Jedes Jahr gibt es weniger Straßenbäume in Hamburg

NABU wertet Baumfällsaison 2018/2019 aus

Nach Abschluss der Fällsaison Ende Februar hat der NABU Hamburg die veröffentlichten Listen der gefällten Straßenbäume aus sieben Bezirken ausgewertet. Der Trend, dass der Bestand der Straßenbäume in Hamburger weniger werden, setzt sich damit fort.

Fazit: Das traurige Ergebnis der Baumfällsaion 2018/2019: Hamburg verliert weitere 977 Straßenbäume. Für nur 724 Bäume sind bisher Nachpflanzungen geplant.

„Der stetige Verlust von Straßenbäumen verändert nach und nach unser Stadtbild. Dabei braucht gerade ein urbaner Raum Bäume für die Lebensqualität. Nach der Hitzewelle im letzten Sommer sollte nun jedem klar sein, dass Bäumen auch für unser Stadtklima eine enorme Bedeutung zukommt. Wir wollen, dass Hamburgs Grün erhalten bleibt“, so Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Insgesamt wurden zwischen Oktober 2018 und Februar 2019 wieder an die 1.000 Straßenbäume gefällt. Und wie jedes Jahr werden mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Über die letzten acht Jahre (2009-2017) hat sich der Straßenbaumbestand in Hamburg um fast 4 % dezimiert. Für nur 74 % der gefällten Straßenbäume sind bisher Nachpflanzungen geplant. Zudem kann ein nachgepflanzter junger Baum einen alten Baum mit großer Blätterkrone in seinen ökologischen Funktionen nicht vollwertig ersetzen. In den folgenden drei Bezirken wurden die meisten Stämme abgesägt: Mitte (206), Altona (180) und Bergedorf (160).

Die meisten Straßenbäume werden gefällt, weil sie eine „mangelnde Vitalität“ aufweisen, also absterben oder krank sind (50 %). An zweiter Stelle kommen mit 28 % Fällungen, die durch Schrägstand oder Wuchs z.B. die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Aufgrund von Bauvorhaben, Anfahrschäden und Vandalismus werden 12 % gefällt. Jedoch sind dabei Fällungen, die im Rahmen von vielen Infrastrukturvorhaben z.B. des Straßenbaus und Radwegeausbaus (durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, LSBG) verursacht werden, nicht enthalten. Der Baumverlust durch Bauvorhaben ist also noch höher. Gering fallen hingegen die Fällungen aus Gründen der Bestandspflege mit nur 2 % aus.
Das andauernde Nachpflanzdefizit wirkt sich bereits auf den Straßenbaumbestand aus: Zwischen 2009 und 2017 hat sich der Bestand an Straßenbäumen um fast 4 % verringert (8.992 Bäume) Quelle: Senatsdrucksachen 19-6000 und 21-13771

Dr. Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur, sieht den fortschreitenden Baumverlust alarmierend: „Rückblickend zeigen die Zahlen der Baumfällungen der letzten Jahre deutlich, dass der Straßenbaumbestand insgesamt abnimmt. Deshalb fordern wir, jeden gefällten Baum unbedingt zu ersetzen. Wenn der alte Standort nicht erhalten werden kann, muss eben ein neuer gefunden werden. Nur so kann der Abwärtstrend bei den Straßenbäumen gebremst werden.“

Auswertungen Fällstatistiken aller Bezirke (Fällungen/geplante Nachpflanzungen): Bezirk Altona 180/138 // Bezirk Bergedorf 160/125 // Bezirk Eimsbüttel 76/51 // Bezirk Harburg 79/44 // Bezirk Mitte 206/130 // Bezirk Nord 148/148 // Bezirk Wandsbek 128/88. Bei insgesamt 120 Bäumen wurden aufgrund von Dichtstand zu anderen Bäumen oder zu erwartender Naturverjüngung keine Nachpflanzungen eingeplant. (Quelle: HamburgService – Online-Dienste der sieben Bezirksversammlungen, Fälllisten der Bezirke, Stand 07.03.2019 / Quelle Nachpflanzungen Altona: Drucksache 20-5535 Baumbilanz 2018/19 – öffentliche Bäume )

 

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.