Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel

Siegerehrung beim 6ten Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb

(Hamburg – 12.01.2021) Die Covid-19-Pandemie konnte dem sechsten Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb zum Glück nichts anhaben. Seit Oktober 2020 haben Studierendenteams aus fünf Hamburger Hochschulen Marketing- bzw. Kommunikationskonzepte für je ein Partnerunternehmen aus dem Fairen Handel entwickelt und die Vorzüge der digitalen Welt hervorragend genutzt. Gestern Abend wurde das Siegerteam online gekürt. Gewonnen hat das Team der Hochschule Fresenius, das mit dem Partnerunternehmen EDEKA Niemerszein an den Start ging. Ausgehend von der Vermarktung fairer und kompostierbarer Kaffeekapseln am Point of Sale im Supermarkt haben die Studierenden einen breiten und stimmigen Maßnahmenkatalog erarbeitet, um das vollständige Sortiment fair gehandelter Produkte in Szene zu setzen.

„Ich freue mich sehr, dass wir wieder gemeinsam mit der Fair Trade Stadt den Hochschulwettbewerb durchführen konnten“, sagt Katharina Keienburg von der Innovations Kontakt Stelle Hamburg, die den Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb vor sechs Jahren zusammen mit der Fair Trade Stadt Hamburg ins Leben gerufen und die Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulteams vermittelt hat. Keienburg betont „Obwohl wir unsere Planungen im ersten Lockdown erst einmal auf Eis legen mussten, konnten wir doch fünf engagierte Unternehmen und Studierendenteams für die Kooperation im Winter- Semester gewinnen. Letztere haben mit ihren Konzepten gezeigt, wie sehr Unternehmen in der Praxis von der Expertise der Hochschulen profitieren können.“

Fairer Handel als Modell einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise

„In diesem Jahr war es uns von der Fair Trade Stadt Hamburg vor dem Hintergrund der Pandemie besonders wichtig, auf die Produkte des Fairen Handels aufmerksam zu machen und die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten anzukurbeln“, sagt Christine Priessner, Koordinatorin der Fair Trade Stadt Hamburg. Die Hintergründe: „Die Menschen in den Ländern des Globalen Südens leiden besonders stark unter den Auswirkungen der Corona- Krise. Viele kleinbäuerliche Betriebe und Werkstätten von Handwerker*innen, die für den weltweiten Markt produzieren, sind durch die Pandemie stark eingeschränkt oder haben schließen müssen“, so Priessner. Anders als hierzulande verlören die Produzent*innen damit ihre gesamte Existenzgrundlage – ohne jegliche soziale Absicherung. „Dabei sind die Produzent*innen des Fairen Handels besser gestellt als viele andere konventionelle Produzent*innen, weil ihnen der faire Handel die Möglichkeit gibt, die Krise besser zu überstehen“, erklärt Priessner. Als Gründe nennt sie, dass Bestellungen im fairen Handel nicht storniert wurden, dass die vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit weiterhin bestehe, und dass die Vorfinanzierung der Produktion nicht in Gefahr geraten sei dank der festen Preiszusagen im Vorfeld. „Der Faire Handel setzt hier schon heute sehr hohe Standards für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftsweise. Diese müssen noch bekannter gemacht werden“, betont Priessner.

Die Tandems und Themen des sechsten Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerbs

In diesem Jahr gingen fünf Tandems aus Wirtschaft und Wissenschaft an den Start:

  • Akademie für Mode und Design – Vita Nova Reformhaus Engelhardt GmbH & Co. KG
  • Hochschule Fresenius – EDEKA Niemerszein – Filiale St. Georg
  • Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Wilhelms im Wälderhaus
  • Hochschule Macromedia – Brands Fashion GmbH
  • International School of Management – Goldbek Verlag (Sparte FairMail)

Gewonnen hat zum zweiten Mal in Folge die Hochschule Fresenius, die in diesem Jahr für ihr Partnerunternehmen EDEKA Niemerszein ein Marketing-konzept für faire und kompostierbare Kaffeekapseln erstellte. Die neunköpfige Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Nicht-Regierungs- Organisation und Verwaltung und auch der Unternehmens- Partner waren begeistert von der professionellen Vorgehensweise der Studierenden für „Sustainable Marketing and Leadership“. „Die Studierenden haben die Aufgabenstellung kritisch hinterfragt und weit über das einzelne Produkt hinausgedacht. Die wissenschaftliche Vorgehensweise in der Erarbeitung der Strategie als Grundlage für die konkreten Maßnahmen für unseren Supermarkt hat mich sehr beeindruckt! Wir hatten den Studierenden die Aufgabe gestellt, dass unsere Auszubildenden die Ergebnisse in ihrem Auszubildendenprojekt umsetzen können. Genau das haben wir vor!“ freut sich der EDEKA Niemerszein-Geschäftsführer Volker Wiem, der bereits bei der Prämiere des Hochschulwettbewerbs im Jahr 2015 den ersten Preis gewann. „Die Urkunde hängt noch heute bei uns im Laden in der Langen Reihe. Aufgrund der positiven Erfahrung von damals habe ich auch ohne zu zögern für den Wettbewerb in diesem besonderen Jahr zugesagt“, erinnert sich Wiem.

Den Ersten Platz nur knapp verpasst hat die Hochschule Macromedia, die mit dem Bekleidungshersteller Brands Fashion kooperierte. Die Studierenden erarbeiteten ein Konzept für die Einführung einer neuen Linie für Fairtrade-zertifizierte Yogakleidung in Drogeriemärkten. Das Konzept eignet sich für die Ansprache unterschiedlicher Drogeriemärkte bundesweit. Die Studierenden haben anhand einer profunden Marktanalyse die Bandbreite an Kommunikationsmaßnahmen zu nutzen gewusst und neben Einkäufer*innen auch die Endkund*innen in ihrem Konzept mitgedacht.

Über den dritten Platz konnten sich die Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften freuen, die ihrem Partner, dem Wilhelms im Wälderhaus Online-Wege aufzeigten, um neue Gäste für das Restaurant zu gewinnen. Mit neuen, kreativen Maßnahmen für die sozialen Medien kann das Wilhelms zukünftig besser auf seine regional ausgerichtete Speisekarte und fair gehandelten Getränken aufmerksam machen.

Das analoge Produkt „Postkarte“ entdeckten die Studierenden der International School of Management für sich neu. Für den Goldbek Verlag erarbeiteten sie neue Online-Bestellwege für die Einkäufer*innen der fairen Postkartenreihe „FairMail“. Neue Highlights im Onlineshop geben den Einkäufer*innen mehr Hintergründe zu den jugendlichen Fotograf*innen aus Südamerika und zum Fairen Handel.

Das Team der Akademie für Mode und Design untersuchte, welche Zielgruppen des Reformhauses Engelhardt für fair gehandelte Produkte gewonnen werden können. Dabei legten sie ihren Fokus auf eine jüngere Zielgruppe und schlugen Maßnahmen im Bereich Social Media und Workshops vor.

Die heutige Preisverleihung

Die Preisverleihung konnte nicht, wie in den letzten Jahren im Rathaus stattfinden, sondern wurde online durchgeführt.

Schirmherrin ist Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

Der Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb wird von der Fair Trade Stadt Hamburg und der Innovations Kontakt Stelle Hamburg durchgeführt.

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