2030-Agenda und SDGs

2030-Agenda und SDGs

Das Forum Umwelt & Entwicklung berichtet aktuell zum Thema 2030-Agenda und SDGs:

  • Konferenz: „smart, aber fair – wie Digitalisierung alle mitnehmen kann“
    von Ramona Bruck am 24. November 2020 um 10:40

    Die Digitalisierung bietet vielfältige Chancen für die Verwirklichung der SDGs. Zugleich treten aber auch die Risiken der Digitalisierung immer deutlicher zutage. Schon jetzt trägt sie dazu bei, bestehende Ungleichheiten zu verschärfen – etwa zwischen dem globalen Norden und Süden, den Geschlechtern oder den Generationen. Digitale Tools können zur Kontrolle oder Manipulation von Gesellschaften missbraucht werden, sowohl durch Staaten als auch durch Konzerne. Zudem führt sie zu einem massiven Verbrauch von Rohstoffen und Energie. Die Konferenz richtet sich sowohl an Vertreter_innen aus Politik und Zivilgesellschaft als auch an Interessierte aus Wirtschaft und der Digitalbranche. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir über Chancen und Risiken digitaler Instrumente für nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe diskutieren und überlegen, wie eine faire Digitalisierung machbar ist.Weiterlesen

  • Aktuell nachgefragt | Die größte Freihandelszone der Welt
    von Riejan Abo Ward am 17. November 2020 um 14:47

    China hat mit 14 weiteren Ländern in Asien und im Pazifik eine neue Freihandelszone vereinbart, die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP). Verglichen mit der von den USA initiierten Trans-Pazifik Partnership (TPP) unter Ausschluß von China, die 2016 vereinbart und 2017 von US-Präsident Trump aufgekündigt wurde, wurden die acht Jahre andauernden Verhandlungen außerhalb Asiens bislang wenig beachtet. Das Abkommen umfasst 2,2 Milliarden Menschen und rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung und bringt erstmals Asiens wichtigste Wirtschaftsmächte - China, Japan und Südkorea - unter einem Dach zusammen. In Deutschland werden schon die ersten Stimmen laut, die behaupten, nun »stehen wir im Zugzwang«. Wir schauen genauer hin: Wieviel ändert sich dadurch wirklich? Welche Interessen stecken dahinter? Und was bedeutet RCEP für Europa?Weiterlesen

  • Stop Tiefseebergbau – Policy Briefing
    von Marie-Luise Abshagen am 17. November 2020 um 12:30

    Derzeit verhandeln Staaten Regeln für den Abbau mineralischer Ressourcen vom Boden unserer Ozeane. Doch was in der Erzählung von Bergbauunternehmen wie ein Märchen von grünen, sauberen Meeresrohstoffen klingt, ist eigentlich eine Geschichte von Intransparenz und Gier, die unsere Ozeane zerstören wird.   Wir wollen und brauchen keinen Tiefseebergbau. Warum das so ist und was zu Weiterlesen

  • Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz vor Profit
    von Riejan Abo Ward am 17. November 2020 um 10:54

    In weniger als einem halben Jahr hat die Coronavirus-Pandemie die Karten der wirtschaftlichen Globalisierung grundlegend neu gemischt. Komplexe Versorgungsketten, internationale Arbeitsteilung und Just-in-time-Operationen haben in den letzten dreißig Jahren zugenommen. Ihre Dysfunktionalitäten sind jetzt eine Quelle der Krise, nicht der Widerstandsfähigkeit. Die Pandemie bringt die zugrunde liegende strukturelle Verwundbarkeit, die das Wirtschaftssystem für die Menschen und den Planeten mit sich bringt, deutlich zum Vorschein. Anstatt uns bei der Überwindung der Pandemie zu helfen, hat es das neoliberale Handels- und Investitionsregime angesichts unserer Abhängigkeit von großen und instabilen globalisierten Produktionsketten schwieriger gemacht, auf diese Krise zu reagieren.Weiterlesen

  • Factsheet: die Verankerung von Umwelt- und Klimaschutz in EU Handelsverträgen
    von Riejan Abo Ward am 10. November 2020 um 9:00

    Die 16 hier präsentierten Vorschläge sind Beispiele dafür, wie internationale Verträge Handelsbeziehungen ökologisch regulieren könnten. Dabei konnten viele für die Bekämpfung der Klimakrise wichtige Themen, wie etwa die Reduktion von internationalen Transportemissionen oder Maßnahmen gegen die fortschreitende Entwaldung, nicht aufgenommen werden. Zudem war es nicht möglich, Vorschläge für die Stärkung sozialer Gerechtigkeit und von Arbeitnehmer*innenrechten systematisch mit zu entwickeln; dies hätte den Rahmen der oben genannten Studie überschritten. Es wurde jedoch versucht, Fragen der globalen Gerechtigkeit und einer Umwelt- und Handelspolitik, die die Interessen des Globalen Südens einbezieht, in die hier präsentierten Vorschläge stets einfließen zulassen. Dass für eine klima- und umweltschonende Zukunft darüber hinaus grundsätzliche Prinzipien und Logiken unseres Handels- und Wirtschaftssystems, wie die Wachstums- und Exportorientierung der Wirtschaft, geändert werden müssen, steht dabei außer Frage –geht aber über die vorliegende Publikation hinaus.  Weiterlesen

Im September 2015 wurde auf einem UN-Gipfel die 2030-Agenda von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Die 2030-Agenda  umfasst unter anderem die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG, dt.: Ziele für eine nachhaltige Entwicklung). Die SDG formulieren Maßnahmen und Ziele zu Themen wie Armut, Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltigem Wachstum und zur Eindämmung des Klimawandels. Das Novum an den SDGs ist der Paradigmenwechsel: Alle Länder sollen die Ziele umsetzen und sich somit gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Die neuen, globalen, für alle Staaten geltenden SDG beinhalten die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

Die SDGs sind ein weiterer Meilenstein in der Geschichte nachhaltiger Entwicklung. 1992 fand die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED, auch „Earth Summit“ genannt) in Rio de Janeiro statt, bei dem die Arbeit der Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD Commission on Sustainable Development) ihren Ursprung hat. Damals wurde unter anderem der Klimawandel erstmalig als ernstes Problem benannt und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Zu dieser Zeit entstand die Agenda 21, das entwicklungs- und umweltpolitische Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung. Im September 2000 wurde nach dem Millenniums-Gipfel die Millenniums-Deklaration der Vereinten Nationen verabschiedet, welche die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) mit einem konkreten Zeitrahmen bis 2015 formulierte. Die MDGs bildeten seither einen wichtigen Kern der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Zwanzig Jahre später nach dem Weltgipfel in Rio de Janeiro sollten auf dem Rio+20-Gipfel vom 20. bis zum 22. Juni 2012 die Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung überprüft werden. Aus diesem Anlass versammelten sich hunderte Staats- und Regierungschefs sowie Repräsentanten nichtstaatlicher Organisationen, des privaten Sektors und anderer Gruppen aus aller Welt, um sich vor allem auf die beiden Hauptthemen „Eine grüne Wirtschaft im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung“ und „Das institutionelle Gerüst für eine nachhaltige Entwicklung“ zu beraten. Wichtiges Ergebnis des Rio+20-Gipfels war die Entscheidung, einen Rahmen für die  SDGs zu entwerfen. Auf der 68. Sitzung der UN-Generalversammlung wurde schließlich beschlossen, die Weiterführung der MDG als Teil der SDG einzuarbeiten.

Bis zum Jahr 2030 sollen die SDG nun von allen Staaten und auf allen Ebenen (national, regional und international) umgesetzt werden. Eine jährliche Überprüfung des Umsetzungsstands findet in New York beim High Level Political Forum (HLPF) statt. In Deutschland wird die Umsetzung der SDG vor allem im Kontext der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stattfinden.