Nachhaltigkeitsforum

Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH)

Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH) wurde 2018 als zivilgesellschaftliches Gremium einberufen, um in Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) den SDG-Implementierungsprozess in Hamburg intensiv zu begleiten.

Es ist ein Netzwerk aus über 25 Mitgliedsorganisationen mit Vertreter*innen aus Umwelt- und Sozialverbänden, Wirtschaft, Kultur und Bildung. Das Forum arbeitet zu den drei thematischen Schwerpunkten der drei Säulen der Nachhaltigkeit (Soziales, Umwelt, Wirtschaft) sowie zu Querschnittsthemen wie Hamburgs globale Verantwortung, Gleichstellung, Korruptionsbekämpfung und Digitalisierung. Weitere Informationen finden Sie auf www.nachhaltigkeitsforum.org

Nachhaltigkeitsforum Hamburg Das Forum für Nachhaltigkeitsvernetzung in Hamburg

  • 17 Ziele im Fokus – Kristina Raab von der Umweltstiftung Michael Otto
    von Nachhaltigkeitsforum am 27. Juni 2022 um 8:04

    17 Ziele im Fokus mit Kristina Raab Verteterin für Die Umweltstiftung Michael Otto im NFH Kristina Raab ist Leiterin für Bildung, Finanzen und Organisation bei der Umweltstiftung Michael Otto. Ihre große Leidenschaft für Bildungsthemen und Bildung für nachhaltige Entwicklung im außerschulischen Bereich kann sie in der Stiftung vor allem mit dem Bildungsangebot AQUA-AGENTEN ausleben. Bereits seit 2010 vermittelt der AQUA-AGENTEN-Koffer Grundschulkindern die Ressource Wasser und ihre Relevanz als Grundlage jeden Lebens.   Kristina, Du setzt dich mit deiner Arbeit hautpsächlich für das SDG 4 “Hochwertige Bildung” und das SDG 6 “Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen” ein, wie kannst du Diese Arbeit iM NFH Einbringen? Die Umweltstiftung Michael Otto möchte die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und zu einer breiten Bewusstseinsbildung im Bereich Umwelt- und Naturschutz beitragen. Mit unserem Bildungsangebot AQUA-AGENTEN im Unterricht und an außerschulischen Lernorten setzen wir an beiden Aspekten an: Kinder im Grundschulalter setzen sich mit der besonderen Ressource Wasser auseinander und lernen so ganz spielerisch den nachhaltigen Umgang und Schutzmöglichkeiten kennen. Ich freue mich, dass wir die langjährigen Erfahrungen im Bereich schulischer und außerschulischer BNE in die AG Bildung einbringen können, um zu einer erfolgreichen Umsetzung des Hamburger Masterplans “Bildung für nachhaltige Entwicklung” beizutragen. Wie bewertest du den Umsetzungsstand der sdgs in Hamburg? Es wird viel getan, vor allem die Zivilgesellschaft engagiert sich sehr stark. Ich glaube, viel davon ist gar nicht bekannt. Mir fehlt jedoch der große Schub seitens der Politik, um die Umsetzung der SDGs konsequent in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern, zu fordern und die Bevölkerung bei der Mitgestaltung zu ermutigen. Da braucht es viel mehr Mut, Lust und Ressourcen bei Senat, Bürgerschaft und Bezirken gleichermaßen.   Worin siehst du die größten  Hebelpunkte  Und Potentiale für nachhaltige Entwicklung in Hamburg? Über die Bildung. Bildung erreicht alle, von klein bis groß. Über qualitativ hochwertige und zielgruppengerechte Bildungsangebote können die Chancen und Möglichkeiten einer gelungenen sozial-ökologischen Entwicklung aufgezeigt werden. Wir müssen weg vom Narrativ des Verzichts und der Einschränkung. Gute Bildung, und vor allem gute BNE, befähigen jede und jeden, mit Spaß die Gesellschaft mitzugestalten. Dafür braucht es aber, wie oben angesprochen, die vereinte Kraftanstrengung aller. Ich wünsche mir, dass die Politik das erkennt und sich die Bildung als Querschnitt in allen Ressorts wiederfindet. Was sind aus deiner Sicht die notwendigen nächsten Schritte für die Umsetzung der SDGs in Hamburg? Konsequentes Monitoring, nicht nur einmal, sondern jährlich. Wie wirksam sind die beschlossenen Maßnahmen, die leider noch lange nicht ausreichen, wirklich? Und natürlich eine umfassende Finanzierung des BNE-Masterplans.   Was ist deine persönliche Vision für Hamburg im Jahr 2030? Eine fröhliche, grüne, sozial-gerechte Stadt, in der die SDGs tagtäglich von jeder und jedem ganz selbstverständlich umgesetzt werden.   Vielen Dank, Kristina! Wir freuen uns auf die Weitere gemeinsame Arbeit mit dir! Die Fragen und das Interview wurden vorbereitet von Elvira Hinz, wissenschaftliche Referentin des NFH.

  • We’re hiring: Stelle als Wissenschaftliche*r Referent*in zu vergeben!
    von Nachhaltigkeitsforum am 10. Juni 2022 um 8:00

    Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg Vergibt eine Stelle als Wissenschaftliche*r Referent*in Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH) vergibt eine Stelle als Wissenschaftliche*r Referent*in in Vollzeit (100%) zum Startzeitpunkt des 01.09.2022. Der Aufgabenbereich der ausgeschrieben Stelle umfasst folgende Punkte: Bearbeitung und Analyse fachlicher Anfragen Konzeptentwicklung Unterstützung von Planungs- und Entscheidungsprozessen Umsetzung spezieller Fachaufgaben und Projekte Recherche, Beratung und Austausch mit den Gremien des NFH Öffentlichkeitsarbeit Projektplanung und Projektausführung Alle weiteren Informationen finden Sie in den angefügten Ausschreibungen: 2206_Ausschreibung_NFH_wiss. ReferentIn Dienstort ist die Umweltstiftung Michael Otto, Glockengießerwall 26 in 20099 Hamburg, die die Trägerschaft für das Nachhaltigkeitsforum Hamburg innehat. Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten sind gegeben. Bei Nachfragen zur Position wenden Sie sich an Theresa Ruperti, Geschäftsstellenleitung des NFH. Bewerbungen können bis zum 8. Juli 2022 nur per Mail an ruperti@nachhaltigkeitsforum.org eingereicht werden.

  • 17 Ziele im Fokus – Wolfgang Lührsen vom BUND Hamburg
    von Nachhaltigkeitsforum am 30. Mai 2022 um 8:34

    17 Ziele im Fokus mit Wolfgang lührsen,Verteter für den BUND Landesverband Hamburg im NFH Wolfgang Lührsen vertritt im Nachhaltigkeitsforum den BUND Landesverband Hamburg. Er ist dort stellvertretender Vorsitzender sowie Sprecher des Arbeitskreises Suffizienz. Wolfgang ist promovierter Physiker und beschäftigt sich mit den „großen“ Fragen wie Ressourcen, Wachstum und Gerechtigkeit. Seine Analyse lautet, dass sich die Welt auf einem extrem nicht-nachhaltigen Pfad befindet. Alle Versuche, dies zu ändern, seien bisher an den Beharrungskräften der Externalisierungsgesellschaft gescheitert. Sein Ansatz ist: „Wie kann ein gutes Leben für alle, heute und zukünftig Lebende aussehen und von welchen ‚Glaubenssätzen‘ müssen wir uns dafür verabschieden?“ – „Ja, aber“-Antworten seien nicht erlaubt. Wolfgang, mit welchen SDGs beschäftigst du dich hauptsÄchlich und wie kannst du Diese Arbeit iM NFH Einbringen? Da muss ich etwas weiter ausholen. Die 17 SDGs sind sicher eine gute Beschreibung dessen, wie eine gerechte und zukunftsfähige Welt aussehen sollte. Aber sind die 17 SDGs mit ihren 169 Unterzielen auch ein guter Weg, um eine zukunftsfähige Welt zu erreichen? Ich habe da starke Zweifel. Können die Ziele überhaupt gleichzeitig erreicht werden? Wie kann ein Akteur, der an einem SDG arbeitet, ausschließen, dass dies negative Folgen für ein anderes SDG hat? Die Ziele werden als „unteilbar“ beschrieben, d. h., sie sollen zusammen erreicht werden, sind also gleich wichtig. Das klingt letztlich nach dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, welches schon seit 20 Jahren veraltet ist. Es besteht inzwischen Einigkeit in der Wissenschaft, dass die Natur die Grundlage unseres Lebens und Wirtschaftens ist, dass also die SDGs 6, 13, 14, 15 höher zu gewichten sind („There are no jobs on a dead planet“). Das Stockholm Resilience Center hat dafür einen Vorschlag zur Priorisierung der SDGs gemacht: Contributions to Agenda 2030 (Quelle: Stockholm Resilience Center, https://www.stockholmresilience.org/research/research-news/2017-02-28-contributions-to-agenda-2030.html) Aber was fordern denn die SDGs beispielsweise zum Klima? Schaut man sich die Unterziele an, sind sie äußerst vage gehalten und nennen keinerlei Zahlen zur Eindämmung des Treibhauseffekts. Man muss also beim Klima in jedem Fall noch die Forderungen aus dem Pariser Abkommen hinzuziehen. Eine weitere Herausforderung sind die ungeklärten Widersprüche zwischen einzelnen SDGs. So steht zum Beispiel das SDG 8 (Wirtschaftswachstum) im diametralen Gegensatz zu den SDGs 6, 13, 14, 15, und – so zeigt es die Empirie – zu SDG 10, denn Ungleichheiten nehmen ständig zu, in Krisen noch mehr als in sogenannten „normalen“ Zeiten. Der Kardinalfehler ist jedoch, dass es mit den SDGs keine Verpflichtung zur Umsetzung und es natürlich auch keine Sanktionen für die Nicht-Umsetzung gibt. So ist abzusehen, dass die SDGs bis 2030 nicht erreicht sein werden, genauso wenig wie die MDGs, die Millenium Development Goals, im Jahre 2015 nicht erreicht wurden. Ausgenommen davon ist das SDG 8 Wirtschaftswachstum, welches das erklärte Ziel aller Politik ist. Wohin es führt, wird im Grundlagenwerk Gablers Wirtschaftslexikon beschrieben: „Ziel der Wirtschaft ist in ihrer kapitalistischen Form, die Maximierung von Gewinn und Wachstum bis zum (nicht unbedingt gewünschten, aber erwartbaren) Kollaps des Systems.” Wie bewertest du den Umsetzungsstand der sdgs in Hamburg? Es ergibt meines Erachtens keinen Sinn, den Stand einzelner SDGs zu bewerten, wenn in der Politik ein nicht-nachhaltiges Mindset vorherrscht. Im aktuellen Koalitionsvertrag des rot-grünen Senats wird weiteres Wirtschaftswachstum gefordert. Autobahnen sollen gebaut werden, derweil werden Hinweise des wissenschaftlichen Klimabeirats zu Infrastruktur-Ausbau und Wohnungsneubau zurückgewiesen. Die Entwicklung geht also weiter in Richtung Nicht-Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund entbehren Aussagen, dass Hamburg sich an der 1,5 Grad-Grenze orientiere oder die erste klimaneutrale Metropole Europas werden wolle, jeglicher Realität. Worin siehst du die größten  Hebelpunkte  Und Potentiale für nachhaltige Entwicklung in Hamburg? Wir müssen uns eingestehen, dass wir sozusagen im „Autopilot-Modus“ in die ökologische Katastrophe hineinrasen, auch wenn derzeit alles noch halbwegs normal aussieht. Hitzewellen, Überschwemmungen und Brände scheinen weit weg zu sein. Dabei werden die Alarmrufe des Weltklimarats immer schriller und von den 20 sogenannten Aichi-Zielen der Biodiversität ist nicht ein einziges vollständig erfüllt. Wir müssen uns auch eingestehen, dass niemand die Welt für uns „retten“ wird: Die Wirtschaft ist primär ihren Shareholdern verpflichtet und die Politiker*innen sind dem „Arbeitsplätze-Argument“ allzu leicht zugänglich,  so wie sie auch den Zeithorizont zur nächsten Wahl häufig mitdenken. In dieser Situation gibt es nur einen Akteur, der uns aus der festgefahrenen Position herausbringen kann – und das ist die Zivilgesellschaft, also wir. Und dies ist der eine Punkt, der mich derzeit zuversichtlich macht: Ich habe ein sehr hohes Vertrauen, dass Bürger*innenräte, also eine repräsentativ ausgewählte Gruppe von Bürger*innen, die sich umfassend informieren und ausreichend diskutieren kann, zu einem ausgewogenen und mutigen Ergebnis kommen. Das haben Bürger*innenräte in Irland, Frankreich und auch in Deutschland bewiesen, auch wenn die Empfehlungen bislang entweder von der Politik geschreddert (Klimarat Frankreich) oder nicht beachtet (Klimarat Deutschland) worden sind. Ich sehe also das größte Potential, um in Hamburg voranzukommen, in der Einsetzung eines Bürger*innenrats zur Beantwortung der Frage, mit welchen Maßnahmen wir die multiplen Krisen abfedern können und ob – bzw. unter welchen Umständen – wir Mitbürger*innen bereit sind, diese Maßnahmen zu tragen. Was sind aus deiner Sicht die notwendigen nächsten Schritte für die Umsetzung der SDGs in Hamburg? Als nächsten Schritt sehe ich die Einberufung eines solchen Bürger*innenrats in Hamburg. Senat und Bürgerschaft sollen sich verpflichten, dessen Empfehlungen ernsthaft zu prüfen und nach dem Prinzip „Comply or explain“ umzusetzen. Soweit es sich um Empfehlungen handelt, die nicht auf der Ebene der Stadt gelöst werden können, soll der Senat die Maßnahmen in den Bundesrat und andere geeignete Gremien tragen. Machen wir den „Hamburger Bürger*innenrat Zukunft“ zu einem Markenzeichen, das so eng mit Hamburg verknüpft ist, wie Fahrradfahren mit Kopenhagen oder Wohnen mit Wien! Was ist deine persönliche Vision für Hamburg im Jahr 2030? Ich wünsche mir, dass Hamburg nicht länger auf die verheerenden Steigerungslogiken des Immer-Mehr-Verbrauchs setzt, dass ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, damit die planetaren Belastungsgrenzen nicht mehr überschritten werden und dass es eine von Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz getragene Kommunikation des Senats mit den Bürger*innen Hamburgs gibt. Vielen Dank, Wolfgang! Wir freuen uns auf die Weitere gemeinsame Arbeit mit dir! Die Fragen und das Interview wurden vorbereitet von Elvira Hinz, wissenschaftliche Referentin des NFH.

  • 17 Ziele im Fokus – Dirka Grießhaber von der S.O.F. Umweltstiftung
    von Nachhaltigkeitsforum am 29. April 2022 um 11:22

    17 Ziele im Fokus mit Dirka Grießhaber, Verteterin für Die S.O.F. Umweltstiftung im NFH Dirka Grießhaber vertritt im Nachhaltigkeitsforum die S.O.F. Save Our Future Umweltstiftung, für die sie seit 2019 als Geschäftsführerin tätig ist. Im NFH engagiert sie sich insbesondere in der AG Bildung und war bis 2021 ein Mitglied des Sprecher*innen-Teams. Dirka ist überzeugt vom Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung. Es spielte bereits in ihrem Studium der Sozialwissenschaften eine Rolle, ebenso in ihren beruflichen Stationen an der Hamburger Umweltbehörde, beim Zukunftsrat Hamburg, im Projektteam „Hamburg Europäische Umwelthauptstadt 2011“ und in unterschiedlichen sozialen Projekten. Dirka, Du setzt dich mit deiner Organisation hautpsächlich für das SDG 4 “Hochwertige Bildung” ein, wie kannst du Diese Arbeit iM NFH Einbringen? Die S.O.F. Save Our Future Umweltstiftung hat das Ziel, Umweltbewusstsein und nachhaltiges Handeln in der Gesellschaft zu fördern. Damit sind wir in regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken zur Förderung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) aktiv, derzeit insbesondere mit einem Fokus auf die frühkindliche Bildung. In der AG Bildung des NFH begleiten wir die Umsetzung des Hamburger Masterplans BNE, der einen ambitionierten Fahrplan bis 2030 vorgibt. Wie bewertest du den Umsetzungsstand der sdgs in Hamburg? In Hamburg gibt es unzählige Akteur*innen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die sich an den Zielen einer Nachhaltigen Entwicklung orientieren. Das Nachhaltigkeitsforum konzentriert sich als konstruktiv-kritisches Gremium auf die Aktivitäten der Stadt Hamburg und somit auf die Umsetzung der SDGs in Politik und Verwaltung. Auch hier treffen wir auf viele engagierte Entscheiderinnen und Entscheider, aber insgesamt geht die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen viel langsamer voran, als wir es uns im NFH wünschen würden. Worin siehst du die größten  Hebelpunkte  Und Potentiale für nachhaltige Entwicklung in Hamburg? Aus meiner Sicht spielt Bildung eine zentrale Rolle, um das Verständnis und Engagement für zukunftsfähiges Denken und Handeln zu fördern. Der Hamburger Masterplan BNE, den der Senat in 2021 beschlossen hat und der nun in allen Bildungsbereichen – von der Frühkindlichen, Schulischen und Beruflichen Bildung bis zur Hochschule und der Außerschulischen Bildung sowie den BNE-Initiativen in den 7 Hamburger Bezirken – in die Umsetzung geht, gibt dafür einen verbindlichen Rahmen und eine Perspektive bis 2030 vor. Ich glaube jetzt schon zu erkennen, dass dieses – mit zivilgesellschaftlichen Akteuren gemeinsam ausgehandelte – starke Bekenntnis Hamburgs zu BNE uns einen großen Schritt voranbringt. Was sind aus deiner Sicht die notwendigen nächsten Schritte für die Umsetzung der SDGs in Hamburg? Die Umsetzung der von Hamburg formulierten Nachhaltigkeitsziele müsste – wie in der Drucksache 21/9700 angekündigt –evaluiert werden. Das Nachhaltigkeitsforum plädiert für ein ressortübergreifendes Indikatoren- und Monitoringsystem und hat dafür einen umfangreichen Vorschlag eingebracht. Was ist deine persönliche Vision für Hamburg im Jahr 2030? Ich wünsche mir, dass das Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung in allen Gesellschaftsbereichen weiter an Bedeutung zunimmt. Du warst zwei Jahre (2020/21) als Sprecherin für das Nachhaltigkeitsforum AKtiv. Wie schaust du rückblickend auf diese Zeit zurück? Welche großen Herausforderungen gab es und wie habt ihr sie überwunden? Im NFH kommt hervorragende Expertise aus den unterschiedlichsten Organisationen und Initiativen zusammen. Die konstruktiv-kritische Auseinandersetzung im Forum und in den Arbeitsgruppen ist sehr fokussiert und bereichernd. Bei der Komplexität des Themas ist es jedoch auch eine Herausforderung, die Dynamik zu erhalten. Dank der großartigen Unterstützung durch die Geschäftsstelle und dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit Entscheider*innen in Politik und Verwaltung ist uns das aus meiner Sicht gut gelungen. Vielen Dank, Dirka! Wir freuen uns auf die Weitere gemeinsame Arbeit mit dir! Die Fragen und das Interview wurden vorbereitet von Elvira Hinz, wissenschaftliche Referentin des NFH.

  • 17 Ziele im Fokus – Mike Keller von der Markthalle Hamburg
    von Nachhaltigkeitsforum am 30. März 2022 um 9:04

    17 Ziele im Fokus mit Mike Keller, Verteter für Die markthalle Hamburg im NFH Mike Keller ist studierter Diplom-Ingenieur für Medienbetriebstechnik und zertifizierter Nachhaltigkeitsmanager sowie Berater für Nachhaltiges Eventmanagement  und seit über 20 Jahren in der Veranstaltungswirtschaft tätig. Die Welt der Konzertveranstaltungen hat er bei der Karsten Jahnke Konzertdirektion über fünf Jahre als Technischer Leiter kennengelernt, bevor er zu den Veranstaltungsorten wechselte. Mit der Eröffnung der Color Line Arena in Hamburg (heute: Barclays Arena) hat er 2002 als Veranstaltungsleiter den Veranstaltungsort erfolgreich mit in den Betrieb geführt. 2008 wechselte er von der Elbe an die Spree und eröffnete in Berlin für die amerikanische Anschutz Entertainment Group als General Manager die O2 World (heute: Mercedes-Benz Arena) und führte auch diese Arena vier Jahre erfolgreich mit in den Betrieb. Seit 2013 führt der zweifache Vater die Geschäfte der mittlerweile ÖKOPROFIT- und GWÖ-zertifizierten Hamburger Markthalle und unterrichtet seit fünf Jahren das Fach „Nachhaltiges Eventmanagement“ an der Fresenius Hochschule. Mike, für welche SDGs setzt du dich mit deiner Organisation hautpsächlich ein und wie kannst du das in die Arbeit des NFH Einbringen? Unsere Arbeit zielt grundsätzlich auf die Umsetzung aller SDGs ab. Hauptsächlich sind bei unserer Arbeit sicherlich die SDGs 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), 13 (Klimaschutz) und 17 (Starke Partnerschaften) im Fokus. Darüber hinaus sorgen wir mit unseren Veranstaltungen für eine verbindliche kulturelle Belebung der Innenstadt (Ziel 11) und derzeit unterstützen wir durch unsere Tätigkeit als Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose das SDG 2 (Kein Hunger). Wie bewertest du den Umsetzungsstand der sdgs in Hamburg? Nach meiner Wahrnehmung wird in einigen Bereichen der Stadt mehr getan, als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die SDGs sind leider noch immer nicht in der Mitte der Gesellschaft bekannt. In Hamburg vermisse ich insgesamt eine glaubhafte und verbindliche Haltung zur Nachhaltigkeit. Das zieht sich durch alle Bereiche – von der Politik über die Behörden bis hin zur Wirtschaft und Zivilgesellschaft – hier müssen wir alle ran. Das Thema ist so wichtig, dass es eines eigenen Senatorenpostens dafür bedarf. Es fehlt eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie mit einer klaren Umsetzungsrichtlinie. Worin siehst du die größten  Hebelpunkte  Und Potentiale für nachhaltige Entwicklung in Hamburg? In allen Bereichen der Stadt gibt es enormes Potential, das freigesetzt werden kann: Wirtschaft, Kultur, Forschung, Bildung, Medien sind wichtige Bereiche, in denen viele Handlungsfelder und Maßnahmen schlummern, die zu Katalysatoren der Transformation in Richtung Nachhaltigkeit genutzt werden können. Die SDGs müssen viel mehr verstanden und kommuniziert werden. Wir haben seit 2015 das SDG Banner an unserer Markthalle deutlich sichtbar aufgehängt. Das sieht zwar schön aus, reicht aber natürlich nicht aus. Das Thema muss in die Köpfe aller Menschen in Hamburg, die Verantwortung haben, und verbindlich in die Umsetzung gebracht werden. Wir müssen aus unseren Komfortzonen raus. Was sind aus deiner Sicht die notwendigen nächsten Schritte für die Umsetzung der SDGs in Hamburg? Wir brauchen vom Hamburger Senat ein mutiges und legislaturübergreifendes Commitment, die Stadt Hamburg ernsthaft zu einer nachhaltigen Stadt zu entwickeln, in der auch noch die nächsten Generationen ein friedliches und gesundes Leben führen können. Dieses Commitment muss unabhängig von Parteien implementiert werden. Im Anschluss brauchen wir eine verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie mit einem zusätzlichen Budget, damit diese Ziele erreicht werden können. Unternehmen und Menschen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, sollten belohnt, bzw. steuerlich erleichtert werden. Bisher werden die meisten Engagements nur als Kosten und zusätzliche zeitliche Belastungen verstanden. Das muss sich ändern! Was ist deine persönliche Vision für Hamburg im Jahr 2030? Dass die Markthalle ein wirklich nachhaltiger DGNB-zertifizierter Veranstaltungsort ist und als Blaupause für viele ältere Veranstaltungsorte in Deutschland gesehen wird, an dem man sich orientieren kann. Und dass Nachhaltigkeit und die SDGs selbstverständlich geworden sind und nicht mehr erklärt werden müssen. Du warst zwei Jahre (2020/21) als Sprecher für das Nachhaltigkeitsforum AKtiv. Wie schaust du rückblickend auf diese Zeit zurück? Welche großen Herausforderungen gab es und wie habt ihr sie überwunden? Es war eine herausfordernde Zeit, in der es uns gemeinsam gelungen ist, das Nachhaltigkeitsforum in eine neue Trägerschaft zu führen und verbindliche und verlässliche Strukturen zu entwickeln. Ich bin dankbar, dass ich in dieser Zeit einen Beitrag dazu leisten durfte. Vielen Dank, Mike! Wir freuen uns auf die Weitere gemeinsame Arbeit mit dir! Die Fragen und das Interview wurden vorbereitet von Elvira Hinz, wissenschaftliche Referentin des NFH.

  • Zwei Werkverträge zu vergeben!
    von Nachhaltigkeitsforum am 29. März 2022 um 10:14

    Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg vergibt zwei Werkverträge Das Nachhaltigkeitsforum Hamburg (NFH) vergibt zwei Werkverträge zu den Themen Bürger*innenbeteiligung im Bereich der SDGs und Nachhaltigkeits-Check für Hamburg. Ab sofort kann sich bis zum 2. Mai 2022 für die Werkverträge beworben werden, die in Form einer freiberuflichen Leistung erbracht werden. Bewerbungen bitte an ruperti@nachhaltigkeitsforum.org. Alle weiteren Informationen finden Sie in den angefügten Ausschreibungen: Ausschreibung BürgerInnenbeteiligung Nachhaltigkeitsforum Hamburg Ausschreibung Nachhaltigkeits-Check Nachhaltigkeitsforum Hamburg