SoVD-Gutachten Wohnungsnot macht Arme noch ärmer #MeinWohnraum

Gutachten: Mietpreisentwicklung vertieft die soziale Spaltung in Deutschland

„Die Miete macht über eine Million Haushalte in Großstädten so arm, dass ihr Einkommen nach Miete unter dem Regelsatz von Hartz IV liegt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Sozialverbands Deutschland. Demnach treffen hohe Mieten und Wohnungsknappheit Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders schwer.

Die Mietpreisentwicklung vertieft die soziale Spaltung in Deutschland. „Das verminderte Einkommenswachstum der ärmsten zehn Prozent aller Haushalte verstärkt die Auswirkungen steigender Mieten für diejenigen, die ohnehin geringe Einkommen aufweisen“, heißt es in im Gutachten „Wohnverhältnisse in Deutschland. Mietbelastung, soziale Ungleichheit und Armut“, das der Sozialverband SoVD heute in Berlin vorgestellt hat. Download: www.sovd.de/guteswohnen


Präsident Adolf Bauer: „Über eine Million Haushalte fallen durch Miete unter Hartz-IV-Niveau

„Armutsgefährdete und einkommensschwache Haushalte werden stark durch Mieten belastet. Besonders benachteiligt von der Mietpreisentwicklung sind Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit Migrationshintergrund“, sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer. „Über eine Million Haushalte fallen durch die Miete unter Hartz-IV-Niveau“, so Bauer.

Aus Sicht des Verbandspräsidenten muss die Politik mit einem umfassenden Investitionsprogramm für die öffentliche Wohnungsbauförderung gegensteuern. Dieses Programm soll nach Auffassung des SoVD insbesondere Wohnraum für mittlere und untere Einkommen schaffen. Zudem fordert der Verband die Bundesregierung auf, den sozialen Wohnungsbau entschlossener in die Hand zu nehmen. „Keinesfalls dürfen die Probleme am Wohnungsmarkt allein dem Kräftespiel der Wirtschaft überlassen werden. Dies wäre nicht nur unsozial, sondern gefährlich, betonte Adolf Bauer.

Das Gutachten kommt weiter zu den Ergebnissen, dass in den Großstädten weitaus mehr Wohnraum fehlt, als die bisher angenommene Zahl von 1,9 Millionen. „Die parlamentarische Politik hat das Problem knappen und teuren Wohnraums zu spät erkannt“, heißt es in dem Gutachten. Dessen Autor Stephan Junker stellt in seiner Bewertung fest, dass die Probleme mit Markteingriffen oder hohe Subventionen für Privatpersonen und Unternehmen angegangen werden könnten.

Der SoVD vertritt die sozialpolitischen Interessen der gesetzlich Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten und der pflegebedürftigen und behinderten Menschen. Über 570 000 Mitglieder sind bundesweit im SoVD organisiert. Der Verband wurde 1917 als Reichsbund der Kriegsopfer gegründet.

Quelle: SoVD, ots, tagesschau.de

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