2030-Agenda und SDGs

2030-Agenda und SDGs

Das Forum Umwelt & Entwicklung berichtet aktuell zum Thema 2030-Agenda und SDGs:

  • UNFSS | Der Ernährungsgipfel des UN-Generalsekretärs: Konzerne diktieren Staaten wie Ernährungssysteme zu transformieren sind
    von Riejan Abo Ward am 21. September 2021 um 7:25

    Können wir eine Zukunft verantworten, wo Nahrung zur Kapitalanlage wird und Roboter und Drohnen unsere Kleinbäuer*innen ersetzen? Der dominante Einfluss von Konzernen und der Finanzwelt im diesjährigen UN-Welternährungsgipfel (UN-Food Systems Summit, UNFSS) am 23. September in New York gibt diesem Zukunftsbild erste Konturen. Trotz scharfer Kritik von Seiten der internationalen und nationalen Zivilgesellschaft hat die UN erstmalig die Diskussionstische für unterschiedliche Akteure - von Konzernen über Banken und philanthropischen Organisationen – mittels eines Multi-Stakeholder-Ansatzes zugänglich gemacht. Die Devise lautet: wir brauchen Finanzierungen für die kostspielige Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen. Doch mit seinem Fokus auf Finanzierung, konzerngeprägten digitalen Technologien und Innovationen als Lösungsansätze wird der Gipfel womöglich strukturelle Probleme wie geistige Eigentumsrechte an Saatgut und Wissen, Daten- und Landraub, insbesondere im globalen Süden, noch mehr verschärfen. Letztlich handelt es sich beim Gipfel - aufgrund des fehlenden UN-Mandats und im Gegensatz zu den Ernährungsgipfeln 1996 und 2009 - um kein zwischenstaatliches Treffen, sondern lediglich um einen „Ernährungsgipfel des UN-Generalsekretärs“. Dennoch scheinen seine Anstrengungen in einem problematischen Folgeprozess zu fruchten.Weiterlesen

  • WALGESANG – Politisches Konzert über die Meere
    von Riejan Abo Ward am 6. September 2021 um 14:30

    Wir laden ein zu einem Abend voller Musik und Meeresaktivismus: Die Band Ahabs Linkes Bein trifft auf die Nachhaltigkeitsexpertin Marie-Luise Abshagen Das Meer: Sehnsuchtsort und Projektionsfläche für Gefühlsregungen aller Art, Gegenstand von Ausbeutung und Gewinnabsichten, bedrohter Lebensraum. Mit dem politischen Konzert WALGESANG verbinden die Band Ahabs Linkes Bein und die Nachhaltigkeitsexpertin Marie-Luise Abshagen Empörendes mit Verträumten, Fakten mit Poesie. Sie verweben einen Vortrag zum Schutz der Meere mit einer wilden Mélange aus Betonwüstenfolk, Seemannschanson und Großstadtbluegrass. Es geht um die Faszination der Meeresökosysteme, den Kampf gegen Tiefseebergbau und die besondere emotionale Verbindung der Menschen zum Meer. Weiterlesen

  • Ein Stachel im AGRA-Märchen: Unabhängige Expert*innenbewertungen bestätigen das Scheitern der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika
    von Riejan Abo Ward am 23. August 2021 um 9:28

    Die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) und ihre Fixierung auf technische Lösungen zur Hunger- und Armutsbekämpfung spielen eine Schlüsselrolle auf dem UN-Welternährungsgipfel im September dieses Jahres. Die AGRA-Präsidentin, Dr. Agnes Kalibata, ist beispielsweise Sondergesandte des Gipfels. AGRA, registriert in den USA, wurde 2006 unter anderem von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung mit der Vision gegründet, die landwirtschaftlichen Erträge und Einkommen von 30 Millionen kleinbäuerlichen Haushalten zu verdoppeln und damit sowohl Hunger als auch Armut in 20 afrikanischen Ländern bis 2020 zu halbieren. In ihrem kürzlich erschienenen Hintergrundpapier entlarven zivilgesellschaftliche Organisationen aus Burkina Faso, Deutschland, Kenia, Mali, Nigeria, Tansania, Uganda und Sambia den Mythos um AGRA: Der AGRA-Ansatz ist gescheitert.Weiterlesen

  • Stellungnahme deutscher NGOs zum SAICM Beyond 2020-Prozess
    von Wolfgang Obenland am 30. Juli 2021 um 8:16

    Während die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für den Strategischen Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement SAICM aufgrund der COVID-19-Pandemie ins Stocken geraten sind, haben deutsche Nichtregierungsorganisationen eine Stellungnahme dazu verfasst, was aus ihrer Sicht nötig ist, den Umgang mit giftigen und gefährlichen Substanzen von der Rohstoffausbeute bis zur Entsorgung nachhaltig zu gestalten.Weiterlesen

  • AUFRUF : Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge!
    von Ramona Bruck am 23. Juli 2021 um 8:02

    AUFRUF : Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge! 31. Juli 2021 – Demonstration gegen das geplante Flüssigerdgasterminal in Brunsbüttel   Die Wissenschaft ist eindeutig: Um die Klimakrise zu bekämpfen müssen alle fossilen Energieträger – Kohle, Gas und Öl – jetzt im Boden bleiben. Doch im Zuge des hart erkämpften Kohleausstiegs setzen Politik und Energiekonzerne auf Weiterlesen

Im September 2015 wurde auf einem UN-Gipfel die 2030-Agenda von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Die 2030-Agenda  umfasst unter anderem die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG, dt.: Ziele für eine nachhaltige Entwicklung). Die SDG formulieren Maßnahmen und Ziele zu Themen wie Armut, Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltigem Wachstum und zur Eindämmung des Klimawandels. Das Novum an den SDGs ist der Paradigmenwechsel: Alle Länder sollen die Ziele umsetzen und sich somit gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Die neuen, globalen, für alle Staaten geltenden SDG beinhalten die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

Die SDGs sind ein weiterer Meilenstein in der Geschichte nachhaltiger Entwicklung. 1992 fand die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED, auch „Earth Summit“ genannt) in Rio de Janeiro statt, bei dem die Arbeit der Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD Commission on Sustainable Development) ihren Ursprung hat. Damals wurde unter anderem der Klimawandel erstmalig als ernstes Problem benannt und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Zu dieser Zeit entstand die Agenda 21, das entwicklungs- und umweltpolitische Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung. Im September 2000 wurde nach dem Millenniums-Gipfel die Millenniums-Deklaration der Vereinten Nationen verabschiedet, welche die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) mit einem konkreten Zeitrahmen bis 2015 formulierte. Die MDGs bildeten seither einen wichtigen Kern der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Zwanzig Jahre später nach dem Weltgipfel in Rio de Janeiro sollten auf dem Rio+20-Gipfel vom 20. bis zum 22. Juni 2012 die Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung überprüft werden. Aus diesem Anlass versammelten sich hunderte Staats- und Regierungschefs sowie Repräsentanten nichtstaatlicher Organisationen, des privaten Sektors und anderer Gruppen aus aller Welt, um sich vor allem auf die beiden Hauptthemen „Eine grüne Wirtschaft im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung“ und „Das institutionelle Gerüst für eine nachhaltige Entwicklung“ zu beraten. Wichtiges Ergebnis des Rio+20-Gipfels war die Entscheidung, einen Rahmen für die  SDGs zu entwerfen. Auf der 68. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde schließlich beschlossen, die Weiterführung der MDG als Teil der SDG einzuarbeiten.

Bis zum Jahr 2030 sollen die SDG nun von allen Staaten und auf allen Ebenen (national, regional und international) umgesetzt werden. Eine jährliche Überprüfung des Umsetzungsstands findet in New York beim High Level Political Forum (HLPF) statt. In Deutschland wird die Umsetzung der SDG vor allem im Kontext der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stattfinden.