Das ist neu

Die Stadt von morgen gestalten: Rückblick auf die Nachhaltigkeits-Werkstatt #HSC26 Nachhaltigkeit wirksam steuern: Was Hamburg jetzt braucht #HSC26 in Hamburg: Wenn die Welt zu Gast ist, was bleibt für die Stadt? Wer das Klima schützt, schützt die Demokratie

Vom 19. bis 28. Juni laden mehr als 160 Hamburger Stiftungen mit über 350 Veranstaltungen in die ganze Stadt ein. Was dabei entsteht, ist weit mehr als ein Programmfest: Die Hamburger Stiftungstage zeigen, wie Gemeinwohlorientierung, demokratisches Engagement und soziale Teilhabe in der Praxis aussehen — und wie nah das an den Zielen der UN-Agenda 2030 liegt.

Was ist der Kern der Stiftungstage?

Mehr als 1.500 Stiftungen sind in Hamburg aktiv. Sie fördern Bildung, Kultur, Umwelt, Wissenschaft und gesellschaftliche Teilhabe — allesamt Handlungsfelder, die sich direkt mit den SDGs decken. Einmal im Jahr machen die Hamburger Stiftungstage diese Arbeit sichtbar: Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Stadtführungen und Diskussionsrunden, von Harburg bis Poppenbüttel, von Bergedorf bis Blankenese, viele davon kostenfrei.

Das Stiftungsbüro Hamburg organisiert die Stiftungstage im Rahmen der BürgerStiftung Hamburg und wird von einem breiten Trägerkonsortium getragen — darunter die Körber-Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S..

  1. Juni: Hamburgs längste Tafel für Demokratie

Das Herzstück der Stiftungstage ist das große Rathausmarktfest am Samstag, dem 20. Juni, von 12 bis 17 Uhr. Eine 400 Meter lange Tafel füllt den gesamten Rathausmarkt, an der über 150 Stiftungen, Vereine und Initiativen die ganze Stadt zum Klönen, Schlemmen, Spielen, Tanzen und Debattieren einladen. Moderator Michel Abdollahi führt durch das Bühnenprogramm, das Bundesjugendballet verwandelt den Platz in die größte Tanzfläche der Stadt, 100 junge Stimmen der Young ClassX treten auf, und der Hamburger Kneipenchor lädt zum Mitsingen ein.

Für die Agenda-2030-Gemeinschaft besonders relevant ist die große Sachspendenaktion „Hamburg packt’s zusammen!“: Hanseatic Help, die Hamburger Tafel und DER HAFEN HILFT! sammeln Lebensmittel, Kleidung und Hausrat für Menschen in Not. Das ist SDG 1 (Keine Armut) und SDG 2 (Kein Hunger) in konkreter lokaler Aktion.

Flashmob für Demokratie: UND als politisches Symbol

Gegen 14:30 Uhr findet auf dem Rathausmarkt ein Demokratie-Flashmob statt, der bundesweit Aufmerksamkeit verdient. Hunderte Menschen formen mit ihren Körpern das Wort UND — als sichtbares Zeichen für demokratisches Miteinander im öffentlichen Raum. Initiiert wird die Aktion vom neuen überparteilichen Netzwerk „…und… was Hamburg zusammenhält“, das aus der erfolgreichen Demokratiekampagne GoVote hervorgegangen ist.

Herzstück des Projekts ist „hundertUNDvier“: Bis 2029 sollen in allen 104 Hamburger Stadtteilen jeweils eine Woche lang lokale Gemeinschaft und gesellschaftlicher Zusammenhalt ins Zentrum gestellt werden. Das Vorhaben greift direkt SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) sowie SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) auf. Der Flashmob ist gleichzeitig der Startschuss für hamburg- und bundesweite Aktionen.

Zehn Tage Programm: SDGs in Aktion

Das Programm über zehn Tage deckt nahezu alle nachhaltigen Entwicklungsziele ab. Eine Auswahl mit SDG-Bezug:

Umwelt und Klimaschutz (SDG 13, 15): Am 20. Juni gibt es eine Baumpflanzung und Radtour unter dem Motto „Klimaschutz für alle!“. Am 27. Juni lädt der Bach-Aktionstag dazu ein, die Wandse und die Berner Au gemeinsam zu pflegen. Am 28. Juni findet eine naturkundliche Exkursion zum Raakmoor statt („12 Monate — 12 Moore“). Die Dauerausstellung PLANET A* im Museum der Natur Hamburg widmet sich dem Thema Artenvielfalt.

Bildung und Innovation (SDG 4): Am 26. Juni lädt die Veranstaltung „Education for Innovation“ zu Impulsen und Einblicken in neue Bildungsformen für den Unterricht der Zukunft ein. Ebenfalls am 26. Juni öffnet das Schülerforschungszentrum Hamburg seine Türen für Groß und Klein.

Inklusion und soziale Teilhabe (SDG 10): Am 24. Juni findet das inklusive „Alles Fit Festival“ vor dem Knust statt. Thematische Stadtrundgänge in Alsterdorf beleuchten am 23. und 25. Juni „Wege zur Inklusion“. Am 23. Juni gibt es außerdem eine Rundtour zu Erfolgsprojekten rund um Wege aus der Obdachlosigkeit.

Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt (SDG 16, 17): Am 22. Juni diskutieren die Chefredakteure von Hamburger Abendblatt, ZEIT und DER SPIEGEL gemeinsam die Frage „Was unsere Demokratie jetzt braucht“. Das trifft den Nerv einer Zeit, in der Hamburg gleichzeitig an seiner ersten kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie arbeitet, die Ende 2026 vom Senat beschlossen werden soll.

Warum das für 2030hamburg.de relevant ist

Hamburg ist seit September 2025 Mitglied im Club der Agenda-2030-Kommunen und erarbeitet seine erste gesamtstädtische Nachhaltigkeitsstrategie. Die Hamburger Stiftungstage sind kein Randprogramm zu diesem Prozess, sondern sein lebendiger Kern: Zivilgesellschaft, die nicht auf Strategiepapiere wartet, sondern Teilhabe, Klimaschutz, Demokratie und soziale Gerechtigkeit täglich gestaltet.

Dagmar Entholt-Laudien, Vorstandsvorsitzende der BürgerStiftung Hamburg, bringt es auf den Punkt: Die Stiftungstage sind „eine erfolgreiche Börse für Wissen, Kenntnisse und Engagement“ und laden dazu ein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu stärken.

Das gesamte Programm ist unter www.hamburger-stiftungstage.de abrufbar. Viele Veranstaltungen sind kostenfrei, bei Angeboten mit begrenzter Kapazität ist eine Anmeldung erforderlich.


Entdecke mehr von Hamburg für die Nachhaltigen Entwicklungsziele

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.