Senat beschließt, Biotopverbundflächen planerisch im Landschaftsprogramm zu sichern

Der Hamburger Senat hat heute beschlossen, die für den länderübergreifenden Biotopverbund wichtigen Flächen planerisch zu sichern. Dies ist Voraussetzung, um in den Grünflächen und Landschaftsräumen Hamburgs das Überleben der heimischen Flora und Fauna zu ermöglichen. 23,2 Prozent der Stadtfläche sind nun im Landschaftsprogramm Hamburg als Flächen für den Biotopverbund dargestellt – damit geht Hamburg weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen von 15 Prozent hinaus und erfüllt die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag. Dies ist ein wichtiger Schritt, um in der wachsenden Stadt das Grün und die Lebensqualität langfristig zu sichern.

Bereits im November 2007 hatte die damalige Bundesregierung eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ verabschiedet und konkrete Ziele für den Aufbau eines Biotopverbundes aufgegeben. Erst im Jahr 2012 wurde von der damaligen Hamburger Umweltbehörde die Fachgrundlage Biotopverbund erarbeitet. Es dauerte dann noch weitere sechs Jahre und mehrere Anläufe, um den Biotopverbund nun in das Landschaftsprogramm zu integrieren und damit als verbindliche und abwägungsrelevante Grundlage für die weitere Natur- und Stadtentwicklung Hamburgs zu verankern. Dadurch wurde wertvolle Zeit verschenkt – für den Biotopverbund bedeutende Flächen wurden zwischenzeitlich überplant.

Gerade vor dem Hintergrund der vielfältigen Flächenbedarfe in einer Stadt wie Hamburg ist es wichtig, die für den Naturhaushalt existentiellen Flächen zu identifizieren und diese für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität zu schützen. Dazu gehört als nächster Schritt, den sogenannten Prüfflächen einen rechtlichen Schutzstatus zu verleihen, so wie es die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes fordern.

Die heutige Entscheidung des Senats, die Flächen des Biotopverbunds in das Hamburger Landschaftsprogramm aufzunehmen, kommentiert Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg, wie folgt:

„Die Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Gerade in einer dicht besiedelten Stadt wie Hamburg ist ein funktionierender Biotopverbund von großer Bedeutung. Der bestehende Biotopverbund muss gesichert und weiter ausgebaut werden. Wir hoffen, dass die Festsetzung im Landschaftsprogramm in der Praxis die gewünschte Wirkung erzielt und die Flächen zukünftig einen höheren Schutz gegenüber dem wachsenden Siedlungsdruck genießen. Hamburg kann es sich nicht leisten, weitere Flächen des Biotopverbundes einer Bebauung zu opfern.“

Auch der NABU Hamburg begrüßt die überfällige Ausweisung des länderübergreifenden Biotopverbundes für Hamburg. Gleichzeitig betont der NABU, dass er kein bloßes Lippenbekenntnis sein darf. „Der Biotopverbund darf nicht nur auf dem Papier existieren“, betont Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg. „Der NABU wird genau darauf achten, ob der nun beschlossene Biotopverbund bei Wohnungsbau-, Gewerbe und Infrastrukturprojekten in Hamburg tatsächlich die Sicherungswirkung für Natur und Grün entfaltet, wie es der Senat heute ankündigt.“

Eine Ausweisung von Biotopverbundflächen in einer Planungsgrundlage reiche allein nicht. Es müssen nun Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf den Biotopverbundflächen unternommen werden, um die Funktion des Biotopverbundes wirksam zu machen, so die Ansicht des NABU Hamburg. Dafür müssen die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Teile davon werden künftig gezielt entwickelt und aufgewertet, zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Natürlich Hamburg!“ oder bei der Entwicklung der Ringe und Landschaftsachsen im Grünen Netz.

Foto: Jakobsberg Moorfrosch, Foto: Gisela Bertram

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