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(tl;dr) Hamburg setzt mit dem „Masterplan Industrie 2023“ auf die zukünftige Stärkung und Klimaneutralität der Industrie. Durch fortlaufende Dialoge, nachhaltige Energiequellen wie Wasserstoff, Effizienzsteigerungen und eine Task Force soll der Industriestandort widerstandsfähig und wettbewerbsfähig bleiben. Das jährliche Spitzengespräch im Rathaus soll den Fortschritt begleiten.

Senat, Industrieverband, Handelskammer und Gewerkschaften trafen sich heute zum Spitzengespräch mit Industrieunternehmen im Hamburger Rathaus. Ziel ist es, die Industrie für die Zukunft weiterzuentwickeln, die Transformation zur Klimaneutralität zu ermöglichen und damit die Industrie in Hamburg zu stärken.

Hamburg ist die größte Industriestadt Deutschlands. Im Mai 2023 unterzeichneten der Senat, der Industrieverband Hamburg, die Handelskammer Hamburg sowie der DGB Nord den „Masterplan Industrie“. Mit der Vereinbarung wollen Senat und die Partner des Masterplans gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sich die Industrieunternehmen in Hamburg zukunftsfähig entwickeln können. Dazu ist ein fortlaufender Dialog notwendig.

Die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten unter anderem über Fachkräftegewinnung, Dekarbonisierung der Industrie, effiziente Genehmigungsverfahren, Digitalisierung und weitere industriepolitisch relevante Themen. Das Spitzengespräch auf Einladung des Ersten Bürgermeisters mit der Industrie soll jährlich stattfinden.

Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Wir stärken die Industrie in Deutschland und besonders am Standort Hamburg, indem wir verlässliche Partnerschaften eingehen. Der Senat steht zum Masterplan Industrie und setzt sich entschlossen für angemessene Energiepreise ein. Unser Ziel ist es, die Hamburger Industrie zukunftssicher zu machen, Arbeitsplätze zu erhalten und gleichzeitig die Transformation zur Klimaneutralität zu realisieren.“ 

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft und Innovation: „Hamburg steht fest an der Seite seiner Industrie! Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass die anstehende Transformation nur im engen Zusammenwirken bewältigt werden kann. Die Industrie als tragende Säule der Hamburger Wirtschaft spielt bei der Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit eine Schlüsselrolle. Um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen, ist ein ständiger Austausch aller Akteure entscheidend. Ich freue mich deshalb, dass das heutige Gespräch ein Auftakt für jährliche Treffen zwischen Senat und Industrie darstellt.“

Prof. Norbert Aust, Präses Handelskammer Hamburg: „Hamburgs Industrie benötigt dringend eine belastbare Perspektive für grüne Energie und Wasserstoff: Verlässlich verfügbar und zu wettbewerbsfähigen Preisen, um auf den Weltmärkten zu bestehen. Hierfür muss die Politik schnellstmöglich sorgen. Nur so kann die Industrie eine tragfähige Stütze für die konsequente und schnelle Dekarbonisierung des Wirtschaftsstandortes bilden und der aktuelle Trend der schleichenden Deindustrialisierung umgekehrt werden.“

Andreas Pfannenberg, Vorstandsvorsitzender Industrieverband Hamburg e. V.: „Es gibt nichts zu beschönigen: Der Standort Deutschland fällt international immer weiter zurück. Die Deindustrialisierung ist ein reales Risiko, auch in Hamburg. Viele unserer Mitgliedsunternehmen leiden immer stärker unter den hohen Energiekosten, unnötiger Bürokratie, zu langsamen Genehmigungsverfahren und einer in vielen Bereichen nur noch mittelmäßigen Infrastruktur. Dass der Senat sich das Ziel gesetzt hat, Hamburg zur Modellregion für industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln, unterstützen wir ausdrücklich. Wir wollen einen innovativen, nachhaltigen Standort mit einer starken Industrie und hochwertigen Arbeitsplätzen und Hamburg als größte Industriestadt Deutschlands weiterentwickeln. Dafür muss die Politik nun aber entscheidungsstärker und schneller die Maßnahmen des Masterplans Industrie vorantreiben.“

Laura Pooth, Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund Bezirk Nord: „Industrie ist in Hamburg das Fundament für Wachstum und Beschäftigung. Mit ihrer täglichen Arbeit sichern Industrieunternehmen und Beschäftigte den Wohlstand unserer Stadt. Ungeachtet dessen stehen wir vor großen Herausforderungen. Die Transformation zur Klimaneutralität erfordert von Beschäftigten und Industrie große Anstrengungen. Wir können diese Herausforderungen nur gemeinsam lösen. Gemeinsam können wir zeigen, dass Hamburg im Verbund mit den norddeutschen Ländern eine erfolgreiche Energiewende, klimafreundliche Industrieproduktion mit Guter Arbeit und Beschäftigungssicherung verknüpfen kann. Dazu braucht es Planungssicherheit, gute Rahmenbedingungen und mehr Investitionen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Schuldenbremse unsere Zukunft weiter ausbremst.“

Der Masterplan Industrie beschreibt eine Vision von Hamburg als führende Modellregion für industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Prosperität und Zukunftsentwicklung mit „Guter Arbeit“, Beschäftigungssicherung und beispielgebender Transformation zur Klimaneutralität. Die Hamburger Industrie soll damit zugleich in die Lage versetzt werden, krisenhaften Erschütterungen und Veränderungsprozessen standzuhalten.

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Hamburg hat einen neuen „Masterplan Industrie 2023“ vorgestellt, um den Industriestandort für die Zukunft zu stärken und weiterzuentwickeln. Die wichtigsten Punkte sind:

Hintergrund und Ziele

  • Hamburg gilt als größte Industriestadt Deutschlands mit rund 183.000 Beschäftigten und 40% des Wirtschaftsumsatzes im Industriesektor.
  • Der Masterplan wurde von Senat, Industrieverband, Handelskammer und Gewerkschaften gemeinsam erarbeitet und unterzeichnet.
  • Ziele sind die Stärkung der Industrie, die Transformation zur Klimaneutralität und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Kernpunkte des Masterplans

  • Fünf Handlungsfelder: Flächen und Infrastruktur, Innovation und Digitalisierung, Klima/Energie/Umwelt, Arbeit/Bildung/Qualifizierung, Industrie und Gesellschaft.
  • Konkrete Maßnahmen wie Bereitstellung von 100 Hektar Industrieflächen, schnellere Genehmigungsverfahren, Fachkräftesicherung.
  • Einrichtung einer Task Force für eine resiliente Industrie.

Umsetzung und Dialog

  • Jährliches Spitzengespräch zwischen Senat und Industrie im Rathaus.
  • Fortlaufender Dialog zu Themen wie Fachkräftegewinnung, Dekarbonisierung, Digitalisierung.
  • Überprüfung und Evaluierung der Maßnahmen nach fünf Jahren.

Herausforderungen

  • Hohe Energiekosten und drohende Deindustrialisierung als Hauptsorgen der Industrie.
  • Forderung nach wettbewerbsfähigen Energiepreisen und schnellerer Umsetzung der Maßnahmen.

Der Masterplan soll Hamburg als Modellregion für industrielle Wettbewerbsfähigkeit positionieren und die Transformation zur Klimaneutralität vorantreiben.

Die Dekarbonisierung der Industrie in Hamburg wird durch verschiedene konkrete Maßnahmen und Initiativen umgesetzt:

Wasserstoff als Schlüsseltechnologie

  • Hamburg setzt stark auf grünen Wasserstoff als Energieträger für die Industrie.
  • Es wird ein Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) aufgebaut, um Industrieunternehmen mit Wasserstoff zu versorgen.
  • Am Kraftwerksstandort Moorburg ist ein 100-MW-Groß-Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion geplant.

Erneuerbare Energien

  • Die neu gegründete „Erneuerbare Hafenenergie Hamburg GmbH“ soll den Ausbau erneuerbarer Energien wie Photovoltaik und Windkraft im Hafengebiet vorantreiben.
  • Ziel ist es, einen großen Teil des Strombedarfs der Hafenwirtschaft und Hafenunternehmen aus erneuerbaren Quellen zu decken.

Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft

  • Unternehmen sollen ihren Energieverbrauch senken, z.B. durch bessere Nutzung von Abwärme und effizienteren Ressourceneinsatz.
  • Wichtige Unternehmen sollen Strategien für die Kreislaufwirtschaft zur Dekarbonisierung der Wertschöpfungsketten erarbeiten.

CO2-Abscheidung und -Nutzung

  • Es ist eine Machbarkeitsstudie für Technologien zur CO2-Abscheidung und -Nutzung (CCU) in der Hamburger Industrie geplant.

Infrastruktur und Logistik

  • Der Güterverkehr soll durch Ausbau der Schieneninfrastruktur und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs dekarbonisiert werden.
  • Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur für emissionsfreien Straßengüterverkehr wird vorbereitet.

Förderprogramme und Kooperationen

  • Hamburg beteiligt sich an IPCEI-Wasserstoffprojekten zur Unterstützung der industriellen Transformation.
  • Eine Task Force „Resiliente Industrie“ soll Lösungsansätze für eine klimaneutrale Industrie entwickeln.

Durch diese vielfältigen Maßnahmen strebt Hamburg an, die CO2-Emissionen des Industriesektors bis 2030 um 73% und bis 2045 um 99% gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Umsetzung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Der DGB nimmt daran tiel.


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