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Die Stadt von morgen gestalten: Rückblick auf die Nachhaltigkeits-Werkstatt #HSC26 Nachhaltigkeit wirksam steuern: Was Hamburg jetzt braucht #HSC26 in Hamburg: Wenn die Welt zu Gast ist, was bleibt für die Stadt? Wer das Klima schützt, schützt die Demokratie

„Unser Feind ist nicht greifbar, unser Feind ist die Angst. Das Gefühl, nichts mehr tun zu können, die Zukunft zu formen.“ Diese Worte der Poetry-Künstlerin Alhanislam hingen noch im Raum, als das Podium begann, genau dagegen zu arbeiten.

Am Sonntagabend versammelten sich bei „Zukunft Formen – Forming Futures“ internationale und lokale Wegbereitende aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in der St. Katharinenkirche Hamburg. Die Veranstaltung verknüpfte die Hamburg Sustainability Conference und die Hamburg Sustainability Week.

Wer Kohle abbaut, finanziert Autokraten

Stefan Aykut, Soziologe an der Universität Hamburg, sagte es direkt: Staaten und Technologie allein werden das nicht lösen. Gesellschaftliche Bewegungen haben die größten Fortschritte der Geschichte erkämpft, nicht Regierungen im Alleingang.

Seine These geht weiter. Autokratische Regime weltweit finanzieren sich über fossile Einnahmen. Wer sich aus fossilen Energien löst, entzieht diesen Strukturen die Grundlage. Aykuts Schluss: „Klimapolitik ist auch Friedenspolitik.“

Und noch ein Schritt. Klimamaßnahmen scheitern nicht an fehlendem Wissen, sondern an fehlender Akzeptanz. Aykuts Befund aus der Forschung ist eindeutig: Je gerechter eine Maßnahme wirkt, desto mehr Menschen unterstützen sie. Wer die Energiewende nur für einige wenige gestaltet, verliert die Mehrheit. Bürgerenergiegenossenschaften sind kein nettes Beiwerk. Sie sind politische Notwendigkeit.

Wo das Geld fehlt

Sabine Kunst, Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung, benannte die Lücke: Milliarden fließen weltweit in die Wissensproduktion. Für die Umsetzung, also die konkrete Anwendung nachhaltiger Materialien in marktfähige Produkte, fehlt das Geld. Genau dort fördern Stiftungen wie ihre junge Gründende: Menschen, die Kunst, die Unmögliches trotzdem versuchen.

Die Ohnmacht ist wählbar

Alhanislam hatte recht. Der eigentliche Feind sitzt nicht in einem Kohlekraftwerk und nicht in einem Parlament. Er sitzt in dem Moment, in dem Menschen aufhören zu glauben, dass ihre Entscheidungen zählen. Die Frage ist nicht mehr ob Hamburg handelt. Die Frage ist, wann es aufhört, der Ohnmacht nachzugeben.


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