Neue CO2-Bilanz für Hamburg: Senat versagt beim Klimaschutz

Jüngste CO2-Bilanz des Statistikamt zeigt trotz Rückgang weiterhin deutliche
Abweichung vom Einsparziel 

Nach Auswertung der neuesten amtlichen CO2-Bilanz 2017 für Hamburg fordert der BUND politische Konsequenzen. Die neue CO2-Bilanz weist zwar einen Rückgang der CO2-Emissionen aus, dieser reicht aber bei weitem nicht, um das derzeitige Einsparziel bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Besonders problematisch sieht es im Verkehrssektor aus. Dort steigen die CO2-Emissionen bereits seit zwei Jahren sogar wieder an. „Jetzt ist klar, der Senat hat bislang beim Klimaschutz versagt. Die konkreten Daten zeigen, dass selbst das unzulängliche Einsparziel der Stadt Hamburg nicht erreicht wird. So darf es nicht weitergehen, zumal vom Klimapaket aus Berlin kaum nennenswerte Effekte ausgehen werden. Hamburg muss seine eigenen Klimaanstrengungen deutlich verstärken. Das ist die Messlatte für en neuen Klimaplan, den Bürgermeister Tschentscher für Ende des Jahres angekündigt hat“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Emissionen im Verkehrssektor steigen

Statt der erforderlichen sieben Mio. Tonnen CO2 hat Hamburg bis zum Jahr 2017 erst 4,3 Mio. Tonnen im Vergleich zum Basisjahr 1990 eingespart (siehe BUND-Grafik). In Bezug auf die einzelnen Sektoren wird deutlich, dass einmal mehr der Verkehr seine Einsparverpflichtungen nicht erbringt. Die CO2-Emissionen nahmen hier zwischen 2016 und 2017 um ca. 2 % zu, beim Flugverkehr sogar um mehr als 6 %. „Hamburg ist weit davon entfernt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Im jetzigen Tempo brauchen wir 100 Jahre länger für dieses Ziel. Zeit, die wir nicht haben. Jetzt muss ein wirklich ernsthaftes Maßnahmenpaket her, das die Hamburger Einsparpotentiale im Verkehrssektor, im Gebäudebereich, beim Kohleausstieg und in der Industrie konsequent hebt. Gerade der Sektor Industrie hat bislang am wenigsten zur CO2-Einsparung beigetragen, die Freiwilligkeitsvereinbarung zwischen Stadt und 15 großen Industrieunternehmen sind nicht ambitioniert genug“, so Manfred Braasch.

Die aktuelle CO2-Bilanz für Hamburg hat das Statistikamt Nord Ende letzter Woche veröffentlicht: https://www.statistik-nord.de/daten/verkehr-umwelt-und-energie/energie/dokumentenansicht/energie-und-co2-bilanzen-fuer-hamburg/

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