konsequent fortgesetzt werden.“

Mehr Informationen zum Kongress und den Zielen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik unter: www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de.

Naturerlebnis für geflüchtete Kinder mit NAJU Hamburg

NAJU Hamburg engagiert sich mit neuem Pilotprojekt für Naturschutz und Integration

Naturerlebnisse für Kinder und Jugendliche bietet die Naturschutzjugend (NAJU) Hamburg bereits seit vielen Jahren an. Nun aber hat die Kinder- und Jugendorganisation des NABU ein besonderes Programm gestartet: ein Naturerleben für geflüchtete Kinder. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Sozialunternehmen f & w fördern und wohnen AöR startete das Pilotprojekt in einer Wohnunterkunft im Bezirk Wandsbek.

„Mit viel Neugier und Begeisterung haben die geflüchteten Kindern an unseren Naturausflügen teilgenommen“, berichtet Caren Herbstritt, Programmkoordinatorin der NAJU. „Gemeinsam hatten wir sehr viel Spaß bei unseren Exkursionen ins Wandsbeker Gehölz und die anliegenden Wiesen. Die Verständigung dabei klappte prima, da die Kinder schon mindestens ein Jahr in Deutschland sind. Daran konnten unsere ehrenamtlichen Umweltpädagogen super anknüpfen und die Kinder ihren Sprachschatz um viele Natur-Begriffe ergänzen. 

Das Mitmach-Angebot für geflüchtete Kinder leitet sich vom Konzept des Naturgeburtstags ab und richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 10 Jahren. Gemeinsam mit NAJU-Aktiven haben sie die Möglichkeit, Hamburgs StadtNatur in der Nähe ihrer Unterkunft zu erkunden. In Parks, auf Wiesen und im Wald lernen sie die heimische Tier- und Pflanzenwelt und deren deutsche Bezeichnung kennen. Es werden auch Vergleiche mit der Natur in ihren Herkunftsländern gezogen und dabei Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten spielerisch erarbeitet. Zudem geht es in dem Projekt darum, den schonenden Umgang mit Natur zu erlernen und durch umweltpädagogische Spiele, Vertrauen und Solidarität zwischen den Kindern zu schaffen. Das neue Naturerlebnisprogramm, welches speziell die Integration von geflüchteten Kindern fördert, konnte mit Geldern der Deutschen Bundesstiftung Umwelt realisiert werden.
 


“Mit dem Naturerlebnisprogramm möchte die NAJU Hamburg dabei helfen, dass sich geflüchtete Kinder in Hamburg schnell wohlfühlen und die Natur in ihrem neuen Zuhause spielerisch entdecken. Die Begeisterung, die uns die Kinder bei den ersten Ausflügen entgegen brachten, zeigt, dass Freude an Naturerleben keine Grenzen kennt“, so Jan Göldner, Landesjugendsprecher der NAJU Hamburg.
Bisher konnten fünf Termine mit Kindergruppen aus einer Flüchtlingsunterkunft in Wandsbek durchgeführt werden. Die Ausflüge wurden jeweils mit zwei ehrenamtlichen Teamern der NAJU und einer Fachkraft von f&w begleitet. Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen soll nun geschaut werden, wie das Programm auch nach den Ferien weiterlaufen kann. Die Freude der Kinder für die Natur kann schnell geweckt werden. Die NAJU Hamburg würde sich freuen, wenn sich weitere Freiwillige melden, die Lust haben geflüchteten Kindern Hamburgs grüne Umgebung zu zeigen. Für angehende Teamer ist ein Workshop in Planung. 

Die NAJU ist die Kinder- und Jugendorganisation des NABU. Sie ist mit bundesweit über 80.000 Mitgliedern der führende Verband in der außerschulischen Umweltbildung sowie im praktischen Naturschutz. In über 1.000 Gruppen vor Ort setzen sich Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre für den Natur- und Umweltschutz ein. Weitere Infos und Mitmachangebote bietet www.naju-hamburg.de.

Projekt AMITIE CODE | Migration, Entwicklung und Menschenrechte gemeinsam gestalten

AMITIE CODE (Capitalizing On Development) ist ein von der Europäischen Kommission finanziertes Projekt unter Einbindung öffentlicher Einrichtungen und NROs aus sechs europäischen Ländern. Die Hamburger Volkshochschule VHS und die Lawaetz-Stiftung setzen das Projekt in Deutschland um. Die Laufzeit ist 1.5.2015-31.12.2017.

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Ziel des Projektes ist es, die Bürger aufzurütteln und für den Zusammenhang zwischen Migration, Entwicklung und Menschenrechten zu sensibilisieren. Auf nationaler Ebene ist das Hauptziel, das Bewusstsein der Entscheidungsträger in den Bereichen Migration und Entwicklungspolitik zu schärfen.

Dazu sollen Akteure in Schlüsselpositionen wie Lehrer und in kommunalen Körperschaften tätige Beamte weitergebildet werden. In Hamburg stellt die VHS die Angebote für Lehrerende bereit, die Lawaetz-Stiftung richtet sich an kommunale Beschäftigte.

AMITIE CODE ist im Europäischen Jahr für Entwicklung 2015 in Bologna gestartet und basiert auf dem AMITIE Project (Awareness raising on MIgrations, developmenT and human rIghts through local partnErships). An AMITIE CODE sind sechs europäische Länder beteiligt (Deutschland, Italien, Lettland, Portugal, Spanien, Frankreich) zwei Regionen (Emilia-Romagna, Andalusien) und acht Städte (Bologna, Hamburg, Reggio Emilia, Riga, Loures, Lissabon, Tolosa, Sevilla).

Es geht darum, Strategien der Zusammenarbeit auf lokaler Ebene zu überlegen und zu fördern. Die Botschaften und Ergebnisse des Projekts sollen umfassend in Europa kommuniziert und verbreitet werden, um die Bürger zur Teilnahme zu motivieren und aktiv mit einzubinden.

Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Freitag, 18. November 2016, 15.30 Uhr bis 21.01 Uhr

Die Zukunft, die wir wollen – das Hamburg, das wir brauchen
Einladung im Original

Liebe Mitwirkende am Zivilgesellschaftlichen Ratschlag zur lokalen Umsetzung der SDGs in Hamburg, liebe Interessierte,

hiermit möchten wir Sie auf den Hamburger Ratschlag der Zivilgesellschaft hinweisen. Wir wollen gemeinsam konkrete Forderungen zur Umsetzung der SDGs/ Agenda 2030 in Hamburg an die Hamburger Politik erarbeiten. Veranstalter des Ratschlages sind: Marie-Schlei-Verein, Eine Welt Netzwerk Hamburg, W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik und Zukunftsrat.

Der Ratschlag „ Die Zukunft, die wir wollen- das Hamburg, das wir brauchen – Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ wird am Freitag, dem 18.11.2016, von 15:30 bis ca. 21:00 Uhr in der Volkshochschule Schanzenstraße stattfinden.

Bitte merken Sie sich bei Interesse diesen Termin vor.

Vorgesehen ist folgender Ablauf:

  1. Begrüßung
  2. Aufschlag von Thilo Hoppe, Brot für die Welt (bis 2013 Mitglied des Bundestages und im Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
  3. Kaffeepause
  4. Fünf parallele Werkstattgespräche von 16:30 bis 18:30 zu den SDG-Querschnittsthemen
  5. Umwelt und Klimaschutz (und Energie)
  6. Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen
  7. Menschenrechte, Wirtschaft und Arbeitswelt
  8. Nachhaltige Stadtentwicklung (Migration und Entwicklung)
  9. Ungleichheit, Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit
  10. Imbiss
  11. Abschlussrunde im Plenum 19:00- 21:00: Was muss Hamburg in Hinblick auf die Umsetzung der Agenda 2030 tun? Zusammenführung der Forderungen aus den Themen-Workshops

Die Einladung sowie weitere Informationen folgen.

Fragen und Rückmeldungen bitte an Bianca Percic, Eine Welt Netzwerk Hamburg, eMail: bianca.percic [äd] ewnw.de

 

Ort

VHS-Zentrum, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Veranstalter

Marie-Schlei-Verein
Eine Welt Netzwerk Hamburg
W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik
Zukunftsrat

Tagung: Stadt der Zukunft – offen für Einwanderung und Vielfalt, Uni Siegen

Tagung:
The Inclusive and Sustainable City. Stadt der Zukunft – offen für Einwanderung und Vielfalt
am 22. + 23.09.2016 im Forschungskolleg der Universität Siegen

Zur Thematik des neuen urbanen Wohnens angesichts zunehmender Mobilität und Diversität in den Städten soll die o.g. Tagung im Forschungskolleg der Universität Siegen einen offenen Gedankenaustausch ermöglichen und Anregungen für die „Entscheider“ aller Ebenen formulieren.
Die Tagung wird durch zwei einführende Keynote-Vorträge eingeleitet und durch einen Abendvortrag ergänzt. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen sechs Panels, die sich auf beide Tage verteilen.
Anmeldung bis zum 30. August 2016 via Mail an nina.berding@uni-siegen.de

TUHH Hamburg startet einzigartige Weiterbildung für geflüchtete Ingenieure

Mit der Weiterbildung „integral“ bietet die Technische Universität Hamburg (TUHH) ein in Deutschland einzigartiges Programm für geflüchtete Ingenieure und Ingenieurinnen an. Ziel ist es, Geflüchteten den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Pilotphase startet am 1. April 2016. Eine Informationsveranstaltung für Interessenten findet am 10. März 2016 um 16 Uhr an der TUHH statt.
Um geflüchteten Ingenieuren und Ingenieurinnen einen schnellen und zu ihrer Ausbildung passenden Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, entwickelte das TUHH-Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft das Programm „integral“. Fachlich und fachsprachlich werden sie in den Themengebieten Umwelt, Energie und Wasser weitergebildet. „Anhand einer möglichst genauen Analyse der vorhandenen Kenntnisse wollen wir individuelle Lehrpläne erstellen, die auf die Wünsche potentieller Arbeitgeber zugeschnitten sind“, so Professor Martin Kaltschmitt, Leiter des Instituts. So ist auch ein enger Arbeitgeberkontakt durch Messen und Exkursionen ein fester Bestandteil der Weiterbildung. Angestrebt ist, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon während des Programms eine Arbeitsstelle finden.
Das Programm besteht aus den Schwerpunkten fachliche und sprachliche Weiterbildung sowie Arbeitgeberkontakt. In der Weiterbildung werden die fachlichen Kenntnisse mit den Anforderungen möglicher Arbeitgeber verglichen und ein individueller Lehrplan entworfen. In Sprachkursen wird die deutsche Ingenieurssprache vermittelt und zusätzlich durch Sprachtandems gefestigt. Darüber hinaus finden Veranstaltungen zu interkultureller Kompetenz und Arbeitskultur statt. Durch Jobmessen, Exkurse, Bewerbungstrainings und Praktika wird ein enger Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern geschaffen. Das Programm dauert bis zu drei Semester und wird mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Teilnahmebedingung ist ein abgeschlossenes Ingenieursstudium (Bachelor oder Master), gute Deutschkenntnisse (Niveau B1/B2) und eine Aufenthaltserlaubnis.

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen unter www.tuhh.de/iue oder sebastian.timmerberg@tuhh.de. Die Weiterbildung startet zum Wintersemester 2016 mit bis zu 20 Teilnehmern und Teilnehmerinnen und ist kostenfrei. Gesucht sind noch Firmen, die Interesse am Programm haben und im Rahmen dessen Praktika oder Projekte durchführen möchten. Integral wird von der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung gefördert. Siehe auch: www.tuhh.de/iue

ZukunftsTour in Hamburg: Vom Freihandel zu fairem Handel

Olaf Scholz und Dr. Gerd Müller lassen sich das Projekt des Vereins Forum zum Austausch zwischen den Kulturen von Schülerinnen erklären. (Fotos: Jörg Müller, engagement global)
Das Bild zeigt den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller mit Schülerinnen, die Zahnprophylaxe anhand von großen Plastikgebiss und Zahnbürste erklären. Olaf Scholz und Dr. Gerd Müller lassen sich das Projekt des Vereins Forum zum Austausch zwischen den Kulturen von Schülerinnen erklären. (Fotos: Jörg Müller)

Hamburg, 4. September 2015. Großer Andrang in Hamburg: Bereits um 9 Uhr strömten viele Schulklassen in die Fischauktionshalle. Insgesamt besuchten 650 Menschen die ZukunftsTour auf ihrer Station dort. Interessiert verfolgten die Besucherinnen und Besucher die Politikarena, die vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz und Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller eröffnet wurde.

Seinem Grußwort stellte Olaf Scholz die Frage voran: „Was können wir, als Tor zur Welt, für die globale Entwicklung tun?“ Die gestiegene Zahl der Flüchtlinge habe viele Ursachen und Hamburg unternehme viel, um den Flüchtlingen eine Perspektive auf ein sicheres Leben zu geben. Er könne gut die Motivation der Flüchtlinge nachvollziehen getreu dem Zitat aus einem Märchen: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ Der Erste Bürgermeister sprach gezielt die jungen Menschen an: „Sie sind unsere Kernkompetenz.“ Und Hamburg müsse Innovationen in die Welt bringen, wozu die Entwicklung von Produkten, Verfahren und Technik zähle, die in Schwellen- und Entwicklungsländern adaptiert werden können und so zu einer globalen und nachhaltigen Entwicklung beitragen. „Denn lokal ist überall.“

„Hamburg ist ein Leuchtturm für unsere ZukunftsTour“, sagte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller in seiner Rede. Mit seinem Hafen als Tor zur Welt habe Hamburg eine ganz besondere Bedeutung, wenn es um die Frage ginge, wie wir unseren Wohlstand nachhaltig leben. „Das geht von Kaffee über Kakao über unsere Kleidung bis hin zum Elektroschrott, den wir großenteils nach Afrika verschiffen und dort von Kindern auf giftigen Müllhalden auseinandernehmen lassen.“ Müller würdigte Hamburgs Engagement als Fairtrade-Stadt und freute sich besonders auf die Pläne, mit der Olympiabewerbung ein Nachhaltigkeits-Beispiel zu setzen. Er betonte, dass der Weberaufstand im 19. Jahrhundert und die große Not damals den Beginn für soziale Standards in Deutschland setzten. Und dass es heute darum ginge, im Produktionsbereich von Textilien diese damals erkämpften Standards auch Menschen in anderen Ländern zuzugestehen. „Entscheidend ist, dass wir den Markt vom Freihandel zu fairem Handel entwickeln“, sagte der Bundesentwicklungsminister.

In der anschließenden Diskussion wurde neben der Rolle des Konsumenten auch die Rolle der Wirtschaft bei fairem Handel und Produktion thematisiert. Hier plädierte Andreas Streubig von der Otto Group für eine geteilte Verantwortung und befürwortete das Textilbündnis: „Das Tun macht Arbeit! Das gilt auch für Unternehmen. Und ja, es kostet Geld!“ Außerdem an der Diskussion beteiligt waren Jürgen Klimke, Mitglied des Deutschen Bundestages, Maike Röttger von Plan International Deutschland, Klaus Milke von Germanwatch, Friederike Lang von hamburg mal fair und Jakob Berndt von LemonAid.

Lebendig und praxisnah wurde die Vielfalt entwicklungspolitischer Themen in der Zukunftswerkstatt präsentiert, wo engagierte Vereine und Projekte an Lernstationen, Ausstellungen und in Workshops viel Wissenswertes zu fairem Handel, Klimaschutz, Flucht und Migration vermittelten.

„Im Idealfall gibt es in einer gerechten Welt keine Grenzen mehr“, sagt der Schüler Sven. Und für die Besucherin Ilka Kampen steht fest: „Das Thema muss publik gemacht werden, niemand darf die Augen verschließen, denn jeder hat das Recht auf Freiheit, Frieden, ruhigen Schlaf und freien Willen. Es ist schon unfair, wenn wir das haben und andere nicht.“

„Ich bin mit meiner Schulklasse hier und wir nutzen den Tag als Informationsveranstaltung für ein Schulprojekt. Wenn ich mir das Eine-Welt-Spiel anschaue, ist unsere Welt nicht gerecht. Gerecht wäre, wenn jeder das hätte, was er braucht. Wir haben heute viel darüber und über das, was wir tun können, diskutiert“, erklärt die Berufsschullehrerin Maren Klentze-Konow.

Jakob Hamborg macht gerade ein Praktikum bei einer Non-Profit-Organisation in Hamburg und sagt: „Wichtig ist, dass kein Land mehr darauf aus ist, ein anderes auszunutzen, sondern dass Waren zu beiderseitigen Vorteilen getauscht werden. Als Verbraucher kann man viel tun, indem man darauf achtet, wie man kauft.“

Die ZukunftsTour zieht von Hamburg aus weiter. Die nächsten Stationen sind Potsdam und München. Überall geht es dabei um ein Ziel: durch spannende Gespräche und Aktionen weltweite Entwicklungen besser zu verstehen und für nachhaltige Entwicklung – auch durch das Handeln eines jeden Einzelnen – zu werben.

Quelle: http://zukunftstour.zukunftscharta.de/aktuelles/archiv/zukunftstour-in-hamburg-vom-freihandel-zu-fairem-handel-33.html

Fotoalbum auf Flickr: https://www.flickr.com/photos/engagement-global/sets/72157659550765072