Einladung: Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der Agenda 2030, 7. April 2017, Bürgersaal Wandsbek

Einladungsflyer_Ratschlag_2_2017-1

Liebe Interessierte an der lokalen Umsetzung der SDGs in Hamburg,

Einladung zum Hamburger Ratschlag 2 hier herunterladen (pdf, 1300 KB)

um an unseren Ratschlag im November 2016 anzuknüpfen und gemeinsam konkrete Forderungen an die Hamburger Politik zu formulieren, wird der zweite Hamburger Ratschlag „Die Zukunft, die wir wollen- das Hamburg, das wir brauchen – Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“

am Freitag, 7. April 2017, von 13:00 bis ca. 19:00 Uhr
im Bürgersaal Wandsbek, Am Alten Posthaus 4, 22041 Hamburg stattfinden. Der Saal liegt hinter dem Bezirksamt Wandsbeck, nicht mit dem Bürgerhaus zu verwechseln.

Hierzu laden wir Sie herzlich ein!

Der Ratschlag richtet sich primär an Vertreter_innen zivilgesellschaftlicher Vereine, Initiativen und Organisationen.

Vorgesehen ist folgender Ablauf:

  1. Begrüßung
  2. Einführung über die UN Agenda 2030 und die Umsetzung der Nachhaltigkeits­agenda der Bundesregierung durch Frau Dr. Imme Scholz (Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung & stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE))
  3. Kaffeepause
  4. Fünf parallele Workshops zur Formulierung von Forderungen zu den SDG-Querschnittsthemen
  • Umwelt, Klimaschutz und Energie
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen
  • Menschenrechte, Wirtschaft und Arbeitswelt
  • Nachhaltige Stadtentwicklung
  • Ungleichheit beenden, Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit
  1. Abschlussrunde im Plenum: Zusammenführung der Forderungen aus den Themen-Workshops

Die Gesamtmoderation im Plenum übernimmt Frau Dr. Anke Butscher.

Der Einladungsflyer des Ratschlags ist angehängt. Vertiefende Links und Informationen zu den verschiedenen Themenbereichen finden Sie unter www.2030hamburg.de. Dort sind auch erste Forderungen an den Hamburger Senat zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda zusammengefasst.

Zudem finden Sie die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie unter https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2017/01/2017-01-11-nachhaltigkeitsstrategie.pdf?__bob=publicationFile&v=7

Wir bitten um eine Anmeldung bis Freitag, den 31.03.2017, unter Angabe des Workshops, in dem Sie mitarbeiten möchten, an bianca.percic@ewnw.de.

Mit freundlichen Grüßen,

die Veranstalterinnen des Hamburger Ratschlags

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath (Marie-Schlei-Verein), Stephanie Gokel (Zukunftsrat), Naciye Demirbilek (W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik) und Bianca Percic (Eine Welt Netzwerk Hamburg)

 

 

Forderungen an den Hamburger Senat zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda

Zur Vorbereitung für Forderungen an den Hamburger Senat zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda in Hamburg, nachstehend einige Vorschläge, die beim Ratschlag am 7. April 2017 als Grundlage dienen sollen.

Einladungsflyer_Ratschlag_2_2017-1

AG 1: Umwelt
-Hamburg stellt einen Klimaplan zur ernsthaften Umsetzung des Pariser Klimaabkommen auf
-pro Hamburger sollen dabei im Durchschnitt bis 2050 nicht mehr als 100t CO2 emittiert werden
-Hamburg führt ein regelmäßiges Monitoring zum Erfolg des Klimaplans durch
-Hamburg organisiert über einen Diskussionsprozess die gerechte Lastenverteilung für den Klimaschutz
-Hamburgs gerechter Lasten-Verteilungsplan wird von der Bürgerschaft beschlossen
AG 2: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globales Lernen
– Die Zivilgesellschaft wird am Steuerungsprozesszur Umsetzung des Ziels 4/4.7 der Agenda 2030 beteiligt, insbesondere an der Konzeption des Hamburger Masterplans BNE zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE 2015-2019.
– Der National Aktionsplan BNE sowie dervon der Kultusministerkonferenz verabschiedete Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bilden das Bezugssystem für denHamburger Masterplans BNE.
– Die Hamburger Bildungseinrichtungen und Behörden werden im Sinne eines ganzheitlichen BNE-Ansatzes (Whole Institutional Approach) weiterentwickelt und die dafür notwendigen Ressourcen werden bereitgestellt.
– BNE wird als Grundorientierung und übergreifendes Bildungszielim Orientierungsrahmen Schulqualitätund in den Bildungsplänen für jedes Unterrichtsfach verankert.
– BNE wird strukturell in der Aus-, Fort-, und Weiterbildung von Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und MultiplikatorInnen verankert.

AG 3: Wirtschaft, Arbeit und Menschenrechte
– Nachhaltigkeit in Vergabegesetz und Wirtschaftsförderung festschreiben
– Anerkennung eines regionalen Wohlfahrtsindex neben dem BIP zur Steuerung der Stadt in Kombination mit HEINZ (Zukunftsrat)
– Ethisches Investment weiterentwickeln
– Stärkung der regionalen Wirtschaft via Metropolregion
– Umweltleitfaden zum Nachhaltigkeitsleitfaden umschreiben
– Schaffung von Öffentlich geförderter Beschäftigung

AG 4: Stadtentwicklung
– Bezahlbarer Wohnraum: mindestens 150.000 Wohnungen mit sozialer Bindung, davon 5.000 für Dringlichkeitsfälle
– Planungsansatz: Konkrete integrierte und geschlechterdifferenzierte Raum(entwicklungs-) planungen, verbindlich innerhalb der Metropolregion beschließen und umsetzen
– Grünflächen und öffentliche Räume: Verdichtung der Siedlungsstruktur bei Zusammenhalt der Grün-und Naturflächen; Naturschutzflächen unantastbar lassen („rote Linien“)
– Nachhaltige Verkehrssysteme: Verkehrsentwicklungsplan konsequent mit Vorrang der nicht-motorisierten Mobilität, der Inklusion, dem Lärmschutz, der Minderung von CO²-Emissionen und Luftverschmutzung. Probeweise Sperrbezirke für den Pkw-Verkehr in der Innenstadt
– Senkung der Umweltbelastung: Maßnahmen zur Einhaltung der europäischen Grenzwerte zur Luftreinhaltung und Lärm, notfalls auch gegen Interessen der Privatwirtschaft
AG 5: Armutsbekämpfung Ungleichheitund Geschlechtergerechtigkeit:
– Halbierung der Armut
– Eigenständige soziale Sicherung
– Gender-Budgeting im Hamburger Haushalt
– Stopp der Gewalt gegen Frauen
Die in den AGs dann erarbeiteten Forderungen werden in der abschließenden Plenardiskussion beraten.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an dem 2. Hamburger Ratschlag!

Logos Ratschlag Hamburg

Save the date: Zivilgesellschaftlicher Ratschlag SDG Hamburg am 7. April 2017

Liebe Interessierte an der lokalen Umsetzung der SDGs in Hamburg,

um an unseren Ratschlag im November 2016 anzuknüpfen und gemeinsam konkrete Forderungen an die Hamburger Politik zu formulieren, wird der zweite Hamburger Ratschlag „Die Zukunft, die wir wollen- das Hamburg, das wir brauchen – Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“

am Freitag, den 07.April 2017, von 13:00 bis ca. 19:00 Uhr im Bürgerhaus Wandsbek stattfinden.

Bitte merken Sie sich bei Interesse diesen Termin vor.

Der Ratschlag richtet sich primär an Vertreter_innen zivilgesellschaftlicher Vereine, Initiativen und Organisationen.

Vorgesehen ist folgender Ablauf:

  1. Begrüßung
  2. Einführung über die UN Agenda 2030 und die Umsetzung der Nachhaltigkeits­agenda der Bundesregierung durch Frau Dr. Imme Scholz (Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung & stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE))
  3. Kaffeepause
  4. Fünf parallele Workshops zur Formulierung von Forderungen zu den SDG-Querschnittsthemen
  • Umwelt, Klimaschutz und Energie
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen
  • Menschenrechte, Wirtschaft und Arbeitswelt
  • Nachhaltige Stadtentwicklung
  • Ungleichheit beenden, Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit
  1. Abschlussrunde im Plenum: Zusammenführung der Forderungen aus den Themen-Workshops

Die Gesamtmoderation im Plenum übernimmt Frau Dr. Anke Butscher.

Zur vertiefenden Information finden Sie die Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie unter
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2017/01/2017-01-11-nachhaltigkeitsstrategie.pdf?__bob=publicationFile&v=7

Die Einladung sowie weitere Informationen folgen.

Fragen und Rückmeldungen bitte an Bianca Percic, Eine Welt Netzwerk Hamburg, eMail: bianca.percic@ewnw.de

Mit freundlichen Grüßen,

die Veranstalterinnen des Hamburger Ratschlags

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath (Marie-Schlei-Verein), Stephanie Gokel (Zukunftsrat), Naciye Demirbilek (W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik) und Bianca Percic (Eine Welt Netzwerk Hamburg)

Die Dokumentation des Hamburger Ratschlags vom 18. November 2016 ist hier:

 

Zukunftsrat: Hamburgs Hausaufgaben für den G20-Gipfel

Von den 169 UN-Zielen für eine gerechte und menschenwürdige Entwicklung stellt der Zukunftsrat Hamburg jene vor, die eine besondere Herausforderung für Hamburg enthalten. Von der Armutsbekämpfung über den Klima-, Ressourcen- und Artenschutz bis zu nachhaltigen Produktions- und Konsummustern sowie beteiligungsfreundlichen Entscheidungsstrukturen.

2015 beschlossen die Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 eine lange Liste von Zielvorstellungen für eine gerechtere zukunftsfähige Welt von morgen. Nach dem Plan der Bundesregierung  soll auf dem G20-Gipfel in Hamburg die Umsetzung dieser Ziele erörtert werden. Die Behörde für Umwelt und Entwicklung hat die Aufgabe,  dies für Hamburg vorzubereiten.


In einer Kurzstudie nimmt der Zukunftsrat Hamburg  die Agenda 2030 und ihre 169 Unterziele wörtlich – als konkrete Aufforderungen an alle Länder, Regionen und Gesellschaften zu einer „Transformation unserer Welt“ (UN-Text)

2017-05-01 Hamburg und die Nachhaltigkeitsziele der UN von 2015

Dokumentation des 1. Hamburger Ratschlags zur 2030-Agenda

Was muss Hamburg tun, um die Nachhaltigkeitsziele (SDG) der 2030-Agenda umzusetzen?

Gemeinsame Forderungen und Handlungsfelder zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 in Hamburg durch die Hamburger Politik

Die #Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016 ist jetzt hier verfügbar: dokuratschlagsdghh2016 (PDF, 7 MB)

Doku Ratschlag Nov2016
Dokumentation des Ratschlags der Zivilgesellschaft vom 18. November 2016

 

 

Workshop: Ungleichheit beenden, Armutsbekämpfung und Geschlechtergerechtigkeit

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Impulse:  
Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Marie-Schlei-Verein  
Wiebke Krause, Paritätischer Wohlfahrtsverband  
Cornelia Creischer, Landesfrauenrat

1Ziel 1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden Ziel 5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen Ziel 10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern Die neue Dimension von gesellschaftlicher Ungleichheit ist eine der größten Fehlentwicklungen  unserer  Zeit.  Sie  trennt  Regionen,  Länder  und  Gesellschaften  innerhalb von  Staaten.  Sie verstärkt auch  die  Ungleichheit  zwischen  Männern  und  Frauen.

10Zu Recht will Ziel 10 mit seinen Unterzielen dazu beitragen, Ungleichheiten abzubauen – weltweit. Armut beenden ist weiterhin das prioritäre Ziel Nr. 1 und muss vor allem auf globaler Ebene abgebaut werden. Dennoch definiert das Ziel unter 1.2 den Anspruch die Armut nach nationalen Kategorien zu halbieren. So muss auch in Hamburg das Ziel 1 in seiner Bedeutung erkannt und umgesetzt werden. Hamburg – eine Stadt ohne Armut sollte das Ziel sein.

5Gleichberechtigung von Frauen und Männern als ein eigenes Ziel und als Querschnittsaufgabe  für  alle  Ziele  heißt  Ziel 5,  das  in  Bezug  auf  Frauenarmut,  Alleinerziehende, Lohnungleichheit, Sorgewirtschaft und Führungspositionen auch in seiner Umsetzung für Hamburg eine Herausforderung ist.

Armut überwinden auch in Hamburg

Arm  sind  in  der  EU  all  jene,  die  über  so  geringe  Mittel  verfügen, „dass  sie  von  der Lebensweise  ausgeschlossen  sind,  die  in  dem  Mitgliedstaat,  in  dem  sie  leben,  als Minimum  annehmbar  ist“  (Kommissionsbericht  der  Europäischen  Gemeinschaft, Brüssel  1983).  Das  ist  statistisch  dann  der  Fall,  wenn  jemand  über  weniger  als  60 Prozent des mittleren Einkommens einer Gesellschaft verfügt. Immer mehr Menschen in Deutschland fallen unter diese Definition. Sie sind arm. Wie passt das zur allseits gepriesenen wirtschaftlich guten und stabilen Entwicklung? Nicht  nur  Bruttoinlandsprodukt  und  Einkommen  steigen,  sondern  auch  die  Armutsquote, so der Bericht des Paritätischen Gesamtverbands vom Februar 2015. Mit 12,5 Millionen Menschen hierzulande gelten so viele als arm, wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Es sind 15,5 Prozent der Bevölkerung, die laut Bericht unterhalb der  Armutsgrenze  leben;  und  das  im  viertreichsten  Land  der  Welt,  das  zudem  die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in Europa aufweist.  Auch die OECD stellte zuletzt fest, dass die Ungleichverteilung hierzulande stark zugenommen hat. Ihr zufolge erzielen die obersten zehn Prozent der Bevölkerung heute siebenmal so viel Einkommen wie die untersten zehn Prozent. Vor 30 Jahren brachten sie es nur auf das Fünffache. Deshalb müssen Armutsursachen bekämpft werden, vor allem  Arbeitslosigkeit,  Lohnungleichheit  und  menschenunwürdige  Beschäftigungsverhältnisse sowie die Finanzierung von Sorgearbeit sichergestellt werden. Geschlechtergleichstellung durchsetzen Wir leben in einer Zeit großer Herausforderungen weltweit, europaweit, deutschlandweit und auch in Hamburg. Wir leben aber auch gleichzeitig in einer Welt mit vielfältigen  neuen  Chancen,  um  die  Herausforderungen  und  Probleme  anzugehen  und  zu bewältigen.

Globale  Herausforderungen  lassen  sich  nur  gemeinsam  bewältigen.  Die  UN-Agenda 2030 soll u.a. die Selbstbestimmung der Menschen stärken, Geschlechtergerechtigkeit und  damit  ein  gutes  Leben  für  alle  sichern.  Die  Gleichstellung  der  Geschlechter  ist eines der 17 Ziele der Agenda aber auch Querschnittsthema über alle Ziele. Ziel  5  will  Geschlechtergleichstellung  erreichen  und  alle  Frauen und  Mädchen  zur Selbstbestimmung befähigen. Die für die Erreichung des Zieles 5 definierten Vorgaben beziehen  sich  auf  die  Beseitigung  aller  Formen  von  Gewalt  gegen  Frauen  und Mädchen,  einschließlich  schädlicher  Praktiken  (u.a.  Kinderheirat,  Genitalverstümmelung).  Es  geht  außerdem  um  die  Sicherstellung  von  Chancengleichheit  im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichem Leben und um gleiche Rechte bezogen auf  wirtschaftliche  Ressourcen  sowie  Förderung  der  Nutzung  von  Grundlagentechnologien  (besonders  Informations-  und  Kommunikationstechnologien)  durch Frauen.  Der  allgemeine  Zugang  zu  sexueller  und  reproduktiver  Gesundheit  und reproduktiven  Rechten  soll  ebenso  gewährleistet  werden,  wie  die  Entlastung  von Frauen  und  Mädchen  bei  der  von  ihnen  geleisteten  unbezahlten  Haus  und  Sorgearbeit. Gender Mainstreaming ist außerdem in weiteren Zielen der Agenda verankert (Querschnittsthema). Es  ist  ein  großer  Erfolg  der  Frauenbewegung,  dass  es  gelungen  ist,  Geschlechtergleichstellung und Empowerment von Frauen und Mädchen als eigenständiges Ziel in der Agenda 2030 zu verankern.
In keinem Land der Welt sind die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Realisierung von Frauenrechten vollständig erreicht, auch in Deutschland und in Hamburg nicht. Mögliche Forderungen/Herausforderungen für Hamburg, Deutschland und alle UN-Staaten:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
  • Eigenständige soziale Sicherung einschließlich Rente
  • Stopp der Gewalt gegen Frauen und Mädchen
  • Mehr Frauen in Führungsposition in Politik und Wirtschaft
  • Ein  geschlechtergerechtes  Finanzmanagement  (Gender  Budgeting)  des  öffentlichen Haushaltes.

Wichtige Links

 

Workshop: Menschenrechte, Wirtschaft und Arbeitswelt

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Impulse:
Dr. Mirjam Freytag, Kirchlicher Entwicklungsdienst
Katja Karger, DGB Hamburg,
PD Dr. Ralf Ptak, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

8Ziel Nr. 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern  Die  nachhaltigen Entwicklungsziele  (SDGs)  berücksichtigen  im  gleichen  Maße ökologische, ökonomische und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit. Ein Aspekt ist hierbei die Verantwortung der reichen Industriestaaten für die Lebens- und Arbeitsbedingungen in  den  rohstoffexportierenden  armen  Ländern.  Produktions-  und  Wertschöpfungsketten,  auf  denen  die  industrielle  westliche  Wirtschaft  beruht,  haben  globalen Charakter. Zentrales Ziel muss die Sicherung von Menschen- und ArbeitnehmerInnenrechten  in  diesen  globalen  Wertschöpfungsketten  sein.  Dies  bedeutet  etwa  die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen entlang der Lieferketten; essentiell sind auch die UN-Rechtsvorschriften für multinationale Unternehmen. Auch in Hinsicht auf das Verständnis  von  Arbeit  und  Umwelt  in  den  Industrieländern  sind  die  SDGs  von fundamentaler  Bedeutung.  Der  Übergang  zu  einer  kohlenstoffarmen  Wirtschaft  bis zum Jahr 2050 ist notwendig und gesellschaftlich anerkannt.

In diesem Workshop wollen wir die Möglichkeiten und Hindernisse, die in den Nachhaltigkeitszielen stecken, diskutieren. Ideen und Forderungen, die für Hamburg eine Rolle  spielen  und  hier  umgesetzt  werden  könnten,  werden  im  Mittelpunkt  stehen. Beispiele  sind  hierfür  die  Verpflichtung  Hamburger  Unternehmen  zu  fairem  Handel oder  die  Verankerung  der  Nachhaltigkeit  im  Hamburger  Vergabegesetz.  Das  Thema Nachhaltigkeit  in  den  Dimensionen  sozial,  ökologisch  und  ökonomisch  war  ein wichtiger  Bestandteil  des  Olympia-Konzeptes  für  Hamburg.  Was  geschieht  jetzt  mit diesen Ansätzen?

Die  UN  Sustainable  Development  Goals  enthalten  ehrgeizige  Ziele  hinsichtlich  der Bekämpfung  von  Armut  und  der  Entwicklung  von  Wohlstand.  Kernaufgabe  ist: Niemand  darf  zurück  gelassen  werden.  Speziell  das  Ziel  Nummer  8  nimmt  explizit Wirtschaft  und  Arbeit  in  den  Fokus  und  betont  nachhaltiges  Wachstum,  volle Beschäftigung und Gute Arbeit. Deutschland hat einen nationalen Aktionsplan (NAP) zur Umsetzung der 31 UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte erstellt, der allerdings weit hinter den Möglichkeiten und Erwartungen zurück bleibt.
Wie  kann  das  alles  zusammen  gedacht  werden?  Welche  Handlungsmöglichkeiten ergeben sich daraus für die Hansestadt? Kann der Einzelhandel zur Offenlegung seiner Lieferketten  gebracht  werden?  Wie  kann  gute  Beschäftigung  gefördert  werden? Welche Möglichkeiten hat die Zivilgesellschaft, faire Arbeitsbedingungen in Hamburg und weltweit durchzusetzen? Hilft ein weltweiter Mindestlohn?

Wichtige Links

Misereor, Germanwatch (2014): Globales Wirtschaften und Menschenrechte – Deutschland auf dem Prüfstand
Brot für die Welt – Wirtschaft und Menschrechte
Armin Paasch (2016): Profit vor Menschenrecht. In: Blätter für deutsche und internationale Politik
DGB (2015): Globale Lieferketten und menschenwürdige Arbeit
DGCN (2014): Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
Auswärtiges Amt, Wirtschaft und Menschrechte

Workshop: Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Moderation: Dr. Delia Schindler, Zukunftsrat Hamburg
Impuls: Robert Schreiber, Hamburger Bildungsagenda

4Ziel  4.  Inklusive,  gleichberechtigte  und  hochwertige  Bildung  gewährleisten  und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern Mit der UN-Agenda 2030 hat sich die Staatengemeinschaft auf die Umsetzung international  abgestimmter,  global,  national  und  lokal  orientierter  Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) verpflichtet.  Ziel ist eine Welt, in der wirtschaftliches Auskommen für alle einhergeht mit sozialem Zusammenhalt, dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und guter Regierungsführung (good governance). Die 193 Unterzeichnerstaaten waren sich einig, dass nur durch  eine  zukunftsfähige  Transformation  der  Gesellschaft  den  wachsenden  Risiken schwerwiegender  Eingriffe  in  die  Umwelt,  der  weltweiten  Armut  und  mangelnden sozialen Gerechtigkeit sowie der Bedrohung durch Kriege, Terrorismus und politischer Instabilität entgegengewirkt werden kann.
Dabei  kommt  der  Bildung,  insbesondere  der  Bildung  für  nachhaltige  Entwicklung (BNE), eine wichtige Rolle zu. So hat die UNESCO 2014 ein BNE-Weltaktionsprogramm (WAP) verabschiedet, das nach Auslaufen der UN-Dekade BNE (2005 – 2014) zunächst für den Zeitraum 2015 – 2019 Geltung hat und einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der  SDGs  leisten  soll.  Unter  dem  Motto  „Vom  Projekt  zur  Struktur“  zielt  es  auf Neuorientierung und weitere Qualitätsentwicklung von Bildung und Lernen, um allen Menschen zu ermöglichen, sich das Wissen, die Fähigkeiten, Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen anzueignen, die für eine globale Zukunftsfähigkeit und für die dafür erforderlichen  Transformationsprozesse  nötig  sind.  Die  Global-Education-First-Initiative des Generalsekretärs der Vereinten Nationen stellt dazu fest: „Für Bildung ist es nicht ausreichend, Individuen hervorzubringen, die lesen, schreiben und rechnen können.  Bildung muss transformativ  sein  und  gemeinsame  Werte  ins Leben tragen. Sie muss aktive Fürsorge für die Welt und für die, mit der wir sie teilen, kultivieren. Bildung  muss  für  die  Beantwortung  der  großen  Herausforderungen,  vor  denen  wir stehen, Bedeutung haben.“

Die  erforderlichen  Umstellungen,  die  hinsichtlich  Form,  Inhalt  und  Verlauf  vielfach noch gar nicht klar sind, werden in jedem Fall konfliktreich sein und erfordern eine Kultur  des  Aushandelns,  die  weitgehend  noch  erlernt  werden  muss.  Das  gilt  insbesondere  hinsichtlich  der  Auseinandersetzung  allseits  vorherrschender  Wachstumsziele mit den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030.

Die  Umsetzung  der  Agenda  2030  wird  national  eng  mit  der  Neugestaltung  der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie als Leitfaden für Regierungshandeln verknüpft. Da die verfassungsrechtliche Zuständigkeit für Bildung ganz weitgehend bei den Ländern liegt,  kommt  in  diesem  wie  in  einigen  anderen  Politikbereichen  auf  die  Freie  und Hansestadt Hamburg eine große Herausforderung zu. Die in der Vergangenheit bereits angestoßenen Transformationsprozesse müssen verstärkt und in die Breite getragen werden. Da Hamburg noch nicht über eine eigene, legislaturunabhängige Nachhaltigkeitsstrategie  verfügt  wie  andere  Bundesländer,  muss  darüber  gesprochen  werden, wie  das  Nachhaltigkeitsziel  4,  inklusive  und  hochwertige  Bildung  zu  gewährleiten, erreicht werden kann. Dabei steht für den Workshop das Teilziel 4.7 im Mittelpunkt: „Bis  2030  sicherstellen,  dass  alle  Lernenden  die  notwendigen  Kenntnisse  und Qualifikationen  zur  Förderung  nachhaltiger  Entwicklung  erwerben,  unter  anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft  und  die  Wertschätzung  kultureller  Vielfalt  und  des  Beitrags  der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.“
Der  Erfolg  der  für  die  Zielerreichung  notwendigen  Anstrengungen  wird  maßgeblich davon  abhängen,  wie  wirkungsvoll  die  verantwortlichen  stakeholder  Regierung, Zivilgesellschaft,  Wirtschaft  und  Wissenschaft  in  der  Wahrnehmung  ihrer  jeweiligen Aufgaben für eine zukunftsfähige Entwicklung zusammenarbeiten.  Um die Gestaltung dieses Prozesses im Bereich der Bildung geht es in dem Workshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen“. Dabei stehen drei Themen im Mittelpunkt:

  1. LehrerInnenbildung und Professionalisierung von MultiplikatorInnen
  2. Berücksichtigung der Empfehlungen des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung und Kooperation mit NROs bei anstehender Überarbeitung der Bildungspläne
  3. Angebote  und  Finanzierung  öffentlicher  Fortbildungsveranstaltungen  zu  einer gesellschaftlichen Transformation im Sinne der Agenda 2030.  Es  geht  dabei  um  das  „Was“  (Inhalte,  Schwerpunktsetzungen)  aber  mindestens ebenso sehr um das „Wie“ (Ansatzpunkte, Verantwortlichkeiten, Vorgehen).

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Workshop: Umwelt, Klimaschutz und Energie

Im Rahmen des Hamburger Ratschlags zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Freitag, 18. November 2016, 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr, Hamburger Volkshochschule, Schanzenstraße 75-77, 20357 Hamburg

Moderation:  Manfred Braasch, BUND
Impuls:  Alexander Porschke, NAB

13Ziel 13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Was heißt das für Hamburg?

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) befürchtet, dass ab einer bestimmten Erwärmung positive Rückkopplungen entstehen, die z. B. dazu führen, dass der Permafrost-Boden auftaut und große Mengen Methan freisetzt, die den Treibhausgaseffekt weiter beschleunigen. Auch deshalb hat die Weltgemeinschaft entschieden, eine Erwärmung der Erde um max. 2°C als globales Ziel zu erklären. Nach Einschätzung des IPCC dürfen demnach bis 2050 nicht mehr als 1000 Gt CO2 emittiert werden. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung zu Globalen Umweltfragen (WBGU) hält dagegen nur 750 Gt CO2-Emissionen für vertretbar. Für die Umrechnung dieser globalen Grenze auf Hamburg kommt es auf die Vorstellung einer gerechten Verteilung an:

Eine Einbeziehung bisher schon emittierter Treibhausgase würde wohl zu dem Ergebnis führen, dass in den Industrienationen keine Emissionsrechte mehr vorhanden wären. Eine Verteilung nach Besitzstands-Vorstellungen der Industrienationen würde dazu führen, dass die übrigen Staaten ihre Entwicklung einstellen müssten. Eine gleichmäßige Verteilung der globalen Emissionsrechte auf die globale Bevölkerung erscheint deshalb am ehesten geeignet, globalen Gerechtigkeitsvorstellungen zu entsprechen.

Bei 7,5 Mrd. Menschen auf der Erde entspräche das einem Emissionsanteil von 100 t pro Kopf (WBGU) bzw. 133 t pro Kopf (IPCC) bis zum Jahr 2050. Daraus folgt: Das global vertretbare Kontingent für Treibhausgasemissionen pro Hamburger liegt zwischen 100 t und 133 t bis 2050, bzw. im Jahresdurchschnitt bei 100t/35a=2,86t/a und 133t/35a=3,8 t/a. Derzeit liegen die Durchschnittsemissionen pro Hamburger bei ca. 10 t CO2. Die Treibhausgasleitplanke für Hamburg liegt aber bei 2,86 -3,8 t pro Jahr und Einwohner.

Die Hamburger Strom und Wärmeerzeugung basiert immer noch auf über 80 % fossi-
len Brennstoffen. Bei den einzelnen Sektoren zeigt sich nur bei den Privat-Haushalten
ein nennenswerter Rückgang. Die Hamburger Einsparziele für CO2 von 50 % bis 2030 werden mit den derzeit diskutierten Maßnahmen nicht erreicht.

15Ziel 15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen,
Bodendegradation beenden und umkehren, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Was heißt das für Hamburg?

Für Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat die Bundesregierung basierend auf der Bestandsentwicklung für 51 ausgewählte Vogelarten einen Nachhaltigkeitsindikator definiert. Er lag im Jahr 1970 noch bei 107, war bis 1990 auf 77 gesunken und hat als Ziel für das Jahr 2015 den Wert 100. 2011 war er auf 63 gesunken, und die Entwicklung ging weiter abwärts. Der Wert für Agrarland lag 2011 sogar nur noch bei 56, im Siedlungsbereich bei 68.

Klassische Instrumente im Naturschutz sind Schutzgebietsausweisungen und Verbote. Die begrenzte Wirksamkeit dieser Instrumente lässt sich daran erkennen, dass die generell erfreuliche Entwicklung bei den Schutzgebieten die dramatische Verschlechterung in der Biodiversität dennoch nicht aufhalten konnte. Deshalb beinhalten die EU-Richtlinien über Verschlechterungsverbote hinaus ein Verbesserungsgebot. Die EU-Staaten haben vereinbart, europaweit wichtige Lebensräume und Arten in einen günstigen Zustand zu bringen.

In Hamburg befinden sich 92 % der FFH-Lebensraumtypen, 72 % der FFH-Arten und die meisten Gewässer in einem ungünstigen Zustand. Das ist mehr als in der vergangenen sechsjährigen Berichtsperiode. Als Konsequenz daraus ist das Zustandsziel für Hamburgs Natur neu zu bestimmen:

Lebensräume, Arten und Gewässer müssen in einen guten Zustand gebracht werden Unterpunkt zu diesem Zustandsziel auf der Ebene der Maßnahmen wäre eine Flächenpolitik, die Grün- und Freiflächen naturräumlich aufwertet, anstatt sie für Siedlungszwecke zu nutzen. Daraus ergeben sich dann allerdings zahlreiche Zielkonflikte mit dem Wohnungsbau, der Wirtschaftsentwicklung, den Sport-, Erholungs- und Mobilitätsbedürfnissen.

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