Eritrea und Äthiopien: Politische Situation und Fluchtursachen

Landeszentrale für politische Bildung, Universität Hamburg und RAI-Vision e.V. laden zu Vorträgen und Diskussion ein

Nach wie vor fliehen viele Menschen aus ihrer Heimat in Eritrea und Äthiopien wegen Menschenrechtsverletzungen, Hunger und Perspektivlosigkeit Richtung Europa.

Zekerias Kebraeb wird während der Veranstaltung am

Donnerstag, 21. Juni 2018,

18-21 Uhr, in der Universität Hamburg, Westflügel (ESA W) Raum 221,

Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg,

zunächst anhand eines Vortrags die politische Situation in Eritrea näher erläutern. Im weiteren Vortrag geht Addis Mulugeta den Fragen nach Fluchtursachen und der sozialen Position der jeweiligen Communitys in Deutschland nach.

Der Eintritt ist frei.

Insbesondere die Regierung von Eritrea begeht, laut des Berichts der Eritrea-Untersuchungskommission der Vereinten Nationen, massive Verletzungen der Menschenrechte. Weite Teile der rund sechs Millionen Menschen umfassenden Bevölkerung seien zudem Zwangsarbeit, einem zeitlich unbefristetem Militärdienst sowie willkürlichen Inhaftierungen und religiöser Verfolgung ausgesetzt. Die Situation in den Anrainerstaaten Sudan und Somalia ist kaum besser.

Im Jahr 1993 führte bereits ein dreißig Jahre dauernder Bürgerkrieg zur Abspaltung und Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien. Die Region konnte sich aber erst nach der Beendigung des Grenzkrieges im Jahr 2000 beruhigen. Zuvor wurden Hunderttausende Äthiopier und Eritreer in die Flucht getrieben.

In Hamburg und Umgebung leben inzwischen mehrere Tausend Menschen eritreischer und äthiopischer Herkunft. Sie sind in Vereinen und Gemeinden organisiert. Über die gegenwärtige politische Situation am Horn von Afrika ist jedoch wenig bekannt.

Referenten:

Zekarias Kebraeb wurde 1985 in Eritrea geboren. 2002 ist er aus seiner Heimat geflohen um dem Regime der Militärdiktatur zu entgehen. Aufgrund seines Buches „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn. Vier Jahre auf der Flucht nach Deutschland“ wurde er 2006 als politischer Flüchtling anerkannt.

Addis Mulugeta, geboren 1983 in Addis Abeba, Äthiopien, ist Journalist und in der Betreuung von Asylsuchenden tätig. Er ist Mitbegründer der Zeitschrift „Heimfocus“. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis der Stadt Würzburg geehrt. Zugleich ist er Mitverfasser des 2016 von der Bundezentrale für politische Bildung veröffentlichten Buches „Neu in Deutschland“.

Moderation: Dr. Charlotte Joppien, Geschäftsführung Forschungsprojekt TürkeiEuropaZentrum der Universität Hamburg

Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung mit der Abteilung für Afrikanistik und Äthiopistik des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg und dem RAI-Viison e.V. – Verein von Geflüchteten für Geflüchtete aus Eritrea.

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