Siegerehrung des 4ten Fair Trade Hochschulwettbewerbs im Hamburger Rathaus

Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft
gemeinsam für den Fairen Handel
„And the winner is …“ – gestern Abend fand der 4. Hamburger
Fair Trade Hochschulwettbewerb mit der Preisverleihung
im Hamburger Rathaus seinen Höhepunkt. Studierendenteams
aus vier Hamburger Hochschulen sind im Wintersemester
gegeneinander angetreten, um die besten Marketing- und
Kommunikationskonzepte für Hersteller und Händler fair
produzierter Waren zu entwickeln.
 
Den ersten Platz hat das Studierendenteam der Hochschule
für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) gemacht. Mit
der strategischen Ausrichtung sowie ihren emotionalen
Ideen für Thomas Becker Atelier für Schmuck haben die
Studierenden die Jury überzeugt. Gefragt war ein
Marketingkonzept, dass sich vor allem an eine junge
social-media-affine Zielgruppe zwischen 25 und 35 Jahren
richtet. Die Empfehlungen für den Goldschmiedemeister mit
fünfköpfigem Team: Die Studierenden raten u.a. dazu, die
Zielgruppe der „Heiratswilligen“ ins Zentrum der
Kommunikation zu stellen, mit der kreativen Leitidee
#FAIRTRAUDICH zu spielen und Kooperationen rund um die
faire Hochzeit einzugehen. „Ich bin begeistert zu sehen,
wie hoch das Niveau der Studierenden ist, sowohl was
die kreativen, umsetzbaren Ideen als auch die Analyse
angeht“, sagt Jurymitglied Ole Keding, Direktor Strategie
& Innovation bei pilot, der zweitgrößten inhabergeführten
Mediaagentur Deutschlands.
 
Den zweiten Platz belegen die Studierenden der Hochschule
Fresenius, die mit der Wertform GmbH kooperiert haben.
Die Tochter der inhabergeführten Hamburger Cafea-Gruppe
wurde 1983 für die Einführung der Bio-Kaffee-Marke „Mount
Hagen“ gegründet, die seit 2001 auch Bio-Bohnen mit
Fairtrade-Siegel anbietet. Die Studierenden sollten ein
Marketingkonzept entwickeln für „Freshfläsch“. Dieser mit
Fruchtsäften und Kohlensäure versetzte Coldbrew Kaffee
ist sowohl mit einem Bio- als auch dem Fairtrade-Siegel
zertifiziert. Er wurde im Juli 2018 neu auf dem deutschen
Markt eingeführt und will vor allem die 16- bis 35-jährigen
erreichen. Besonders die detaillierte Marktanalyse auf Basis
einer umfangreichen Marktforschung mit qualitativen
Interviews in der Zielgruppe hat die Jury überzeugt. Die
Maßnahmen, die die Studierenden vorschlugen, waren sehr gut
aus der Analyse abgeleitet, darunter die Neupositionierung
als „Cold Brew Coffe Lemonade“ und die Neugestaltung der Flaschenaufschrift.
 
Studierende der AMD Akademie Mode & Design Hamburg haben
eine Kampagne für die Brands Fashion GmbH entwickelt und
damit den dritten Platz erlangt. Der Anbieter von
Berufsbekleidung aus Buchholz setzt auf Nachhaltigkeit
und die Einhaltung von Sozialstandards und wurde dafür mit
dem Fairtrade Award 2018 ausgezeichnet. Dabei bedient die
Brands Fashion GmbH sowohl nationale wie internationale
Großunternehmen, als auch Kunden aus dem Mittelstand. Die
Kampagne soll den Vertrieb der „Baukasten-Kollektion“
unterstützen, die Brands Fashion erstmals im Oktober 2018
lanciert hat. Die Studierenden haben am Beispiel der
expandierenden Zulieferbranche verschiedene Kommunikations-
schienen durchdekliniert vom Werbefilm und Instagram-Account
über Anzeigenwerbung und Flyer bis zur Direktaquise und
einem Messestand mit Giveaway.
 
Studierende der EBC Hochschule haben für das Wilhelms im
Wälderhaus gearbeitet, ein im Schlemmeratlas 2018
„Empfohlenes Restaurant“ und Mitglied im Greentable e.V.,
bei dem Regionalität und Saisonalität im Fokus stehen.
Das Wilhelms hat auch fair gehandelte Limonade und Kaffee
ins Standardsortiment aufgenommen. Als Basis für das Kommunikationskonzept diente eine Befragung, in der die
Studierenden unter Restaurantgästen die Mehrzahlungs-
bereitschaft für fair gehandelte Produkte ermittelten.
Gut zwei Drittel (68,7 %) der befragten Restaurantbesucher
gaben an, dass sie es wichtig finden, sich mit fairem Handel
zu beschäftigen. Knapp zwei Drittel (61,4 %) wollten ihr
diesbezügliches Wissen gerne erweitern. Daraus leiteten die
Studierenden u.a. die Bereitschaft der Restaurantbesucher ab,
im Restaurant und auf der Website über fair gehandelte
Produkte und Zutaten informiert zu werden, und entwickelten
dafür Muster.
 
Den Fairen Handel aus der Nische weiter in den konventionellen
Markt bringen
 
„Ich bin wieder fasziniert vom Ideenreichtum der Studierenden.
Da ist vieles dabei, was hilft, den Fairen Handel aus der
Nische weiter in den konventionellen Markt zu bringen“,
freut sich Christine Priessner, Projektkoordinatorin von
Fair Trade Stadt Hamburg und Fachpromoterin für den Fairen
Handel. Priessner weiter: „Die Hochschulen sind wichtige
Orte um Influencer anzusprechen. Wir von Fair Trade Stadt
Hamburg gehen jetzt verstärkt auf Hochschulen zu, denn der
Faire Handel soll zukünftig in Lehre, Verwaltung und
Öffentlichkeitsarbeit mitgedacht und Teil der Nachhaltigkeits-
seminare werden.“ Fair Trade Stadt Hamburg und Innovations
Kontakt Stelle (IKS) Hamburg haben den Hochschulwettbewerb
gemeinsam vor vier Jahren ins Leben gerufen, um den Fairen
Handel in Hamburg zu stärken und Kooperationen zwischen
Hochschulen und Unternehmen zu initiieren.
 
Die gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und Wirtschaft kommt an
 
Die IKS Hamburg hat die Kooperationen zwischen Wirtschaft
und Wissenschaft vermittelt. Die Idee der gemeinsamen Arbeit
für den Fairen Handel kommt an. Prof. Sandra Meister
beispielsweise, die den Hochschulwettbewerb an der AMD Akademie
Mode und Design bereits im vierten Jahr betreut, hebt hervor:
„Der Wettbewerb spiegelt sehr gut die realen Bedingungen im
Berufsleben wieder. Dies betrifft die Arbeit in Teams, genauso
wie die Bearbeitung eines Auftrags durch einen realen
Auftraggeber. Darüber hinaus fördert er das Bewusstsein für
den Fairen Handel – bzw. für den in weiten Teilen unfairen
Umgang mit Menschen und Umweltressourcen und die kritische Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld, das ja gerade für
die Textilindustrie ein sehr kritisches ist.“ Karsten Suhr,
Prokurist der Firma Wertform GmbH, erläutert aus
Unternehmersicht: „Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist
eine absolute Bereicherung, da die Studierenden unbelastet
mit frischen fundierten Ideen an die Aufgabe herangehen.
Und sie in unserem Fall mit dem neuen Getränkesegment,
Coldbrew Kaffee mit Säften und Kohlensäure versetzt,
selbst zu 100 % in die Zielgruppe fallen.“
 
Die beteiligten Hochschulen und Unternehmen
 
•          AMD Akademie Mode & Design Hamburg – Brands Fashion GmbH
•          EBC Hochschule – Wilhelms im Wälderhaus der einfal GmbH
•          HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Thomas Becker Atelier für Schmuck
•          Hochschule Fresenius – Wertform GmbH
Über die Fair Trade Stadt Hamburg
Die Projektstelle Fair Trade Stadt Hamburg wurde 2010
 geschaffen und schärft durch entwicklungspolitische
Informations- und Bildungsarbeit sowie durch Öffentlichkeits-
und Lobbyarbeit das Bewusstsein für die Probleme des
Welthandels und fördert damit den Fairen Handel.
 
Ziel der Fair Trade Stadt Hamburg ist es, den Fairen Handel
dauerhaft in der Stadt zu verankern. Dabei geht es einerseits
um ein vertieftes Verständnis für die  komplexen
Wertschöpfungsketten z.B. von Lebensmitteln, Textilien und
IT und andererseits um ein aktives „Anpacken“ durch
Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Im Fokus stehen
besonders öffentliche Unternehmen, Behörden und Verwaltung
auf Bezirksebene sowie Hochschulen.
www.fairtradestadt-hamburg.de
 
 
Über die Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg
Die IKS ist die Anlauf- und Schaltstelle für alle
Kooperationsinteressierten aus der Hamburger Wirtschaft
und Wissenschaft, die Kontakte – sei es im technischen
oder nicht-technischen Bereich – zur jeweils anderen
„Seite“ suchen. Sie wird finanziert von der Handelskammer
Hamburg sowie der Freien und Hanse Stadt Hamburg.
www.iks-hamburg.de

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