Dokumentation der Agenda 2030 Workshop-Reihe “SDGs für Hamburg”

Im November und Dezember 2016 hat die Behörde für Umwelt und Energie fünf Workshops zur Umsetzung der Sustainable Development Goals in Hamburg durchgeführt.Die Dokumentationen sind jetzt auf hamburg.de verfügbar.

Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Behörden sowie der Zivilgesellschaft haben gemeinsam über Schwerpunktthemen und Projektideen für den weiteren Prozess diskutiert. Bei der Ergebnispräsentation am 25.1.2017 wurden die Ergebnisse der Workshops erneut zur Diskussion gestellt.

Workshop-Reihe “SDGs für Hamburg”

Workshops

Hier können Sie sich die Protokolle der Workshops als PDF herunterladen:

Hier können Sie sich die auf den Workshops gezeigten Präsentationen als PDF herunterladen (zip-Datei)

Ergebnispräsentation am 25.1.2017

In einem World Café wurden die Ergebnisse der fünf Workshops präsentiert und diskutiert.

Hier können Sie sich das Protokoll der Veranstaltung herunterladen.

Kommunen, Lernorte und Netzwerke des UNESCO-Weltaktionsprogramms ausgezeichnet

Strukturen stärken

Strukturen stärken – Ausgezeichnete Kommunen, Lernorte und Netzwerke des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung im Porträt. Bonn: Deutsche UNESCO-Kommission, 2017. 127 S.
ISBN 978-3-940785-82-4

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Seit 2016 zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission Kommunen, Lernorte und Netzwerke aus. Ihr Kennzeichen: eine besonders gelungene Umsetzung und langfristige Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Juli 2016 wurden 65 Kommunen, Lernorte und Netzwerke aus dem ganzen Land erstmals ausgezeichnet. Die Publikaktion analysiert die Erfolgskonzepte von elf ausgewählten Kommunen, Lernorten und Netzwerken. Die Porträts zeigen auf, welche Herausforderungen die Ausgezeichneten auf ihrem Weg gemeistert haben und unter welchen Bedingungen eine strukturelle Verankerung gelingen kann. Die Beispiele sollen inspirieren, begeistern und zum Engagement für nachhaltige Entwicklung motivieren.

Zukunftsrat: Hamburg und die Nachhaltigkeitsziele der UN von 2015

Jochen Menzel vom Zukunftsrat Hamburg hat eine Analyse zum Thema Hamburg und der Umsetzung der SDGs formuliert, die hier verfügbar ist:

2017-05-01 Hamburg und die Nachhaltigkeitsziele der UN von 2015

Zusammenfassung

Die Agenda 2030 der UN ist eine ambitionierte, zum Teil sehr konkrete Vision für eine gerechte und menschenwürdige Zukunft. Alle Länder, einschließlich der Industriestaaten sind insofern gleichermaßen „Entwicklungsländer“. Hamburg trägt als wachsende Welthandelsmetropole eine eigene Verantwortung zur Erfüllung dieser Vision – auch wenn es in vielen Bereichen schon bemerkenswerte Fortschritte erreicht hat.

Aus den 169 Unterzielen der Agenda 2030 werden 37 ausgewählt, die nach Auffassung des Zukunfts-rats Hamburg für die Hansestadt als Ansporn und Zielvorgabe eine besondere Relevanz haben. Die kurz gefasste Gegenüberstellung von Unterziel (Soll), status quo (Ist) und einzelnen Maßnahmenvor-schlägen kann nur selektiv und subjektiv sein – eine Anregung zu weiterer Diskussion.

Aus den in Kapitel 6 behandelten Unterzielen lassen sich für Hamburg folgende Themencluster der Agenda 2030 für die langfristige „Transformation unserer Welt“ herausfiltern:

  • die Beseitigung von Armut und sozialer Ungleichheit als Aufgabe der staatlichen Daseinsvorsorge
  • der Klima- und Ressourcenschutz in allen Bereichen – z.B. durch Effizienzsteigerung, Abfallreduzierung, Beseitigung von Verschwendung, Kreislaufwirtschaft
  • die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen
  • die Stärkung des Artenschutzes und Erhaltung der Biodiversität auf hohem Niveau
  • Institutionalisierte Kommunikation über nachhaltige Produktionsverfahren und Konsum- und Lebensstilfragen
  • „Demokratisierung“ staatlicher Entscheidungsfindung durch Inklusion und Partizipation, auch durch Transparenz und ausreichende Datengrundlagen.

Aus der Backcasting-Perspektive 2030 erfordern diese Zielkomplexe Strategien und Maßnahmen, die über die gegenwärtigen Ansätze hinausgehen. Ein business as usual würde der „beispiellosen Reichweite und Bedeutung“ der UN-Agenda nicht gerecht. Um die Zielstellung dieser Themencluster in Staat und Gesellschaft zu bewerben, zu operationalisieren, umzusetzen und über Indikatoren zu eva-luieren, bedarf es eines längerfristigen partnerschaftlichen staatlich / gesellschaftlichen Verständi-gungsprozesses. Ohne ausreichende personelle, fachliche und organisatorische Ressourcen aus allen Ressorts wird das nicht gelingen.

Zivilgesellschaftliches Engagement muss „auf Augenhöhe“ beteiligt werden, ohne Ehrenamtlichkeit zu überfordern. Nach der Hamburger Verfassung tragen Bürgerschaft, Senat und Behörden die demokratische Gesamtverantwortung und letzte Entscheidungskompetenz für die Stadt. Ihnen obliegt damit auch eine Vorreiter- und Motivatorrolle für alle Hamburgerinnen und Hamburger. Ihnen obliegt jedoch auch, für eine nachhaltige Entwicklung neue Formen der zivilgesellschaftlichen Teilhabe zwischen repräsentativer Parteiendemokratie und Volksgesetzgebung in Einzelfragen zu institutionalisieren.

Dokumentation des 1. #Hamburger Ratschlags zur #2030-Agenda

Was muss Hamburg tun, um die Nachhaltigkeitsziele (SDG) der 2030-Agenda umzusetzen?

Gemeinsame Forderungen und Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 in Hamburg durch die Hamburger Politik

Die #Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016 ist jetzt hier verfügbar: dokuratschlagsdghh2016 (PDF, 7 MB)

Doku Ratschlag Nov2016
Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016

 

 

Nach Habitat III: Wie geht es weiter mit der New Urban Agenda?

Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN).
Dienstag, 14. Februar 2017, 17:30 Uhr,
Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, Jägerstraße 1-3, 10117 Berlin

Weltweit sehen sich Städte unvergleichlichen sozialen, demographischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen ausgesetzt. In den letzten Jahren hat der Grad der Urbanisierung und der Zuwanderung vom Land in die Städte in hohem Maße zugenommen. Seit einigen Jahren gibt es global erstmalig mehr Stadt- als Landbewohner. Und der Trend der Verstädterung verstärkt sich noch.

Vor diesem Hintergrund fand im Oktober 2016 nach den Konferenzen in Vancouver 1976 und Istanbul 1996 in Quito/Ecuador die sogenannte „Habitat III“-Konferenz statt. Mit der Verabschiedung einer „New Urban Agenda“ durch die Staatengemeinschaft, vorbereitet durch das Stadtentwicklungsprogramm der Vereinten Nationen HABITAT, verbindet sich das Ziel weltweit eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Viele verschiedene Lebensbereich sind betroffen: Verkehr, Bauen, Umweltschutz, Mieten, Integration. Neben den Gästen auf dem Podium werden auch die Mitglieder des UN HABITAT Youth Advisory Board (YAB) – sechzehn junge Erwachsene, die sich in ihren Ländern für nachhaltige urbane Entwicklung engagieren, zu Gast sein.

Teilnahme nur nach Anmeldung über das DGVN-Onlineformular. Bitte bringen Sie zur Veranstaltung ein Ausweisdokument mit und haben Sie außerdem Verständnis, dass nur ein begrenztes Teilnehmerkontingent zu Verfügung ist und damit kein Anspruch auf Teilnahme besteht.

Bezahlbarer und bedarfsgerechter Wohnraum ist ein Hauptanliegen Hamburgs

Auswertung des Online-Dialogs 2016

Deine Ideen für Hamburg 2030

Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Online-Dialogs „Deine Ideen für Hamburg 2030“. Über 1.300 Hamburgerinnen und Hamburger haben sich über das Demografie-Konzept „Hamburg 2030“ informiert und über die Zukunft der Stadt mitdiskutiert. Besonderes Anliegen waren die Themen Wohnen sowie Mobilität und Verkehr. Die Verfügbarkeit von bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum ist für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer quer durch alle Generationen vordringlich.

„Ich freue mich, dass viele Hamburgerinnen und Hamburger die Gelegenheit zum Dialog genutzt haben und sich intensiv mit der Zukunft unserer Stadt auseinandersetzen“, so Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Es gab viele sehr konkrete Beiträge und Anregungen. Diese geben uns nicht nur einen Einblick in das, was die Hamburgerinnen und Hamburger beschäftigt. Die Beiträge machen auch das große Potenzial an innovativen und kreativen Ideen für ein gutes Zusammenleben aller Generationen in Hamburg deutlich. Die Anregungen sollen in die Fortschreibung des Demografie-Konzeptes einfließen.“

Ziel des Beteiligungsverfahrens im September war es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern neue Strategien zum Zusammenleben zu entwickeln und einer sich stetig verändernden Gesellschaft und zunehmenden kulturellen Vielfalt zu begegnen. Neben 375 Beiträgen im Online-Dialog wurden 588 Antworten auf die Kurzumfragen eingestellt. Zusätzlich wurden 72 Kommentare zu Wortbeiträgen und 99 Bewertungen abgegeben. Im Vergleich zu anderen Online-Dialogen, in denen in einem vergleichbaren Zeitraum von vier Wochen in seltenen Fällen über 1.000 Wortbeiträge eingehen, ist diese Beteiligung ein gutes Ergebnis. Parallel zur Online-Umfrage bestand auch die Möglichkeit, sich an Informationsständen in der Stadt direkt zu informieren und zu beteiligen.

Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen ist die Verfügbarkeit von bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum vordringliches Thema. Exemplarisch wurden mehr Wohngemeinschaften für ältere Menschen und Mehrgenerationenhäuser gewünscht. Die gute wohnortnahe Versorgung wurde als positiver Aspekt für das Älter Werden in Hamburg hervorgehoben. Weitere Wünsche waren der barrierefreie Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der Erhalt von Grünflächen als Orte der Begegnung und Erholung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Personen äußerten auch konkrete Vorschläge und Wünsche für die Gestaltung ihres Wohnumfeldes und das nachbarschaftliche Miteinander. Kleine, verkehrsberuhigte Quartiere mit kurzen Wegen, guten Versorgungsmöglichkeiten und einer Infrastruktur, die den Bedarfen unterschiedlicher Generationen gerecht wird, wurden ebenso beschrieben wie der Wunsch nach Nachbarschaftsbörsen für Unterstützungsangebote oder generationenübergreifenden, stadtteilbezogenen Begegnungsorten mit Cafés und zusätzlichen Beratungsangeboten.

Senatorin Prüfer-Storcks: „Die Ergebnisse des Online-Dialogs zeigen, dass wir mit dem Demografie-Konzept „Hamburg 2030: Mehr. Älter. Vielfältiger.“ auf einem guten Weg sind. Mit dem Konzept haben wir bereits viele Themen aufgegriffen, die den Hamburgerinnen und Hamburgern wichtig sind. Daran können wir jetzt anknüpfen.“

Die zahlreichen Anregungen werden nun daraufhin geprüft, wie sie in die Fortschreibung des Demografie-Konzepts aufgenommen werden können. Der Folgebericht soll im Jahr 2017 fertiggestellt werden.

Weitere Informationen und Ergebnisse des Online-Dialogs stehen in Kürze unter anderem zur Verfügung unter www.hamburg-2030.de.

Quelle: http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/7786394/2016-12-29-bgv-hamburg2030/

Mobilitätstrends für die Metropolregion Hamburg

Die Zukunft fährt nachhaltig

Regionalkonferenz präsentiert Mobilitätstrends für die Metropolregion Hamburg

Unter dem Titel „Nachhaltige Mobilität“ geht es bei der diesjährigen Regionalkonferenz um die zentralen Fragen von Mobilität und Erreichbarkeit in der Metropolregion Hamburg. Fachleute aus Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis diskutieren unter anderem mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering.

Um gemeinsames Handeln anzuregen, erwarten die Teilnehmer auf der diesjährigen Regionalkonferenz neue gesellschaftspolitische Denkansätze, technische Lösungen, wissenschaftliche Hintergründe und innovative Ideen.

Eröffnet wird die Konferenz durch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering. Einleitend stimmt Prof. Dr. Dirk Vallée von der RWTH Aachen University die Zuhörer auf die Mobilitätswelt von morgen ein. Am Nachmittag geht es in sechs Foren um Themen wie Digitalisierung, Mobilitätsmanagement, Verkehrsvermeidung, Erreichbarkeit im Ländlichen, Elektromobilität und Radverkehr. Kurze Impulsreferate aus Wirtschaft, Planung und Wissenschaft, fachkundige Moderatoren und die Gäste der Konferenz beleuchten gemeinsam die zentralen Herausforderungen rund um das Thema Mobilität.

Alle Informationen finden Sie hier: http://metropolregion.hamburg.de/regionalkonferenz

Hamburger Integrationskonzept wird weiterentwickelt

Das Hamburger Integrationskonzept von 2013 wird weiterentwickelt. Die „Erstintegration“ von Geflüchteten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ankunft wird neu in das Konzept aufgenommen. Wie seine Vorgänger wird das neue Konzept zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Akteuren entstehen. Dazu wurde ein reiter Beteiligungsprozess gestartet – online und offline. Anregungen können bequem über eine Online-Umfrage auf http://www.hamburg.de/integrationskonzept eingereicht werden. Auf dieser Internetseite kann jede und jeder ab sofort Anregungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Integrationskonzeptes einreichen. Die Umfrage ist sechs Wochen lang (bis Mitte Dezember 2016) online und steht auch in englischer Sprache zur Verfügung. Alle Anregungen werden anschließend ausgewertet und fließen in die Erarbeitung des neuen Konzepts ein.

Workshop: Nachhaltige Stadtentwicklung

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Moderation: Karsten Weitzenegger, SID Hamburg
Impuls: Dr. Jochen Menzel, Zukunftsrat Hamburg

11Ziel 11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Die UN-Agenda 2030 setzt mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung neue Maßstäbe für  die  Stadt-,  Regional-  und  Kommunalpolitik:  Städte  und  Siedlungen  sind  inklusiv, sicher,  widerstandsfähig  und  nachhaltig  zu  gestalten  (Ziel  11);  soziale  Ungleichheit abzubauen  (Ziel  10);  Zugang  zu  bezahlbarer,  verlässlicher,  nachhaltiger  und zeitgemäßer  Energie  für  alle  zu  sichern  (Ziel  7);  eine  belastbare  Infrastruktur aufzubauen  (Ziel  9);  inklusive  und  nachhaltige  Industrialisierung  zu  fördern  und Innovationen  zu  unterstützen  (Ziel  9).  Nach  dem  Weltsiedlungsgipfel  Habitat  III  im Oktober  2016  gibt  es  mit  der  New  Urban  Agenda  (NUA)  einen  stadtpolitischen Folgeprozess, der direkt Bezug auf die Umsetzung des Ziel 11 Bezug nimmt. Städte wachsen weltweit. Bis 2030 werden fast zwei Drittel der Menschheit in Städten wohnen. Ob die Transformation der Welt hin zu mehr Nachhaltigkeit gelingt, wird in den Städten entschieden. Städte sind nicht nur lokale, sondern auch globale Akteure und  Treiber  der  Entwicklung.  Die  Herausforderungen  der  sozialen  Integration, Stabilität,  Sicherheit,  Gesundheit,  Zuwanderung  und  Teilhabe  der  Stadtbevölkerung verlangen neue politische Antworten und transformative Maßnahmen, die die Art und Weise, wie wir Städte nutzen, bauen und organisieren, verändern. Dazu brauchen wir einen gesellschaftlichen Such- und Lernprozess.

Der  Wissenschaftliche  Beirat  Globale  Umweltveränderungen (WBGU)  der  Bundesregierung  stellte  sein  Jahresgutachten  2016  unter  das  Thema  „Der  Umzug  der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“. Er fordert strategische Änderungen in drei Dimensionen: Neben der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und der demokratischen Teilhabe ist für ihn die Dimension der „Eigenart“ zentral. Sie soll es ermöglichen, dass (a) Menschen in den räumlichen Strukturen Selbstwirksamkeit und urbane  Lebensqualität  für  sich  empfinden,  dass  sich  (b)  Ortsidentität  und  soziale Kohäsion entwickeln können und dass (c) soziale sowie ökonomische Kreativitäts- und Innovationspotenziale  durch  ortsgebundene  Interaktionen  zwischen  Akteuren verschiedener gesellschaftlicher Sphären gestärkt werden.

Stadtentwicklung Hamburg

Hamburg  möchte  eine  grüne,  gerechte,  wachsende  Stadt  am  Wasser  sein.  Es  hat jedoch Probleme, allen Menschen in der Stadt den Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum zu gewährleisten (Ziel 11.1).

Bis  2030  wird  ein  Anstieg  der  Einwohnerzahl  auf  rund  1,85  Mio.  erwartet.  55.000 Haushalte suchen jährlich eine neue Wohnung. Für über 10.000 Dringlichkeitsfälle – einschließlich Obdachlosigkeit – gibt es jährlich nur ca. 3.100 gebundene Wohnungen mit Belegungsrechten. Trotz des „Drittel-Mixes“ beim Wohnungsneubau fehlen immer mehr Sozialwohnungen:  Die  alten  Bindungen  laufen  aus,  für  ca. 400.000 §5-Schein-Berechtigte  gibt  es  weniger  als  80.000  Sozialwohnungen.  Die  Mieten  der  freifinanzierten Wohnungen steigen rasant, trotz Mietpreisbremse und Neubau. Viele günstige Mietwohnungen  werden  luxussaniert  oder  in  Eigentumswohnungen  umgewandelt und für die bisherigen Mieter unbezahlbar. Zusätzlich  musste  Hamburg  61.600  Flüchtlinge  (2015)  aufnehmen,  21.000  davon haben  einen  Unterbringungsanspruch.  Viel  zu  lange  müssen  sie  in  Erstaufnahmeeinrichtungen  warten,  da  ausreichend  Folgeunterkünfte  fehlen.  Immerhin  kann  die Stadt  durch  den  Kompromiss  in  den  Verhandlungen  mit  den  Initiativen  diese  Bautätigkeit fortsetzen. Damit wurde die Spaltung der Stadt durch einen Volksentscheid abgewendet.  Zuwanderung  und  Flüchtlinge  zwingen  uns  dazu,  grundlegend  neu  über  Stadtentwicklung nachzudenken. In welcher Stadt wollen wir leben?

Wohnungsneubau wird kompakter, dichter und höher, weil Grundstücke in Hamburg teuer sind und Bauen auf Naturflächen möglichst vermieden werden soll. Umso wichtiger ist die Qualität der verbleibenden Freiräume. Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr müssen zusammen gedacht  werden.  Das  Senatskonzept  „Teilhabe,  Interkulturelle  Öffnung  und  Zusammenhalt“ ist ein guter sozialpolitischer Ansatz. Aber es fehlt ein staatlich-zivilgesellschaftlicher  Dialogprozess  zur  Erarbeitung  einer  umfassenden  Nachhaltigkeitsstrategie.

Wichtige Links

Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

ratschlagDie Zukunft, die wir wollen – das Hamburg, das wir brauchen –

Hamburger Ratschlag zur
Umsetzung der UN-Agenda 2030
für nachhaltige Entwicklung

Freitag, den 18. November 2016
15.30 Uhr bis 21.00 Uhr
Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Der Marie-Schlei-Verein, das Eine Welt Netzwerk Hamburg, die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik und der Zukunftsrat Hamburg laden ein:  einladung-ratschlag-agenda2030_final

Was muss Hamburg tun, um die Nachhaltigkeitsziele (SDG) der Agenda umzusetzen?

15.30 Uhr  Begrüßung Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Marie-Schlei-Verein
Einführung Thilo Hoppe, MdB a.D., Brot für die Welt

16.30 Uhr  Fünf parallele Werkstattgespräche zu den SDG-Querschnittsthemen
(Vorschläge aus den unterschiedlichen Perspektiven zu diesen Themen finden sich auf den folgenden Seiten)

19.00 Uhr  Abschlussrunde im Plenum

  • Gemeinsame Forderungen und Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 in Hamburg durch die Hamburger Politik.
    Moderation: Karin Heuer, Heinrich-Böll-Stiftung

Anmeldungen  bitte  an  Bianca  Percic  (EWNW)  mit  Angabe  des bevorzugten Workshops: bianca.percic@ewnw.de

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Links und weiterführende Informationen

  • UN-Agenda 2030 (deutsch)
  • Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung; Stellungnahme der Zivilgesellschaft

Habitat III-Konferenz beschließt Neue Urbane Agenda

Weltgemeinschaft einigt sich auf Leitplanken für soziale und ökologische Stadtentwicklung

Quito,  20.10.2016 (WBGU) –  Mit der heute in Quito auf der „UN-Konferenz über Wohnraum und nachhaltige urbane Entwicklung (Habitat III)“ verabschiedeten „Neuen Urbanen Agenda“ (New Urban Agenda) konnte sich die internationale Staatengemeinschaft auf einige wichtige Politikziele einigen: die Handlungsfähigkeit von Städten, die inklusive und menschengerechte Siedlungsentwicklung und der Ressourcenschutz sollen vorangebracht werden. Es gelang jedoch in Ecuador nicht, die Urbanisierung zu einem zentralen Thema der Weltpolitik zu machen: Bezeichnenderweise fiel die weltweite Berichterstattung über die Habitat-Konferenz schwach aus, gerade im Vergleich mit Klimakonferenzen oder dem TTIP-Prozess. Auch wurde die große Dringlichkeit des strategischen Umsteuerns nicht berücksichtigt, denn die Staaten haben vereinbart, dass die nächste Zusammenkunft dieser Art erst in 20 Jahren stattfinden soll!

 „Die `New Urban Agenda´ weist substantielle Defizite auf, die es in der Umsetzung zu überwinden gilt. Es fehlt vor allem an einer langfristigen Vision und konkreten Zielvorgaben, an denen sich ein verbindliches Engagement der einzelnen Staaten explizit messen lässt. Außerdem sind wichtige Themen, wie beispielsweise integrative Stadtentwicklung, die Vermeidung nicht-nachhaltiger Pfadabhängigkeiten, die Stärkung polyzentrischer Strukturen oder der Umgang mit Informalität, nicht oder kaum im Text angesprochen“, so Frauke Kraas, Mitglied des WBGU.

 „Globaler Umwelt- und Klimaschutz taucht lediglich erratisch in der Agenda auf, die somit weit hinter vergleichbare internationale Abkommen zurückfällt. Das Dokument macht nicht deutlich, dass es eines Paradigmenwechsels bedarf in der Art, wie Städte gebaut und gestaltet werden, um die planetaren Leitplanken zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen nicht zu durchbrechen“, stellt Hans Joachim Schellnhuber, Vorsitzender des WBGU fest. „Fast scheint es so, als hätte man den historischen Klimavertrag von Paris bewusst ausgeblendet“.

Mit dem nun beschlossenen Umsetzungsplan (Quito Implementation Plan) gelang zwar ein erster Schritt in Richtung Realisierung der Agenda. Jetzt kommt es aber darauf an, dass Vorreiterstädte die Urbanisierungsdynamik mit einem kraftvollen Maßnahmenbündel nachhaltig gestalten. Auch durch internationale Zusammenarbeit kann der globale Urbanisierungsschub in richtige Bahnen gelenkt werden. Die deutsche Initiative für klimaverträgliche und inklusive Mobilitätsinvestitionen ist dafür ein gutes Beispiel.

Die Ziele der Agenda 2030 und des Pariser Klimaschutzabkommens werden nicht erreichbar sein, wenn es nicht gelingt die Städte zu zentralen Akteuren der Nachhaltigkeitspolitik zu machen. Habitat III war leider noch nicht der erhoffte Durchbruch auf diesem Problemfeld“, so Dirk Messner, Vorsitzender des WBGU.

Die Rolle der Zivilgesellschaft

Die Zivilgesellschaft forderte Partizipation in Planungs- und Umsetzungsprozessen und Mitsprache auf Augenhöhe ein und unterstrich die Relevanz, die dies für die nachhaltige Entwicklung in Städten weltweit hat. Denn die Menschen in Städten oder informellen Siedlungen haben eine dezidierte Sicht auf lokale Probleme und sollten als Experten und urbane Designer in Planungen mit einbezogen werden. In der Stärkung ihrer Handlungskapazitäten und der Senkung von Vulnerabilität liegt eine der großen Herausforderung der kommenden Jahre. Entgegen der Erwartungen wurde an der New Urban Agenda nichts mehr verhandelt. Das letzte Dokument vom September 2016 wurde fast unverändert angenommen, kritisierte Annegrt Zimmermann von Brot für die Welt.

Hintergrund: Die Neue Urbane Agenda

Die Neue Urbane Agenda enthält eine breite Palette urbaner Aktionsfelder – von der Schaffung guter Lebensqualität in allen Städten über die Beseitigung urbaner Armut durch Versorgungssicherheit bis zur Umsetzung gleicher Zugangsrechte zu Infrastrukturen für alle Stadtbewohner im Dienste nachhaltiger Stadtentwicklung. Die zentralen Anliegen der deutschen Position wurden während der mehrmonatigen Verhandlungen in der Agenda verankert: Städte als Akteure befähigen, Städte lebenswert gestalten und nachhaltige Stadtentwicklung sicherstellen.

Netzwerk21Kongress: Globale Nachhaltigkeitsziele in den Kommunen verankern, Dortmund 27-28 Oktober 2016

Globale Nachhaltigkeitsziele – von der UN ins Quartier

10. bundesweiter Fortbildungs- und Netzwerkkongress für lokales Nachhaltigkeitsengagement am 27. bis 28. Oktober 2016 in Dortmund, netzwerk21kongress.de

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Mit der Verabschiedung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen existiert ein neuer Referenzrahmen zur Gestaltung einer umweltfreundlichen, sozial gerechten, ökonomisch erfolgreichen und kulturell vielfältigen Gesellschaft. Zugleich sind mit der 2030-Agenda erstmals alle Nationalstaaten und alle gesellschaftlichen Akteure aufgefordert, an der Zielerreichung mitzuwirken. Doch wie kann diese Mitwirkung an der globalen Agenda auf allen Ebenen bis hinein ins Quartier gelingen?

Dem Umsetzungsprozess der globalen Nachhaltigkeitsziele und den daraus resultierenden Fragen und Diskussionen wird auf dem Netzwerk21Kongress 2016 ein besonderer Schwerpunkt eingeräumt. Dabei stellen wir uns ausgewählten Fragen um Strategien, Handlungsfelder und Aktionen lokalen Nachhaltigkeitsengagements:

  • Wie können die Globalen Nachhaltigkeitsziele über Strategien vor Ort be- und gefördert werden?
  • Wie können die Erfordernisse der 2030-Agenda wie Klimaschutz, Integration, Mobilität, Biodiversität und Armutsbekämpfung auch auf Quartiersebene gelöst werden?
  • Wie kann es gelingen, neue Kooperationen, Partnerschaften und Bündnisse zu schaffen und zu stärken?
  • Diskutieren Sie, wie sich die globalen Nachhaltigkeitsziele in den Kommunen verankern lassen, wie Quartiere für die neuen Herausforderungen gestärkt werden können und warum Suffizienz und ein gutes Leben zusammengehören.

    Bereits zum 10. Mal treffen sich Nachhaltigkeitsakteure aus Kommunen, NGOs und Initiativen, um Strategien mit Leben zu füllen und Akteure mit Ideen und Projekten für die Zukunft zusammenzuführen. Das Jubiläum zeigt uns, dass das Format – ein Nachhaltigkeitskongress mit Engagierten aus Politik, Zivilgesellschaft, Kommunen, Wissenschaft und Unternehmen – ein großer Erfolg ist. Jährlich wechselnde Städte und Bundesländer haben sich gemeinsam mit dem Kongressteam mit ihren Ideen und Innovationen zur Nachhaltigkeit in den Kongress eingebracht und diesem ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Sie alle zeigen und zeigten uns die Vielfalt eines bunten und vielfältigen Nachhaltigkeitsengagements.

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