Samstag: Aktionstag für einen bundesweiten Mietenstopp

MietenstoppDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Mieterverein zu Hamburg und die Mieterinitiative Steilshoop rufen am Samstag, den 19. Juni zu einem Aktionstag für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp auf. In über 50 Städten in Deutschland geht ein breites Bündnis aus Initiativen und Organisationen an diesem Tag auf die Straße.

In Hamburg wird es unter dem Motto „Kein Abstrampeln für die Miete“ ab 10 Uhr eine Fahrraddemonstration vom Gewerkschaftshaus (Besenbinderhof 60) nach Steilshoop geben, wo vor dem Einkaufszentrum (Schreyerring) eine Abschlusskundgebung stattfindet.

Der Hamburger Stadtteil Steilshoop steht symbolisch für einen Wohnungsmarkt, der immer mehr durch Großkonzerne und Investoren wie Vonovia gesteuert und gestaltet wird, jedoch nicht von oder im Sinne der Mieter*innen.

Die Initiatoren des Aktionstages fordern: Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Spekulationsgut. Wir brauchen einen Kurswechsel!

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen einen großen Teil ihres erarbeiteten Einkommens direkt an die Vermieter weiterreichen. Selbst bei guten Tarifabschlüssen fressen die Mieten die Einkommen zunehmend auf. Deswegen fordern wir von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp. Die Menschen brauchen eine Atempause.“

Dr. Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg:Die bisherigen gesetzlichen Maßnahmen zur Regulierung der Mieten haben sich als untauglich erwiesen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass ohne einen längst überfälligen Mietenstopp auf Bundesebene dem unkontrollierten Anstieg der Mieten Einhalt geboten werden kann!“

Günter Wolf, Sprecher der Mieterinitiative Steilshoop: „Keine Sanierung auf Kosten der Mieterinnen und Mieter! 20 Jahren wurden Wohngebäude in Steilshoop nicht instandgesetzt, notwendige Sanierungsmaßnahmen lange aus Kostengründen, oder besser aus Profitgier, nicht durchgeführt. Jetzt werden Mieten unverhältnismäßig erhöht. So werden Menschen aus ihren Wohnungen gedrängt.“

Zuletzt hatte eine Studie der Hans-Böckler-Studie gezeigt: 53 Prozent der Mieter*innen in Hamburg geben mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus. Bei zwölf Prozent ist es sogar mehr als die Hälfte.

Die Mieten sind in Hamburg in den letzten fünf Jahren um 19 Prozent gestiegen. Während 2016 für einen Quadratmeter noch 10,49 Euro zu zahlen waren, mussten Anfang 2021 bereits 12,50 Euro gezahlt werden (empirica Preisdatenbank auf Basis der VALUE Marktdaten).

Mehr Informationen zur Kampagne Mietenstopp unter www.mietenstopp.de.

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