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BUND: Zukunftsplan Hafen – Handelskammer hat nichts dazugelernt

Der neue Zukunftsplan Hafen der Hamburger Handelskammer ist ein Rückschritt und verkennt in weiten Teilen die Herausforderungen der nächsten 20 Jahre. Erneut setzt die Handelskammer auf einen massiven Ausbau von Autobahnen und reklamiert noch mehr Flächen für den Hafen. 

„Man könnte meinen, die Debatte um planetare Grenzen, Klimakrise und Ressourcenschutz ist spurlos an der Handelskammer vorbeigegangen. Mit penetranter Ignoranz werden massiv neue Autobahnen gefordert, der intakte Stadtteil Moorburg der Hafenerweiterung geopfert und eine Sedimentverbringung weit in die Nordsee auf Kosten der Steuerzahler gefordert. Das ist eindimensionale Wirtschaftspolitik der 1970er-Jahre, nur ein bisschen bunter und wortreicher verpackt“, so Christiane Blömeke, Landesvorsitzende des BUND Hamburg.

Der BUND kritisiert vor allem den von der Handelskammer geforderten massiven Neu- und Ausbau von Autobahnen in der Metropolregion Hamburg. Neben der umstrittenen A26 Ost sollen noch neue Abschnitte der A1 9, der A 21 und der A 39 gebaut werden. Für die A 1, die A 7 und die A 23 sind Verbreiterungen auf sechs bzw. acht Spuren vorgesehen. Die Handelskammer propagiere einen regelrechten Autobahnwahnsinn, der weiter Natur und Landschaft zerstört, so der Verband.

Unter dem Mantel der „Flächenneuordnung“ will die Handelskammer den Stadtteil Moorburg opfern und auch die Flächen des Vollhöfner Waldes hat sie in ihrer Vision für den Hafen West offenbar schon eingepreist. Der BUND Hamburg geht davon aus, dass es insbesondere zu diesen Flächenbegehrlichkeiten massiven Widerstand geben wird.

Die Handelskammer will zudem bei der Verbandsklage in Deutschland wieder das Rad zurückdrehen und Klagerechte einschränken. Auch diesen Plänen erteilt der BUND eine klare Absage.

„In einem wichtigen Punkt sind wir mit der Handelskammer einig: Wir brauchen schnell einen neuen Hafenentwicklungsplan, der die Dekarbonisierung der Wirtschaft abbildet. Dieser muss aber die Grenzen des Wachstums des Hamburger Hafens beachten und nicht nur alte Konzepte mit etwas Klimaschutz anreichern“, so Christiane Blömeke.

 

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