2030-Agenda und SDGs

2030-Agenda und SDGs

Das Forum Umwelt & Entwicklung berichtet aktuell zum Thema 2030-Agenda und SDGs:

  • Druckt der 3-D Drucker bald mein Essen? | E-Commerce und Handelspolitik
    von Riejan Abo Ward am 16. Januar 2020 um 13:08

    Die Digitalisierung hat die Grenze zwischen dem Handel mit Gütern und dem Handel mit Dienstleistungen innerhalb weniger Jahre verschwimmen lassen. Benötigte man zuvor für den Handel mit Produkten wie Text, Ton oder Bild noch materielle Medien wie Papier, können diese nun digitalisiert über das Internet vertrieben und zugestellt werden. Der elektronische Vertriebsweg eignet sich zunehmend auch für Dienstleistungen. Dabei werden alle Formen von Beratung, Vermittlung und Bereitstellung erfasst, auch gesellschaftlich grundlegende Bereiche wie Bildung und Gesundheit, die als gesellschaftliche Gemeingüter angesehen werden. Grob gesagt umfasst E Commerce alle Arten kommerzieller Transaktionen, die über ein elektronisches Medium oder Netzwerk abgewickelt werden.Weiterlesen

  • Digitalisierung in der Landwirtschaft
    von Riejan Abo Ward am 15. Januar 2020 um 10:05

    Schon heute setzen viele Bauern und Bäuerinnen digitale Instrumente ein und sind grundsätzlich offen für digitale Technik. Deren Anwendung birgt neue Möglichkeiten und Chancen, etwa zur Vernetzung und Organisierung sowie zum Austausch von Informationen. Jedoch wird der aktuelle Diskurs von der (Agrar- und Digital-)Industrie dominiert und ist eher von deren Interessen geleitet als von den Bedürfnissen von und dem Nutzen für Bauern und Bäuerinnen. Es droht dabei die Gefahr, dass das industrielle Agrarmodell einfach fortgesetzt und die menschenrechtlichen sowie Umweltprobleme sogar noch verschärft werden.Weiterlesen

  • Giftige Exporte: Die Interessen hinter dem Handel mit Müll und Chemikalienabfällen und seine Folgen | 23. Zivilgesellschaftliches Außenwirtschaftsforum
    von Ramona Bruck am 8. Januar 2020 um 16:34

    Ob Plastikmüll oder Chemikalienabfälle  - die Rückstände unserer Konsum- und Produktionsweisen  sind heutzutage ein wertvolles Gut auf dem Weltmarkt. So macht das Verschiffen von Plastikabfall um die halbe Welt einen signifikanten Anteil des internationalen Frachtaufkommens aus. Müll hat einen Weltmarkt - mit erheblichen Problemen.  Dass etwas gegen zunehmende Plastikmengen getan werden muss, ist auch im politischen Mainstream angekommen.  Doch warum wird Plastik überhaupt exportiert – und nicht einfach hier vor Ort recycelt oder verbrannt? Mit welchen Maßnahmen können sich Länder gegen den Müllimport wehren? Wie umgehen die Profiteure handelspolitische Auflagen und Regulierungen? Könnte eine umfassende Kreislaufwirtschaft durch ein Exportverbot gefördert werden?Weiterlesen

  • GFFA-Podium: Soja aus Brasilien, Hähnchenreste nach Afrika – Welche Nachhaltigkeits- & Schutzregeln brauchen multi- & bilaterale Handelsvereinbarungen mit Entwicklungsländern?
    von Ramona Bruck am 18. Dezember 2019 um 8:39

    Der EU Agrarhandel zum Beispiel in Form von Sojaimporten und oder als Exporte von billigem Fleisch, Milch oder Getreide haben einer nachhaltigen Entwicklung der Agrarproduktion in Entwicklungsländern geschadet. Die Regeln der WTO und in bilateralen Abkommen bieten Regierungen und Agrarproduzenten im Globalen Süden zu wenig Möglichkeiten differenziert sowohl Verbraucherbedarfe als auch Marktmöglichkeiten für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zu steuern. Das verkündete Ende der Doha Entwicklungsrunde in der WTO zeigt das Desinteresse der Industriestaaten für eine Reform des Agrarabkommens. In den bilateralen Verträgen der EU (z.B. EPAs, Mercosur, etc.) haben die Nachhaltigkeits- und Entwicklungskapitel keinerlei Mechanismus zu deren Umsetzung. Die globalen Agrarbeziehungen brauchen einen eigenen neuen multilateralen Handelsrahmen unter dem Dach der Vereinten Nationen, der zum Beispiel sowohl die Agenda 2030 als auch die Pariser Klimaziele selbstverständlich und verbindlich berücksichtigt. Gleiches muss für die Biodiversitätsziele der Konvention zu Biologischer Vielfalt gelten. Es werden Ideen diskutiert, wie nachhaltige Agrarhandelsbeziehungen aussehen könnten, die den Millionen KleinproduzentInnen zugutekommen, regionale Märkte schützen und dennoch fair Chancen auf internationalen Märkten fördern.Weiterlesen

  • Rundbrief IV/2019: Die Geister, die wir riefen | Chemikalien belasten zunehmend Mensch und Umwelt – Zeit zu handeln!
    von Ramona Bruck am 17. Dezember 2019 um 8:25

    Wo auch immer Sie sich gerade aufhalten; sehen Sie sich gut um, holen Sie tief Luft, fühlen Sie in Ihren Körper. Sehen oder spüren Sie es? Sie sind überall: Chemikalien. Einige mögen sehr nützlich oder harmlos sein. Es gibt aber auch eine ganze Reihe künstlich hergestellter Stoffe, die bedenkliche Nebenwirkungen haben. Schlechtestenfalls sind sie krebserregend und akut gesundheitsschädlich. Weil die Probleme mit diversen Chemikalien allzu offensichtlich waren und sind gibt es seit vielen Jahren Bemühungen in der internationalen Politik, sie wenigstens zu minimieren. Ein wichtiger Baustein in der internationalen Chemikalienpolitik ist der Strategische Ansatz zum internationalen Chemikalienmanagement (Strategic Approach to International Chemicals Management, SAICM). Dieser 2006 verabschiedete Prozess sollte bis 2020 dafür sorgen, den Umgang mit Chemikalien von der Produktion über die Verwendung bis zur Entsorgung nachhaltig zu gestalten. Da das offensichtlich nicht gelungen ist, steht im Oktober 2020 in Bonn eine große internationale Konferenz an, die einen Folgeprozess aufsetzen soll. Das nehmen wir zum Anlass, in dieser Ausgabe des Rundbriefs einen Schwerpunkt auf den Umgang mit der Chemie zu werfen.Weiterlesen

Im September 2015 wurde auf einem UN-Gipfel die 2030-Agenda von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Die 2030-Agenda  umfasst unter anderem die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG, dt.: Ziele für eine nachhaltige Entwicklung). Die SDG formulieren Maßnahmen und Ziele zu Themen wie Armut, Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltigem Wachstum und zur Eindämmung des Klimawandels. Das Novum an den SDGs ist der Paradigmenwechsel: Alle Länder sollen die Ziele umsetzen und sich somit gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Die neuen, globalen, für alle Staaten geltenden SDG beinhalten die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

Die SDGs sind ein weiterer Meilenstein in der Geschichte nachhaltiger Entwicklung. 1992 fand die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED, auch „Earth Summit“ genannt) in Rio de Janeiro statt, bei dem die Arbeit der Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD Commission on Sustainable Development) ihren Ursprung hat. Damals wurde unter anderem der Klimawandel erstmalig als ernstes Problem benannt und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Zu dieser Zeit entstand die Agenda 21, das entwicklungs- und umweltpolitische Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung. Im September 2000 wurde nach dem Millenniums-Gipfel die Millenniums-Deklaration der Vereinten Nationen verabschiedet, welche die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) mit einem konkreten Zeitrahmen bis 2015 formulierte. Die MDGs bildeten seither einen wichtigen Kern der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Zwanzig Jahre später nach dem Weltgipfel in Rio de Janeiro sollten auf dem Rio+20-Gipfel vom 20. bis zum 22. Juni 2012 die Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung überprüft werden. Aus diesem Anlass versammelten sich hunderte Staats- und Regierungschefs sowie Repräsentanten nichtstaatlicher Organisationen, des privaten Sektors und anderer Gruppen aus aller Welt, um sich vor allem auf die beiden Hauptthemen „Eine grüne Wirtschaft im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung“ und „Das institutionelle Gerüst für eine nachhaltige Entwicklung“ zu beraten. Wichtiges Ergebnis des Rio+20-Gipfels war die Entscheidung, einen Rahmen für die  SDGs zu entwerfen. Auf der 68. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde schließlich beschlossen, die Weiterführung der MDG als Teil der SDG einzuarbeiten.

Bis zum Jahr 2030 sollen die SDG nun von allen Staaten und auf allen Ebenen (national, regional und international) umgesetzt werden. Eine jährliche Überprüfung des Umsetzungsstands findet in New York beim High Level Political Forum (HLPF) statt. In Deutschland wird die Umsetzung der SDG vor allem im Kontext der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stattfinden.