Endliche Ressourcen, unendliche Ignoranz

Klimabündnis zum „Earth Overshoot Day“ mahnt rasches Handeln an

Aufruf zur Demonstration „Endliche Ressourcen, unendliche Ignoranz“

am Montag, 29. Juli 2019
Start: 16:00 Uhr auf dem Gänsemarkt  
Route der Demonstration: Gänsemarkt – Jungfernstieg – Neuer Wall – Graskeller – Rödingsmarkt – Großer Burstah – Große Johannisstraße – Rathausmarkt – Mönckebergstraße – Steintorwall – Glockengießerwall – Lombardsbrücke – Neuer Jungfernstieg – Jungfernstieg – Gänsemarkt

Zum „Earth Overshoot Day“ am 29.07.2019 rufen daher Fridays for Future, Greenpeace Hamburg, BUND Hamburg, BUNDjugend Hamburg, NAJU Hamburg und das Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ) zu einer gemeinsamen Demonstration auf.

Am Montag ist der Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day). Schon Ende Juli sind die Ressourcen aufgebraucht, die uns für dieses Jahr nachhaltig zur Verfügung stehen würden. Seit 1970 lebt die Menschheit immer stärker auf Pump. Der Earth Overshoot Day, auch Welterschöpfungstag, ist der Tag, an dem die Menschheit rechnerisch ihr Ressourcenbudget für das laufende Jahr verbraucht hat. Im vergangenen Jahr fiel er auf den 1. August, zur Jahrtausendwende war es noch der 23. September.

Immer mehr zeigt sich, dass die Vision von unendlichem Wachstum nicht mit unseren planetaren Grenzen vereinbar ist. Jedes Jahr werden die planetaren Grenzen früher überschritten, die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen hat dramatische Ausmaße angenommen. Neben dem globalen Artensterben und der Überdüngung unserer Gewässer und Böden ist dies an der Klimakrise am deutlichsten wahrzunehmen.

Dennoch steigen das Ausmaß der Ausbeutung und im Zuge dessen auch die globalen Treibhausgasemissionen immer weiter an. Wir entziehen uns heute die Lebensgrundlage von morgen. Dagegen müssen wir uns wehren! Daher fordern wir als Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche am Montag zusammen mit Greenpeace Hamburg, dem BUND Hamburg, der BUNDjugend Hamburg und der NaJu Hamburg eine Kehrtwende der Politik!

„Der Erdüberlastungstag kommt alle Jahre früher“, stellt Wolfgang Lührsen vom Vorstand des BUND Hamburg fest. „Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben, das Klima steht auf der Kippe. Unsere ressourcenintensive Lebensweise ist ein Verbrechen an zukünftigen Generationen. Mit dieser Demo wollen wir ein deutliches Zeichen setzen. Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft dürfen diese Fakten nicht länger ignorieren.“
Julia Lenz von der BUNDjugend Hamburg ergänzt: „Der Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal! Es ist höchste Zeit, Konsum und Produktion so zu gestalten, dass sie nicht zu Lasten von Natur und Umwelt gehen. Gestalten wir eine nachhaltige Zukunft für alle!“
„Die Auswirkungen unserer westlichen Lebens- und Wirtschaftsweise sind eine wesentliche Ursache der Klimakrise, zugleich Fluchtursache und eine Bedrohung für die Überlebensmöglichkeiten von Milliarden Menschen weltweit“, erläutert Judith Meyer-Kahrs von der Infostelle Klimagerechtigkeit des Zentrums für Mission und Ökumene. „Wir brauchen eine Ethik des Genug und müssen unseren eigenen Lebensstil hinterfragen.“
„Die vermehrten heißen Tage und langen Trockenheitsphasen im Sommer stellen eine dieser Bedrohungen dar“, bemerkt Friederike Leppert von Fridays For Future Hamburg. Sie bedrohen die Ernteerträge der Landwirt*innen und durch die Veränderung des Salzgehaltes der Elbe darf in Teilen des Alten Landes nicht mehr mit Elbwasser bewässert werden. Das stellt die Landwirt*innen vor eine große Herausforderung und bedeutet einen Einschnitt in unsere Nahrungsmittelproduktion.“
„Die Zeit für eine Kuschel-Politik mit der Industrie ist vorbei – der Erdüberlastungstag zeigt uns schonungslos die Wahrheit auf: Ab heute leben wir ökonomisch und ökologisch auf Pump! Unsere Überflussgesellschaft produziert klimaschädliche Treibhausgase für Dinge, die dann aus bloßer Profitgier auch noch im Handel als Retourenware oder Überbestände vernichtet werden. Das unterläuft jede Klimaschutzbemühung und gehört verboten – und zwar von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die ein entsprechendes Gesetz bislang verschleppt“, erklärt Viola Wohlgemuth von Greenpeace Hamburg.
Lisa Bieber, stellv. Landesjugendsprecherin der NAJU Hamburg, sagt dazu: „Wir fordern, dass die Politik endlich Verantwortung übernimmt und klare und verbindliche Gesetze aufstellt, damit auch wir die Chance auf eine lebenswerte Zukunft in einer intakten Umwelt haben. Und zwar jetzt!“

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