
Unsere Meere: Lebensraum oder Ressource?
Ein neues Wandbild zum UN-Nachhaltigkeitsziel (SDG) 14
„Leben unter Wasser“
ist am Neuen Kamp 32 im Karolinenviertel installiert
Über 70% der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Diese absorbieren rund 23% der jährlichen CO2-Emissionen, regulieren das Klima und den globalen Sauerstoffhaushalt. Sie bieten Nahrung, sichern Millionen von Menschen die Existenz und unser aller Zukunft auf der Erde. Die Nutzung der Meere ist historisch eng mit der Kolonialisierung verknüpft. Über Jahrhunderte wurden die Weltmeere als Transportwege, Rohstofflieferanten und Räume unbegrenzter Aneignung betrachtet – ohne Rücksicht auf ökologische Grenzen oder die Rechte lokaler Bevölkerungen. Postkoloniale Machtverhältnisse bestimmen weiterhin aktuelle Formen der Nutzung und Ausbeutung der Meere.
Dies zeigt besonders deutlich die Debatte um den Tiefseebergbau: Rohstoffe aus internationalen Gewässern sollen für die Energiewende gewonnen werden, obwohl die ökologischen Risiken enorm sind und vor allem Länder des Globalen Südens die Folgen tragen. Als weltweit erster Staat hat Papua Neuguinea offiziell den Tiefseebergbau genehmigt.
Mit diesem Thema befasst sich das aktuelle Wandbild von globalgoals.hamburg, das in Kooperation mit dem Pazifik Netzwerk Hamburg entstand. Es wurde von der renommierten Künstlerin Gazellah Bruder aus Papua Neuguinea entworfen und künstlerisch umgesetzt: „Wir müssen unsere Stimme für alle Lebewesen in den Ozeanen erheben: Sie sind unsere Lebensretter“, so die Künstlerin. Gazellah Bruder ist Malerin, Grafikdesignerin, Bildhauerin, Illustratorin, Produzentin, Moderatorin und Kuratorin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf soziale Fragen, Genderthemen, Klimawandel und Ökologie. Sie versteht sich als politische und künstlerische Aktivistin und nutzt ihre Kunst, um den öffentlichen Dialog über diese Themen zu fördern.
Das Projekt „Globale Ziele – lokal gestaltet“ macht seit 2017 mit Wandbildern die Globalen Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) in Hamburg sichtbar. Es möchte damit Impulse für eine Auseinandersetzung mit nachhaltigen Veränderungen geben. Die Bilder entstehen in Beteiligungsprozessen mit unterschiedlichen Menschen, Gruppen und Einrichtungen und unter Mitwirkung von Grafikdesigner:innen und internationalen Künstler:innen. Weitere Informationen: www.globalgoals.hamburg
Kontakt: Friderike Seithel, Paula Wichmann und Liz Kistner
Projektträger: Arbeitsstelle Globales Lernen, Ev.-luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost
mit Unterstützung von: Pazifik Netzwerk e.V., Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG) mbH Hamburg, MagicRope – Industrial Climbing, Kleinhempel GmbH
Gefördert durch: Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), Kirchlicher Entwicklungsdienst (KED), Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost
Bild: Gazellah Bruder. Infos zur Künstlerin: https://smarthistory.org/gazellah-bruder-goddess-i-am-and-feeding-the-gods-of-melanesia/
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