Nachhaltigkeitsforum

Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH)

Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH) wurde 2018 als zivilgesellschaftliches Gremium einberufen, um in Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) den SDG-Implementierungsprozess in Hamburg intensiv zu begleiten.

Es ist ein Netzwerk aus über 25 Mitgliedsorganisationen mit Vertreter*innen aus Umwelt- und Sozialverbänden, Wirtschaft, Kultur und Bildung. Das Forum arbeitet zu den drei thematischen Schwerpunkten der drei Säulen der Nachhaltigkeit (Soziales, Umwelt, Wirtschaft) sowie zu Querschnittsthemen wie Hamburgs globale Verantwortung, Gleichstellung, Korruptionsbekämpfung und Digitalisierung. Weitere Informationen finden Sie auf www.nachhaltigkeitsforum.org

Nachhaltigkeitsforum Hamburg Das Forum für Nachhaltigkeitsvernetzung in Hamburg

  • Klimanetzwerk-Treffen – Zukunft ist mitgestaltbar
    von NFH am 17. Dezember 2020 um 14:26

    Klimanetzwerk-Treffen – Zukunft ist mitgestaltbar Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg organisierte am 9. Dezember 2020 ein Klimanetzwerk-Treffen mit Akteur*innen des Hamburger Klimaschutzes.

  • Rückblick: Das Lieferkettengesetz, seine Adressaten, seine Folgen
    von NFH am 10. Dezember 2020 um 15:56

    „WIE KANN DAS FUNKTIONIEREN?“ - DAS LIEFERKETTENGESETZ, SEINE ADRESSATEN, SEINE FOLGEN Am 03.12. diskutierten sechs Expertinnen und Experten auf Einladung des Nachhaltigkeitsforums Hamburg auf dem virtuellen Podium und bereicherten mit vielfältigen Sichtweisen die aktuelle Debatte zum geplanten Lieferkettengesetz. Das Lieferkettengesetz soll die Durchsetzung und Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in der globalen Wertschöpfung stärken. Damit greift es die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf, zu deren Umsetzung sich Deutschland 2015 verpflichtet hat. Insbesondere Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum und Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion werden durch das geplante Lieferkettengesetz mit Leben gefüllt. Ein Konsens konnte auf dem Podium nicht erreicht werden – kein Wunder, denn ein Gesetz würde die Diskutierenden in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer konstatierte zum Ende der 2-stündigen Debatte: „Das Problem ist: Sie alle haben Recht.“ Es sei schlichtweg schwierig, innerhalb des Status Quo, also des gegenwärtigen hochkomplexen globalisierten und auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems gleichzeitig Gewinn zu erwirtschaften und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf Natur und Mensch zu haben. Vielmehr müsse man überlegen, ob der globale Handel über Jahrhunderte nicht per se schon falsch angelegt sei, um „nachhaltig“ zu funktionieren. Christina von Hobe, Legal Counsel und Dr. Sarah Tischer, Head of Compliance der Neumann Gruppe GmbH, starteten die durch Dr. Delia Schindler lebhaft und fachlich sehr versiert moderierte Debatte mit einem Einblick in die Kaffeelieferkette. Schnell werden die Herausforderungen des Gesetzesentwurfs deutlich. Denn selbst bei einer vermeintlich einfachen Lieferkette wie der des Kaffees geht es um aktuell 15 Mio. Kaffeeproduzent*innen in 60 Ländern weltweit im so genannten Kaffeegürtel entlang des Äquators.  Eine Rückverfolgbarkeit von der Tasse bis auf den Berg, wo die Kaffeekirschen wachsen, ist eine herausfordernde Aufgabe. Kaffeeernte ist Familien- und Handarbeit und viele Partner und nicht zuletzt die Wander- und Saisonarbeiter sind den Importeuren nicht persönlich bekannt. Der aktuelle Entwurf des bereits geleakten Eckpunktepapiers zum Gesetz – dessen offizielle Veröffentlichung noch vor Weihnachten erwartet wird – verleite dazu, dass betroffene Unternehmen die Verantwortung durch Vertragsklauseln und viel Bürokratie an die vorgelagerten Lieferpartner weitergeben – ohne die intendierten Effekte wirklich partnerschaftlich und prozessorientiert zu fördern. Branchenspezifische Lösungen und -initiativen seien der konstruktivere Weg als ein „one size fits it all“ – Ansatz. Dr. Tom Pfannenschmidt, Geschäftsführer der K.-W. Pfannenschmidt GmbH, beliefert etwa 600 verschiedene Unternehmen der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbranche mit über 1000 weiterverarbeiteten Naturstoffen. Er stellt den anderen Podiumsgästen und den 100 Live-Zuschauer*innen im Stream vor, dass Vitamin C aus Maisglucose gewonnen wird – und dabei etwa 10 Verarbeitungsstufen durchläuft. Mit 45 Beschäftigten wäre der Familienbetrieb indirekt von dem Gesetz betroffen. Das Hamburger Unternehmen befindet sich etwa in Verarbeitungsstufe 8. Nachhaltigkeitsstandards sind wichtig und kein neues Thema für das Unternehmen – allerdings verlässt man sich bis dato auf durch unabhängige Dritte geprüfte Zertifizierungen in der Vorstufe. Perspektivisch darüber hinaus verantwortlich zu sein und sogar für die Nicht-Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards von anderen zu haften, übersteigt bei den kleinen gehandelten Mengen die Einflussmöglichkeiten und Kapazitäten des Betriebs. Viola Wolgemuth ist Kampaignerin für Chemikalien und Konsum bei Greenpeace e.V. und Sprecherin der bundesweiten Initiative Lieferkettengesetz. Sie sagt: Das von Greenpeace geforderte Lieferkettengesetz ist sehr wohl umsetzbar und das wurde beispielsweise bereits im Rahmen der Detox-Kampagne für Textilien belegt. Mit einem durchgängigen Chemikalienmanagement, einer Datenbank mit allen Lieferanten und Wasserdaten sowie einer darauf aufbauenden gezielten Substituierung von Chemikalien konnten in der hochkomplexen Textillieferkette Umwelt- und Gesundheitsschädigung durch 11 Chemikaliengruppen reduziert werden. Erik Wessels ist Leiter des Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung und berät mit seinem Team im Auftrag des BMZ Unternehmen vertraulich und kostenfrei zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Er ist sicher: Alle Anstrengungen lohnen sich, denn es wird stetig wachsende Anforderungen an Unternehmen geben, auch auf internationaler Ebene. Es gibt auch bereits viele Regelungen, die noch nicht vollumfänglich umgesetzt werden und aktuell die Unternehmen im Wettbewerb benachteiligen, die Nachhaltigkeit proaktiv angehen. Das muss sich umkehren: eine gute Nachhaltigkeitsperformance muss Vorteil für Unternehmen sein – auf freiwilliger Basis ist bisher noch zu wenig passiert, zumal ein Gesetz auch endlich für mehr Transparenz bei Verbraucher*innen führen könnte. Bei dem Stichwort steigt auch Harald Welzer ein und stellt die These auf, dass das Lieferkettengesetz vermutlich nicht alle Herausforderungen des globalen Handels wird lösen können, aber ein großes kommunikatives Potential besitzt. Denn eine gesetzlich verpflichtende Auseinandersetzung mit den Produktionsbedingungen bearbeitet auf jeden Fall ein aktuelles gesellschaftliche Phänomen, und zwar die etablierte Unsichtbarmachung der Herkunft und Aufwände von dem, was wir alle täglich konsumieren: „Das ganze Zeug kommt von irgendwoher!“ Wenn wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ernsthaft umsetzen wollen, dann gehe nun mal kein „Weiter so“. Wir könnten das System zwar nicht ad hoc ändern. Die Diskussion um das Gesetz bringe aber viele Diskrepanzen unserer Konsummuster auf die Bühne, so auch das Wachstumsparadigma, Kosteneffizienz und gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit. Es sei nicht alles auf einen Nenner zu bringen, aber Dialog und mehr Mut für neue Ansätze seien für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich. „Wie kann das funktionieren?“ – Das Lieferkettengesetz, seine Adressaten, seine Folgen Am 03.12. diskutierten sechs Expertinnen und Experten auf Einladung des Nachhaltigkeitsforums Hamburg auf dem virtuellen Podium und bereicherten mit vielfältigen Sichtweisen die aktuelle Debatte zum geplanten Lieferkettengesetz. Das Lieferkettengesetz soll die Durchsetzung und Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in der globalen Wertschöpfung stärken. Damit greift es die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf, zu deren Umsetzung sich Deutschland 2015 verpflichtet hat. Insbesondere Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum und Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion werden durch das geplante Lieferkettengesetz mit Leben gefüllt. Ein Konsens konnte auf dem Podium nicht erreicht werden – kein Wunder, denn ein Gesetz würde die Diskutierenden in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer konstatierte zum Ende der 2-stündigen Debatte: „Das Problem ist: Sie alle haben Recht.“ Es sei schlichtweg schwierig, innerhalb des Status Quo, also des gegenwärtigen hochkomplexen globalisierten und auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems gleichzeitig Gewinn zu erwirtschaften und gleichzeitig einen positiven Einfluss auf Natur und Mensch zu haben. Vielmehr müsse man überlegen, ob der globale Handel über Jahrhunderte nicht per se schon falsch angelegt sei, um „nachhaltig“ zu funktionieren. Christina von Hobe, Legal Counsel und Dr. Sarah Tischer, Head of Compliance der Neumann Gruppe GmbH, starteten die durch Dr. Delia Schindler lebhaft und fachlich sehr versiert moderierte Debatte mit einem Einblick in die Kaffeelieferkette. Schnell werden die Herausforderungen des Gesetzesentwurfs deutlich. Denn selbst bei einer vermeintlich einfachen Lieferkette wie der des Kaffees geht es um aktuell 15 Mio. Kaffeeproduzent*innen in 60 Ländern weltweit im so genannten Kaffeegürtel entlang des Äquators.  Eine Rückverfolgbarkeit von der Tasse bis auf den Berg, wo die Kaffeekirschen wachsen, ist eine herausfordernde Aufgabe. Kaffeeernte ist Familien- und Handarbeit und viele Partner und nicht zuletzt die Wander- und Saisonarbeiter sind den Importeuren nicht persönlich bekannt. Der aktuelle Entwurf des bereits geleakten Eckpunktepapiers zum Gesetz – dessen offizielle Veröffentlichung noch vor Weihnachten erwartet wird – verleite dazu, dass betroffene Unternehmen die Verantwortung durch Vertragsklauseln und viel Bürokratie an die vorgelagerten Lieferpartner weitergeben – ohne die intendierten Effekte wirklich partnerschaftlich und prozessorientiert zu fördern. Branchenspezifische Lösungen und -initiativen seien der konstruktivere Weg als ein „one size fits it all“ – Ansatz. Dr. Tom Pfannenschmidt, Geschäftsführer der K.-W. Pfannenschmidt GmbH, beliefert etwa 600 verschiedene Unternehmen der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelbranche mit über 1000 weiterverarbeiteten Naturstoffen. Er stellt den anderen Podiumsgästen und den 100 Live-Zuschauer*innen im Stream vor, dass Vitamin C aus Maisglucose gewonnen wird – und dabei etwa 10 Verarbeitungsstufen durchläuft. Mit 45 Beschäftigten wäre der Familienbetrieb indirekt von dem Gesetz betroffen. Das Hamburger Unternehmen befindet sich etwa in Verarbeitungsstufe 8. Nachhaltigkeitsstandards sind wichtig und kein neues Thema für das Unternehmen – allerdings verlässt man sich bis dato auf durch unabhängige Dritte geprüfte Zertifizierungen in der Vorstufe. Perspektivisch darüber hinaus verantwortlich zu sein und sogar für die Nicht-Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards von anderen zu haften, übersteigt bei den kleinen gehandelten Mengen die Einflussmöglichkeiten und Kapazitäten des Betriebs. Viola Wolgemuth ist Kampaignerin für Chemikalien und Konsum bei Greenpeace e.V. und Sprecherin der bundesweiten Initiative Lieferkettengesetz. Sie sagt: Das von Greenpeace geforderte Lieferkettengesetz ist sehr wohl umsetzbar und das wurde beispielsweise bereits im Rahmen der Detox-Kampagne für Textilien belegt. Mit einem durchgängigen Chemikalienmanagement, einer Datenbank mit allen Lieferanten und Wasserdaten sowie einer darauf aufbauenden gezielten Substituierung von Chemikalien konnten in der hochkomplexen Textillieferkette Umwelt- und Gesundheitsschädigung durch 11 Chemikaliengruppen reduziert werden. Erik Wessels ist Leiter des Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung und berät mit seinem Team im Auftrag des BMZ Unternehmen vertraulich und kostenfrei zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Er ist sicher: Alle Anstrengungen lohnen sich, denn es wird stetig wachsende Anforderungen an Unternehmen geben, auch auf internationaler Ebene. Es gibt auch bereits viele Regelungen, die noch nicht vollumfänglich umgesetzt werden und aktuell die Unternehmen im Wettbewerb benachteiligen, die Nachhaltigkeit proaktiv angehen. Das muss sich umkehren: eine gute Nachhaltigkeitsperformance muss Vorteil für Unternehmen sein – auf freiwilliger Basis ist bisher noch zu wenig passiert, zumal ein Gesetz auch endlich für mehr Transparenz bei Verbraucher*innen führen könnte. Bei dem Stichwort steigt auch Harald Welzer ein und stellt die These auf, dass das Lieferkettengesetz vermutlich nicht alle Herausforderungen des globalen Handels wird lösen können, aber ein großes kommunikatives Potential besitzt. Denn eine gesetzlich verpflichtende Auseinandersetzung mit den Produktionsbedingungen bearbeitet auf jeden Fall ein aktuelles gesellschaftliche Phänomen, und zwar die etablierte Unsichtbarmachung der Herkunft und Aufwände von dem, was wir alle täglich konsumieren: „Das ganze Zeug kommt von irgendwoher!“ Wenn wir die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ernsthaft umsetzen wollen, dann gehe nun mal kein „Weiter so“. Wir könnten das System zwar nicht ad hoc ändern. Die Diskussion um das Gesetz bringe aber viele Diskrepanzen unserer Konsummuster auf die Bühne, so auch das Wachstumsparadigma, Kosteneffizienz und gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit. Es sei nicht alles auf einen Nenner zu bringen, aber Dialog und mehr Mut für neue Ansätze seien für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich.

  • Veranstaltung: Das Lieferkettengesetz, seine Adressaten, seine Folgen
    von NFH am 25. November 2020 um 13:10

    „Wie kann das funktionieren?“ – Das Lieferkettengesetz, seine Adressaten, seine Folgen Das Nachhaltigkeitsforum im Gespräch. Datum: Donnerstag, 3. Dezember 16:00 Uhr – 18:00 Uhr Ort: Virtuell als Live-Stream unter https://nachhaltigkeitsforum.we-bcast.de Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aufgegriffen wird die aktuelle Debatte um das geplante Lieferkettengesetz. Das Lieferkettengesetz soll die Durchsetzung und Einhaltung sozialer und ökologischer Standards stärken. Das Prinzip Freiwilligkeit hat bisher nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht und benachteiligt Unternehmen, die auf eigene Initiative die Lieferketten nachhaltiger gestalten. Das Gesetz soll Unternehmen dazu verpflichten, menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten einzuhalten. Es ist seit Monaten politisch umstritten und die Ausgestaltung ist unklar: für welche Unternehmen wird es gelten, welche Sanktionsmechanismen sollen greifen und was soll sanktioniert werden? 75 Prozent der BürgerInnen sind laut einer Umfrage von Infratest Dimap für die Einführung eines solchen Gesetzes, 91 Prozent fordern die Politik zum Handeln auf. Auch Hamburgs Politik hat sich im Koalitionsvertrag dazu bekannt. Doch was heißt das konkret? Wie kann ein Gesetz seine gewünschte Wirkung entfalten und bei den z.T. langen globalisierten Lieferketten funktionieren?  Welche Kosten entstehen den Unternehmen dadurch? Wie kann ein solches Gesetz organisatorisch von den Unternehmen umgesetzt werden? Kann das auch für den Mittelstand klappen? Welche Sanktionen sind bei Verstößen wirksam?  Es diskutieren: Harald Welzer, Direktor der Futurzwei Stiftung Zukunftsfähigkeit und Leiter des Norbert Elias Center for Transformation Design & Research Christina von Hobe, Legal Counsel & Dr. Sarah Tischer, Head of Compliance der Neumann Gruppe GmbH Dr. Tom Pfannenschmidt, Geschäftsführer der K.-W. Pfannenschmidt GmbH Viola Wolgemuth, Campaignerin bei Greenpeace e.V. und Sprecherin der Initiative Lieferkettengesetz Erik Wessels, Leiter Helpdesk Wirtschaft & Menschenrechte der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung Moderation: Dr. Delia Schindler (Nachhaltigkeitsforum Hamburg) Bitte beachten Sie: Die Podiumsdiskussion wird aufgezeichnet. Fragen an das Podium können per Chat gestellt werden. Fragen und Rückmeldungen zur Veranstaltung können Sie gerne an folgende Adresse schicken: ruperti@nachhaltigkeitsforum.org

  • Nachhaltigkeitsforum Hamburg fordert Nachhaltigkeit als Leitprinzip für eine zukunftsfähige Hamburger Politik
    von NFH am 19. Mai 2020 um 8:24

    Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg als das vom Hamburger Senat vor zwei Jahren eingesetzte Gremium möchte die Teilnehmer*innen der Koalitionsgespräche an Ihr

  • Pressemitteilung: Lernen für ein zukunftsfähiges Hamburg
    von NFH am 10. März 2020 um 8:24

    Für die vor uns liegenden großen Herausforderungen von Klimawandel bis Demokratiekrisen und die damit verbundenen politischen Vorhaben brauchen wir in unserer Stadt ein wachsendes Verständnis für die Ziele Nachhaltiger Entwicklung. Die zahlreichen Akteurinnen und Akteure einer umfassenden Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) setzen darauf, dass diese grundlegende Ausrichtung Leit-faden für den Koalitionsvertrag und den Hamburger Senat in den kommenden 5 Jahren – und darüber hinaus – ist. Hamburg kann damit auch über seine Grenzen hinaus, z.B. als Mitglied des UNESCO Global Network of Learning Cities, wichtige Impulse geben. Wir ersuchen die künftigen Regierungsparteien, die Verabschiedung des in den vergangenen drei Jahren mit der engagierten Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen erstellten Hamburger Masterplans BNE[1] und seine Finanzierung in ihrem Koalitionsvertrag zukunftsweisend zu verankern und so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen. Dieser BNE-Aktionsplan zielt mit seinen Maßnahmen darauf ab, dass wir in einer lernenden Gesellschaft die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für die Zukunft unserer Stadt erhalten. Es geht darum, in allen Bildungsbereichen – von der Frühkindlichen, Schulischen und Beruflichen Bildung bis zur Hochschule und der Außerschulischen Bildung sowie den BNE-Initiativen in den 7 Hamburger Bezirken – Verständnis und Engagement für notwendige zukunftsfähige Entwicklungsmaßnahen zu fördern. Der vorliegende Hamburger Masterplan BNE ist zunächst für die Zeit bis 2030 konzipiert und orien-tiert sich an dem Nationalen Aktionsplan BNE sowie an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Er soll – ausgehend von den bisher aufgebauten Strukturen – in einem breiten Beteiligungsprozess kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen des Nachhaltigkeitsforums Hamburg (NFH) unterstützen diesen Prozess und machen sich dabei u.a. die Forderungen des 2. Hamburger Ratschlags zur Implementierung von BNE zu Eigen[2]. Sie fordern die Hamburger Regierungsparteien auf, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und den Masterplan BNE für die Hamburger Politik grundlegend und umfassend in ihrem Koalitionsvertrag aufzunehmen und in anstehenden Haushaltsverhandlungen entsprechend zu berücksichtigen. [1] Informationen zu dem Dokument sind von der BUE erhältlich: Ralf Behrens, Behörde für Umwelt und Energie, Referat Umweltbildung, BNE und FÖJ; Neuenfelder Str. 19, 21109 Hamburg, Raum C.01.245, Tel.: 040 42840 – 3336, e-mail: ralf.behrens@bue.hamburg.de,  www.hamburg.de/nachhaltigkeitlernen/ [2] siehe S. 9 Forderungen zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globales Lernen (SDG 4)http://www.2030hamburg.de/wp-content/uploads/gesamte-Forderungen-HH-Ratschlag-bis2019.pdf    

  • Pressemitteilung: Chefsache Nachhaltigkeit
    von NFH am 29. November 2019 um 9:30

    PRESSEMITTEILUNG Chefsache Nachhaltigkeit: Hamburger Senat muss jetzt handeln Nachhaltigkeitsforum Hamburg fordert Nachhaltigkeit als Leitprinzip für eine zukunftsfähige Hamburger Politik Hamburg, 29. November 2019 – Nachhaltigkeit ist für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Hamburg ein zentrales Zukunftsthema. Die Auswirkungen des Klimawandels, der Ressourcenverknappung und der zunehmenden sozialen Verwerfungen sind auch in der Metropolregion Hamburg so groß wie nie zuvor. Dabei trägt Hamburg in starkem Maße selbst zum Klimawandel und zur sozialen Ungleichheit bei. Deshalb fordert das vom Senat beauftragte Nachhaltigkeitsforum Hamburg den Hamburger Senat auf, das Regierungsprogramm konsequent am übergreifenden Ziel der Nachhaltigkeit als Leitprinzip in allen Bereichen und bei allen Entscheidungen auszurichten. Hierbei muss eine ausreichende Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger aller sozialen Gruppen sichergestellt werden. „Die Stadt Hamburg hat sich zwar zur Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (SDGs) verpflichtet und auch die gemeinsame Bund-Länder-Erklärung unterzeichnet, jedoch weder personell noch finanziell oder strategisch bisher die Voraussetzungen dafür geschaffen, dem Reden auch effektive Maßnahmen folgen zu lassen. Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr aus. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefordert, betonten die Sprecherinnen des Nachhaltigkeitsforums Hamburg Dr. Delia Schindler und Katja Karger. Um einen Richtungswechsel zur Nachhaltigkeit zu erzielen, ist Voraussetzung, dass die Idee der Nachhaltigkeit zur Rahmensteuerung der Politik genutzt wird. Hierfür braucht es eine kohärente strategische Schwerpunktsetzung. Ein Monitoring- und Berichtssystem mit Zielen und Indikatoren, das der Hamburger Senat bis Ende 2018 angekündigt hat, ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht beschlossen. Um die Fortschritte bei der Umsetzung der SDG in Hamburg messen zu können, plädiert das Nachhaltigkeitsforum Hamburg für einen überschaubaren Kernkatalog von wenigen Indikatoren mit klaren Zielwerten und Fristen sowie ergänzenden Spezialindikatoren für einzelne Bereiche. Als übergreifende zusammengesetzte Indikatoren schlägt das Nachhaltigkeitsforum Hamburg den ökologischen Fußabdruck für Hamburg und den Hamburger Wohlfahrtsindex vor. Ein solches Monitoringsystem gilt als Herzstück einer Nachhaltigkeitsstrategie. Hamburg hat eine globale Verantwortung bei der Klimapolitik. Deshalb erwartet das Nachhaltigkeitsforum Hamburg von der Fortschreibung des Hamburger Klimaplans, dass er nicht nur die Freie und Hansestadt Hamburg zum Vorbild macht, sondern eine Lenkungs- und Orientierungsfunktion auf andere Gruppen, Branchen und Institutionen ausübt. Dabei ist wichtig, dass die Reduktionsziele auf Landesebene mit sektorspezifischen Teilzielen für Verkehr, Gebäude, Energieproduktion etc. und dazugehörigen Maßnahmen hinterlegt werden. Das Nachhaltigkeitsforum erwartet von der Leistelle Klima die Einführung von Indikatoren, mit denen – transparent auch für die gesellschaftlichen Akteure – die Zielerreichung im Umsetzungsprozess branchenbezogen gemessen werden kann. Teilhabe und sozialer Zusammenhalt sind wesentliche Elemente einer Nachhaltigkeitsstrategie. Grundvoraussetzung sind eine menschenwürdige Existenz, gute Arbeit, Chancengleichheit und Partizipation. Daraus ergeben sich verschiedene Unterziele, wie z.B. persönliche Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Mitbestimmung an (Entscheidungs-)Prozessen in allen Bereichen der Gesellschaft einschließlich der Wirtschaft. Diesem Anspruch muss auch die Stadt Hamburg gerecht werden. Nachhaltigkeit erfordert sektorübergreifende Lösungen. Die komplexen Wirkungszusammenhänge können nicht nur innerhalb der Referatszuständigkeiten bearbeitet, sondern müssen als Chefsache zentral vom Hamburger Senat koordiniert werden. Deshalb fordert das Nachhaltigkeitsforum Hamburg den Senat auf zu prüfen, welche Maßnahmen und Instrumente jenseits von Legislaturperioden Gewähr bieten, dass Hamburger Politik die planetaren Grenzen und die Wirkungen von Konsum und Wirtschaft für die Umwelt und die Menschen überall auf der Welt effektiv berücksichtigt. Downloads Pressemitteilung vom 29.11.2019 – Chefsache Nachhaltigkeit: Hamburger Senat muss jetzt handeln Die Stellungnahme des Nachhaltigkeitsforums Hamburg zur Senatsdrucksache „Umsetzung der SDG in Hamburg“ 21/9700, im November 2019